Landtagsabgeordneter Schick besucht den Milchviehbetrieb Buttighoffer

Den Kühen geht das Futter aus

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Der Betrieb ist mitten in der Maisernte. Günter Buttighoffer zeigt dem Landtagsabgeordneten, worauf es bei der Verarbeitung des Futtergetreides ankommt.

Nachrodt-Wiblingwerde - Das landwirtschaftliche Jahr hatte richtig angefangen, das Grünland zeigte sich ergiebig - aber dann kam die Trockenheit. „Den ersten Schnitt haben wir am 9. und 10. Mai gemacht. Das war noch nie so früh“, berichtete Landwirt Günter Buttighoffer am Dienstag bei einem Besuch durch den Landtagsabgeordneten Thorsten Schick.

Auslöser der Visite war eine Forderung aus dem Präsidium des Bauernverbandes, die Landwirtschaft wegen der Dürre mit einer Milliarde Euro auszuhelfen. „Da wollte ich mal hören, wie das die heimischen Landwirte so sehen“, erläuterte Schick.

Buttighofer erklärte, er selbst vertrete die Forderung nach zusätzlichen Geldern nicht. „Im Märkischen Kreis wird sowieso kein Betrieb etwas davon bekommen. Es macht auch keinen guten Eindruck.“ Wichtiger sei es, die Auszahlung anderer Fördermittel durch die Landwirtschaftskammern nicht bis Weihnachten oder Neujahr zu verzögern, sondern die Betriebe früher liquide zu machen. „Unsere Kühe fressen keine fünf-Euro-Scheine.“

Doch zurück auf die Felder: Auch der zweite Schnitt sei mit einer Ausbeute von 100 Prozent prima ausgefallen. Beim dritten Schnitt waren es dann gerade noch 20 oder 30 Prozent. Das Aufkommen am so genannten Grundfutter bezifferte Buttighofer auf 30 bis 35 Prozent einer normalen Ernte. Für manchen Viehhalter stelle sich daher die Frage, seinen Bestand „abzustocken“, also Tiere abzugeben, oder aber Futter zuzukaufen. Im Kreisverband habe man bereits eine Börse eingerichtet, in der man sich gegenseitig helfen wird. Auf dem Buttighoffer-Hof werde man im September/Oktober auf den ersten Schnitt zurückgreifen müssen.

Die Teilnehmer erfuhren: Die Milchkuhhaltung gehört zu den anspruchsvollsten Tätigkeiten in der Landwirtschaft. Die Tiere haben einen großen Bedarf an Nährstoffen und anderen Futterkomponenten, die die Produktion sowie Qualität der Milch fördern. Der Betrieb einer Milchzucht könne nur bei einer optimalen Futterversorgung profitabel sein.

Buttighoffers Stellvertreter Ulrich Brinckmann, Schweinehalter aus Iserlohn, kritisierte auch unmittelbar die Preisgestaltung und das Geschäftsgebaren des Einzelhandels. „Man hatte uns gesagt, durch die Fußball-WM und Grillfeste werde der Schweinepreis steigen. Aber das Gegenteil war der Fall, obwohl sogar weniger Tiere auf dem Markt waren.“ Bei Spargel und Erdbeeren habe es zum Beispiel eine volle Ernte gegeben. Doch sobald die deutsche Ware auf den Markt komme, würden die Preise gedrückt. „Die großen Ketten nutzen ihre Marktmacht gnadenlos aus.“

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