Landfrauenverein zeigt sich gut erholt

Wilfried Busch war zum dritten Mal war er bei einem Treffen dabei und berichtete von der Rudhanda High School in Zimbabwe.

Nachrodt-Wiblingwerde - Vor gut fünf Jahren gab es einmal Überlegungen, den Wiblingwerder Landfrauenverein aufzulösen. Ein Erfolgskonzept drohte am Nachwuchsmangel zu scheitern. Doch diese Zeit ist längst vorbei. Bei der Jahreshauptversammlung am Donnerstagnachmittag präsentierten sich die Frauen stärker und aktiver denn je. Der Termin-Kalender ist prall gefüllt mit Ausflügen und Vorträgen.

Der Vorstand präsentiert sich kreativ und motiviert. Bei den monatlichen Treffen gibt es einiges zu erleben. Dabei setzen die Organisatoren auf eine Mischung aus lehrreichen und unterhaltsamen Programmpunkten. So gibt es beispielsweise Vorträge zum Thema Gesundheit, Wanderungen, Ausflüge oder einfach gesellige Stunden. Bei den Wiblingwerder Frauen kommt das gut an. Rund 30 Frauen hatten sich im Saal der Gaststätte „Zur schönen Aussicht“ versammelt. Schließlich ging es an diesem Nachmittag nicht bloß um die Regularien im Rahmen der Jahreshauptversammlung. Die waren in ein paar Minuten abgehandelt. Viel mehr begeisterten sich die Teilnehmerinnen für einen Vortrag von Wilfried Busch.

Der Lehrer der Hohenlimburger Realschule ist für die Wiblingwerderinnen kein Unbekannter. Bereits zum dritten Mal war er bei einem Treffen dabei und berichtete von der Rudhanda High School in Zimbabwe. Gemeinsam mit der Realschule hat er den Verein Kubatana gegründet, der die Schule unterstützt. Über Patenschaften wird Kindern aus der Region der Schulbesuch ermöglicht. Auch die Landfrauen haben ein Patenkind in Zimbabwe: Tanda Tanda. Das Mädchen könnte sich den Schulbesuch ohne die Unterstützung aus dem Höhendorf nicht leisten. Denn ein Schulbesuch über die Grundschule hinaus, ist in dem afrikanischen Land Luxus.

Im Gepäck hatte Busch zahlreiche Bilder. Im Oktober reiste er mit seiner Frau nach Zimbabwe. Die beiden haben dort viele Freunde. Von 1982 bis 1992 arbeitete er selbst an der Schule, hielt den Kontakt und trieb Spenden ein. Die Fotos begeisterten die Frauen, waren sie doch geprägt von einer schier unbändigen Lebensfreude. Auf nahezu jedem Foto strahlen die Kinder. Aber die Bilder schockierten auch. Beispielsweise die einfachen Häuschen. Nicht größer als eine Garage, in der gleich zwei Familien leben. Die Armut ist groß. „Ein Mädchen wollte studieren. Dafür musste ihr Vater eine Kuh verkaufen“, berichtete Busch. Schließlich habe allerdings sein Verein die Förderung übernommen. Und der Bauer konnte seine Kuh zurückkaufen. Das Mädchen studiert derweil erfolgreich soziale Arbeit.

Derzeit wird gerade ein Lehrerhaus an der Schule errichtet. „Das war nötig, weil die guten Lehrer abzuspringen drohten“, erklärt Busch. 6000 Euro habe er dafür gesammelt. Als er die Zusage für das Geld gab, sei die Freude in Afrika groß gewesen. „Noch am selben Tag begannen sie mit der Ziegelsteinproduktion“, erzählte Busch.

Für die Landfrauen war nach dem Vortrag klar: Sie werden die Rudhanda High School weiter finanziell unterstützen und den Kontakt zu Wilfried Busch halten.

Der wird im Übrigen bereits am 12. März erneut zu den Landfrauen kommen. Dann nämlich wird die SPD-Bundestagsabgeordnete Dagmar Freitag erwartet. Die Politikerin hat durch ihre Arbeit im Auswärtigen Ausschuss ihre Liebe zu Afrika entdeckt. Durch die Berichterstattung über das Engagement der Landfrauen für die Kinder in Zimbabe wurde sie auf die Wiblingwerderinnen aufmerksam und frage, ob sie nicht einmal vorbei kommen könne. So wird Freitag beim nächsten Treffen über ihre Arbeit berichten und sich gleichfalls über die Arbeit der Landfrauen informieren. Das Treffen beginnt um 14.30 Uhr mit einem Kaffeetrinken in der Schönen Aussicht.

Und auch die kommenden Termine stehen schon fest. Am 20. April wird es um Sicherheit im Straßenverkehr gehen. Dafür wurde ein Experte der Polizei eingeladen. Im Mai ist zudem eine Halbtagesfahrt zur „Gartenlust“ in Halver geplant.

Aber auch das kommende Landfrauen-Jahr hat einiges zu bieten, wie der Vorstand im Rahmen einer weiten Vorausschau bei der Jahreshauptversammlung mitteilte. Höhepunkt wird eine Fahrt nach Maastricht am 3. September sein. - Von Lydia Machelett

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