Warum der Stör in Vollnarkose gelegt wird...

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Die Landfrauen besuchten das Fischgut Primus

Nachrodt-Wiblingwerde - Ein Fisch, so teuer wie ein Auto – und das nur, weil seine Eier als Delikatesse gelten oder er eine besonders schöne Farbgebung hat. Fasziniert lauschten die Wiblingwerder Landfrauen den Ausführungen von Lothar Primus.

In dieser Woche machten sie einen Ausflug und besichtigten unter anderem dessen Fischgut in Iserlohn. Auf der Koi- und Störfarm gab es allerhand für die Frauen zu entdecken. Los ging es mit den Stören. „Wer große Fische, nämlich Störe, in seinem Gartenteich hat, der hat wirklich Geld. Kois sind die Tennisklasse, Störe die Poloklasse“, scherzte Primus. Warum die Störe so kostbar sind und der Kaviar so teuer, wurde schnell klar: Die Zucht und Eier-Produktion ist extrem aufwendig, kostspielig und vor allem zeitintensiv.

„Für eine möglichst hohe Hygiene ist unsere Anlage in verschiedene Abteile abgetrennt. Angefangen vom Ort der Reproduktion, über Bruträume, verschiedenste Kreislaufanlagen, sowie etliche Großbecken wo Fische aller Größe und Farbe schwimmen können. Aus Gründen der Fischhygiene arbeiten alle Kreisläufe getrennt voneinander und ausschließlich mit Brunnenwasser“, erklärte Primus.

Die einzelnen Kreisläufe seien mit großen Filtern, Tropfkörpern und UV-Anlagen ausgestattet, um eine möglichst gleichbleibend gute Wasserqualität zu erreichen. Ein Stör auf dem Fischgut bekommt zudem grundsätzlich einen Kaiserschnitt. Dafür wird er in eine Vollnarkose gelegt, aufgeschnitten und anschließend wieder genäht. „Dafür haben wir maximal zehn Minuten Zeit. Der Druck ist extrem groß. Ein Vorteil vom Stör ist allerdings, dass er extrem robust ist. Es gibt fast gar keine Probleme mit Infektionen oder Ähnlichem“, erläuterte der Experte.

Ganz anders sieht das bei den Kois aus. Die bunten Edelfische seien extrem anfällig. Dennoch lehnt Primus antibiotische Prophylaxebehandlungen ab. „Ein Fisch, der behandelt wird, ist anschließend noch anfälliger. Daher machen wir das nur in extremen Ausnahmesituationen und auch nur an einzelnen Fischen“, so Primus.

Wie schnell ein Koi, der eigentlich tausende Euro wert sein kann, wertlos ist, machte Primus am Beispiel der Farbe deutlich. Geht die rote Zeichnung über die Nasenlöcher oder aber der Fisch hat unterm Bauch eine rote Schuppe, hat der die Zuchtmerkmale verfehlt. Vom Fischgut aus ging es für die Frauen mit dem Bus weiter zum Hof Drepper.

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