Lagerraum hat Vorrang vor Kinderbetreuung

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Das Dachgeschoss der mit Asbest, Feuchtigkeit und polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) belasteten Grundschule Wiblingwerde soll in den Sommerferien teilweise saniert werden. Das hat der Gemeinderat am Montagabend mit den Stimmen von UWG und CDU beschlossen. Über weitere Schritte wurde noch keine Entscheidung getroffen.

Die Gemeindeverwaltung hatte vorgeschlagen, aufgrund der nur begrenzt zur Verfügung stehenden Mittel – im Haushalt sind 96 000 Euro vorhanden – zunächst nur die notwendigsten Sanierungsarbeiten zu erledigen und vor weiteren Schritten zunächst die Aussagen eines noch zu erstellenden Schulentwicklungsplanes abzuwarten. Darüber waren sich alle Fraktionen auch weitgehend einig, allerdings hatten sie unterschiedliche Auffassungen davon, was nun vordringlich sei. Verwaltung und SPD-Fraktion sprachen sich dafür aus, zunächst die Betreuungsräume im Keller zu sanieren, die UWG – mit dem Interims-Schulleiter Johannes Illerhaus an ihrer Spitze – wollte dem Dachgeschoss den Vorrang geben, um Unterrichtsmaterial lagern und damit einen geregelten Unterricht gewährleisten zu können.

Die Vorstellungen der SPD-Fraktion reichten am weitesten von allen in die Zukunft. Unabhängig vom Schulentwicklungsplan und der damit verbundenen Zukunft der drei Schulstandorte in der Doppelgemeinde müsse das gesamte Gebäude saniert und erhalten werden, forderte SPD-Fraktionschefin Susanne Jacoby, die ein klares Bekenntnis zum Schulstandort Wiblingwerde ablegte und eine Sanierung in zwei Schritten vorschlug.

Der UWG-Fraktionsvorsitzende Johannes Illerhaus setzte schlicht und einfach andere Schwerpunkte als die SPD und hatte dabei offensichtlich im Auge, wie der Schulalltag zu bewältigen sei. Grundsätzlich gab aber auch er eine Komplettsanierung als Ziel aus und pflichtete damit auch Matthias Lohmann (SPD) bei, der zu bedenken gegeben hatte, dass der Werterhalt der Immobilie nur bei einer gründlichen Wiederherstellung der Bausubstanz gegeben sei.

Mit wesentlich weniger Tempo wollte die CDU die Sache angehen. Bevor eine Komplettsanierung in Angriff genommen werde, müsse die Entwicklung der schulischen Situation abgewartet werden, meinte CDU-Fraktionschef Peter Herbel. „Wir wollen die Schule ja nicht dem Verfall preisgeben, aber wir wollen die Entscheidung in Ruhe treffen“, sagte er. Letztlich schlugen sich die Christdemokraten aber doch auf die Seite der UWG. Gemeinsam setzte das bürgerliche Lager damit die vorrangige Sanierung eines Teils des Dachgeschosses durch. Das soll nun in den Sommerferien geschehen. Welche weiteren Sanierungsschritte dann folgen, ist derzeit noch völlig offen. Das Thema wird den Rat ganz bestimmt noch über längere Zeit beschäftigen. ▪ vg

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