Lenneroute: Aktuell kein Aushängeschild

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Zum Ortstermin trafen sich die CDU-Politiker aus Nachrodt und Iserlohn mit Stadtvertretern.

Nachrodt-Wiblingwerde - Lebensgefährlich. So fühlt es sich an. Wenn der Schwerlastverkehr vorbei zieht, reißt es die Radler an der B236 fast vom Sattel. Seit langem wünschen sich die Nachrodter den Lückenschluss der Lenneroute.

15 Jahre und mehr sind seit den ersten Planungen ins Land gezogen. Um endlich „Fahrt aufzunehmen“, gab es ein „interkommunales Treffen“ auf Einladung der CDU Nachrodt und Iserlohn, denn auch die Waldstädter wünschen sich eine sichere, sinnvolle Rad-Route von Letmathe über den Stenglingser Weg bis zum Bahnhof Lasbeck. Dort trafen sich Vertreter der CDU aus Nachrodt-Wiblingwerde und Iserlohn, der Werbegemeinschaft, Stefan Baumann von der Abteilung Stadtentwicklung und Grundstücke der Stadt Iserlohn, Bürgermeisterin Birgit Tupat und Bernhard Schomm vom ADFC.

„Ich finde eine Zusammenarbeit immer gut, denn größere Städte können bei solchen Projekten auch hilfreich für die kleinen Kommunen sein“, meinte Bürgermeisterin Birgit Tupat, die mit Jens Philipp Olschewski die „Nachrodter Delegation“ bildete.

„Der Streckenabschnitt zwischen Plettenberg und Iserlohn ist sehr schlecht befahrbar. Die Streckenführung verläuft in diesem Teilabschnitt überwiegend über die Bundesstraße. Bitte benutzen Sie den Nahverkehr zwischen Plettenberg und Iserlohn“, heißt es auf der Homepage der Lenneroute. Kein Aushängeschild. Eher ein Trauerspiel für die Lenneroute, die das Sauerland auf 142 Kilometern zwischen Winterberg und Hagen durchquert.

Birgit Tupats Traum ist es seit Jahren, dass die Radfahrer vom Pragpaul in Altena an der Lenne entlang in die Pedalen treten und dann an der Sparkasse herauskommen. „Das ist aber schon deshalb problematisch, weil dann der Ortsteil Einsal keinen direkten Zugang zur Lenneroute hat.“ Andersherum, von Letmathe kommend, wünschen sich die Iserlohner, die 2019 die Strecke von „Auf der Insel“ bis Hagen realisieren können, die Rad-Route am Stenglingser Weg hinter den Firmen nah an der Lenne Richtung Nachrodt vorbeizuführen. Die Pläne zeigte Stefan Baumann.

Doch Grundstücksverhandlungen, Gespräche mit Naturschützern, Wasserbehörden und Betrieben stehen noch aus. Zudem muss die Brücke Lasbeck erneuert werden. Ab Bahnhof Lasbeck sieht die Nachrodter Planung vor, dass Radfahrer erst über die kleine Brücke, dann rechts durch die Klingestraße, über den Lennedamm bis zum Haus Nachrodt fahren. Dort müssten sie allerdings die Bundesstraße queren, was im Kurvenbereich wenig lustig ist.

 Möglich ist auch, im Bereich des Amtshauses die Straße zu überqueren, um dann im allerliebsten Fall später am Dümpel abzubiegen und bis Finkingsen zu radeln. So traumhaft schön die Strecke sein mag, so gebe es dann das Problem, dass Radfahrer letztendlich über das Werksgelände der Walzwerke fahren müssten. Und „ein paar Meter“ zurückgedacht: Die Klingestraße ist eine Privatstraße. Ein Erwerb der Straße sei sicher möglich, aber was würde dann die Sanierung der Mauer zum Obergraben kosten?

 Fakt ist: Ideen und Wünsche sind in Hülle und Fülle vorhanden – Hürden ebenso. Karsten Meininghaus, Vorsitzender der CDU Letmathe und Kreistagsabgeordneter, sieht ebenso wie Jens Philipp Olschewski, Fraktionsvorsitzender der CDU Nachrodt-Wiblingwerde, die Möglichkeit des Vorwärtskommen mit politischen Signalen Richtung Land und Bund. Die Radler, so machte es Bernhard Schomm vom ADFC deutlich, hätten nichts mehr dagegen, mit Steigungen leben zu müssen. In Zeiten der E-Mobilität müssten Radwege nicht nur geradeaus gehen.

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