L692: So lief der erste Tag auf der Baustelle

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Baustart: Der Bagger rollte gestern an der L 692 in Wiblingwerde an und begann sofort damit, die Straße aufzureißen.

Nachrodt-Wiblingwerde – Die L692 ist dicht, die Sanierung hat endlich begonnen. Fahrer müssen sich durch einen Schilderwald schlängeln.

Mit einem lauten Krachen frisst sich die schwere Metallschaufel des Baggers in den Asphalt. Der Auftakt für die umfangreiche Sanierung der L 692 zwischen Serpentinen und Eilerde, die nach Verzögerungen nun endlich startet. 

Die Straße ist gesperrt, Bagger und Lkw rollen heran. Die Zeit drängt, denn in 14 Wochen soll die Straße fertig sein. Ein größerer Zeitverzug könnte Probleme bereiten, denn dann würde in den Winter hineingearbeitet. 

Erntemaschinen passen nicht unter Leitungen hindurch

„Wir beginnen mit den Gräben am Fahrbahnrand“, erklärt Andreas Werth vom Landesbetrieb StraßenNRW. Zum Bauauftakt gestern wurden zunächst Gräben quer über die Straße ausgeschachtet. „Das geschieht überall dort, wo aktuell die Telefonleitung die Fahrbahn kreuzt. Die Oberleitungen werden im Zuge der Fahrbahnsanierung unter die Erde verlegt“, erläuterte Andreas Werth. 

Die Landwirte wird es freuen, denn die Leitungen sorgten in der Vergangenheit häufiger für Probleme. Die großen Erntemaschinen passten nämlich an einigen Stellen nicht darunter hindurch. Und so kam es, dass immer wieder die Leitung riss. Ein Ärgernis für alle Beteiligten. 

Ab Dienstag (4. August) werden die Gräben entlang der Straße errichtet. Auf der einen Seite wird ein Leerrohr verlegt, damit die Straße für zukünftige Leitungen nicht noch einmal komplett aufgerissen werden muss. 

Große Sorge: Massiver Fels im Untergrund

Auf der anderen Seite wird die Telekom Leitungen für den Breitbandausbau verlegen. Zudem legen die Stadtwerke eine Gasleitung für Rennerde mit in den Schacht. 

„Unsere große Sorge ist, dass wir bei diesen Ausschachtungen immer wieder auf massiven Felsen stoßen, das würde die Arbeiten verzögern“, sagt Werth. Einzelne Felsnasen seien jedoch einkalkuliert, denn die seien in so einer bergigen Region normal. 

Ansonsten sei die Maßnahme im zweiten Bauabschnitt längst nicht so kompliziert wie im ersten Teil in den Serpentinen. „Wir können hier mit einer Hochbautechnik arbeiten. In den Serpentinen hatten wir richtig viel Bodenbewegungen und mussten zum Teil zwei Meter tief ausschachten“, erläutert der Experte.

Keine Kurven und Hänge: Darum geht's schneller

 Bei der Hochbautechnik werde die alte Fahrbahndecke nicht abgetragen, sondern drei neue Schichten aufgetragen. Das bedeutet, dass die neue Straße 24 Zentimeter höher werde. Werth sagt: „Wir haben hier keine Hänge, Kurven oder Erdrutsche. Daher ist die Bauzeit auch deutlich geringe.

Um die Baustelle ist ein kleiner Schilderwald entstanden. Die Vollsperrung der wichtigen Verbindungsstrecke zwischen Nachrodt und Wiblingwerde muss schließlich für alle Verkehrsteilnehmer gut sichtbar sein und der Verkehr entsprechend umgeleitet werden. 

Viele Vertreter für den Verkehr: Mitarbeiter vom Kreis, von der Polizei, des Ordnungsamts, von Straßen.NRW und den zuständigen Baufirmen trafen sich am Eilerder Feld, um alle Fragen zur Umleitung zu überprüfen.

Wie kompliziert das ist, zeigte sich am Montagmorgen bei der Abnahme. Vertreter vom Kreis, der Polizei, des Ordnungsamts, Straßen.NRW und den zuständigen Baufirmen trafen sich am Eilerder Feld. 

Auswärtige Lkw-Fahrer müssen Schilder verstehen

Sind die Beschilderungen an der Autobahn eindeutig? Ist klar, dass Kreinberg und Brachtenbeck zur Einbahnstraße werden? Sehen Lkw-Fahrer aller Nationen, dass die K24 und die anderen Nebenstraßen nicht für Schwerlastverkehr geeignet sind und es keine Wendemöglichkeiten gibt? Gibt es ausreichende Regelungen für die Anwohner unmittelbar an der Baustelle? Sind alle anderen Schilder abgeklebt? Was passiert, wenn die Feuerwehr ausrückt? 

"Spannend, wenn A45 zu ist"

Fragen über Fragen galt es zu klären. Beschildert wurde auf Grundlage eines Verkehrskonzepts, das im Vorfeld erarbeitet worden war. 

„Richtig spannend wird es, wenn die A 45 zu ist“, sagte Ordnungsamtsleiter Sebastian Putz. Die Beteiligten wissen aus Erfahrung, dass die wenigsten Verkehrsteilnehmer von der Autobahn aus die empfohlene Umleitung über Lüdenscheid nutzen, sondern gerne über Wiblingwerde fahren.

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