Das Nadelöhr wird schöner

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Die Baumaßnahme an der L692 kann eventuell im April/Mai starten.

Nachrodt-Wiblingwerde – Neuigkeiten von der L692.  Während sich ein Autofahrer wundert, warum die  Straße nicht durchgehend verbreitert wird, sitzen andere auf heißen Kohlen. Wann startet die Baumaßnahme? 

Ulrich Zajusch versteht die Welt nicht mehr. „Wenn schon Grundstücksfragen zu klären sind, wäre eine optimale Lösung doch in einem Abwasch möglich“, sagt er zum geplanten Ausbau der L 692 vom Salzlager bis nach Rennerde und von Rennerde bis nach Eilerde. Tatsächlich sei aber nur die Ausbesserung der alten Schmalspur geplant. 

Ulrich Zajusch hatte eine Anfrage an Straßen.NRW gerichtet und erfahren, dass die L 692 lediglich im Bestand erneuert werden soll. Das ist allerdings nicht neu. „Die Serpentinen sind damals überplant worden, weil dort die Schleppkurven für die Linienbusse nicht ausreichend waren. Eine solche Ausbauplanung ist für diesen Bauabschnitt nicht vorgesehen“, schrieb Pressesprecher Andreas Berg an den Fragesteller. 

„Die Antwort hat mich umgehauen“, sagt Ulrich Zajusch. Die Serpentinen seien verbreitert worden, in Wiblingwerde beginne wieder eine breitere Straße und dazwischen wolle man nichts machen. „Es handelt sich um eine nur zwei Kilometer kurze Strecke, wobei die Kosten sicherlich überschaubar sind. Dabei denke ich auch an den zu entschärfenden Begegnungsverkehr von Bus und Lkw, besonders im Winter“, sagt Ulrich Zajusch. Er wohnt in Lüdenscheid und fährt die Strecke über die L692 häufig in Richtung Iserlohn. 

"Die direkten Anwohner werden aus allen Wolken fallen"

Ulrich Zajusch hat auch Bürgermeisterin Birgit Tupat über seinen Briefwechsel mit Straßen.NRW informiert. „Vielleicht kann sie auch noch mal das Ganze in Frage stellen“, hofft Ulrich Zajusch. Auch glaubt er, dass die direkten Anlieger aus allen Wolken fallen werden, wenn die Straße ausgebessert wird, aber ein Nadelöhr bleibt. Damit liegt Ulrich Zajusch allerdings falsch.

 Anlieger zeigten sich überrascht von der Berichterstattung über ungeklärte Grundstücksfragen

 Die Anlieger sind von Straßen.NRW informiert worden – schließlich geht es um ihre Grundstücke – um erhebliche Grundstücksverkäufe, vorübergehende Inanspruchnahmen und auch um bestehende Pachtverträge. Zehn Eigentümer sollen für den Ausbau der Straße insgesamt 1600 Quadratmeter Land abgeben. Zwar wird die Straße nicht breiter, aber neben der Fahrbahn gibt es sogenannte Bankette, auf denen auch Leitpfosten und Verkehrsschilder stehen. Das Gelände kann so später nicht mehr wie bisher bewirtschaftet werden. Außerdem werden für eine vorübergehende Beanspruchung während der Bauzeit noch 1850 Quadratmeter zusätzlich benötigt.

 Apropos Grundstücksfragen: Viele Anlieger zeigten sich überrascht von der Berichterstattung über ungeklärte Grundstücksfragen, wie sie Straßen.NRW auf AK-Anfrage ins Feld geführt hatte. Auf Facebook hatte sich gar ein Shitstorm entwickelt. Nutzer warfen den Eigentümern Ignoranz vor. Tatsächlich war das Prozedere rund um den Grundstückskauf aus Sicht der Grundstücksbesitzer aber nicht so einfach, da Straßen.NRW es bei der ersten Maßnahme in den Serpentinen versäumt hatte, im Vorfeld mit den Eigentümern zu sprechen. Das sollte für den neuen Bauabschnitt vermieden werden. Zu einem ersten Gespräch mit den Eigentümern kam es 2018. Nach AK-Informationen befürworteten alle Beteiligten den Ausbau. Doch lange Monate passierte nichts, bis vor wenigen Wochen Bewegung in die Sache gekommen ist.

Wie geht es weiter?

„Die Grundstücksverhandlungen laufen, die Ausschreibungsunterlagen werden vorbereitet“, sagt Bürgermeisterin Birgit Tupat zum Ausbau der L692. Mindestens alle zwei Monate habe die Gemeindeverwaltung nachgefragt, wie der Sachstand sei. „Ist der Baubeginn relativ zeitnah?“, wollte Ulrich Gülicher. Vorsitzender des Planungs- und Bauausschusses wissen. „Das ist der Plan“, antwortete Birgit Tupat. 

Straßen.NRW betont unterdessen, dass sich die Baumaßnahme keineswegs wegen der ausstehenden Grunderwerbsverhandlungen verzögern würde. Stattdessen sei es der Hangrutsch an der K24 gewesen, der alles gebremst habe. „Dieser Hangrutsch musste vordringlich durch eine bauliche Maßnahme beseitigt werden. Eine gleichzeitige Durchführung der beiden Maßnahmen ist aus verkehrlichen Gründen nicht zu vertreten gewesen. Daher ist die Sanierungsmaßnahme im Zuge der L692 zurückgestellt worden“, so Straßen.NRW-Pressesprecher Andreas Berg in einem Schreiben an die Anlieger. Dies wiederholte er auch im Gespräch mit dem AK. Zur Hoffnung, dass es im April losgehen könnte, und dass in diesem Rahmen Gas- und Telekom-Leitungen vielleicht mitverlegt werden, sagt Berg: „Das ist ein bisschen wie in die Glaskugel gucken.“

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