Kurze Abschiedszeremonie für die Bürgermeisterin

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Der stellvertretende Bürgermeister Michael Schlieck verabschiedete die ausgeschiedene Bürgermeisterin Beatrix Naujoks am Sonntag im Rahmen des Jahresempfangs der Gemeinde. ▪

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Dafür, dass eine – wenn auch kurze – Bürgermeister-Ära nun offiziell zu Ende ging, war der Abschied für Beatrix Naujoks beim Jahresempfang der Gemeinde am Sonntag eher kurz. Dass er zumindest für die Protagonistin aber nicht schmerzlos war, wurde dennoch deutlich.

Ziemlich genau vier Jahre war Beatrix Naujoks Erste Bürgerin der Doppelgemeinde gewesen, ehe sie am 31. Januar aufgrund gesundheitlicher Probleme vorzeitig in den Ruhestand ging. Ihre offizielle Verabschiedung im Rahmen des Neujahresempfangs hatte sie sich selbst gewünscht. Die nahm ihr Stellvertreter Michael Schlieck vor, eine „undankbare Aufgabe“, wie er selbst bemerkte. Naujoks habe immer am Herzen gelegen, Entscheidungen im breiten Konsens zu finden, sagte Schlieck und erinnerte daran, dass sie schon kurz nach ihrer Amtseinführung die Gemeindeverwaltung durch eine Einteilung in Fachbereiche reorganisiert habe. Dabei habe sie ihr Organisationstalent bewiesen. Den damit eingeschlagenen Weg habe sie aber nach ihrer Erkrankung nicht mehr mit der Energie verfolgen können, wie sie es sich gewünscht habe.

Den Schritt, ihre vorzeitige Versetzung in den Ruhstand zu beantragen, hatte Beatrix Naujoks im Oktober vergangenen Jahres selbst getan, als sie einsehen musste, dass ihre Genesung nicht die erhofften Fortschritte machte. „Es ist ihr hoch anzurechnen, dass sie trotz laufender Amtszeit ihr Amt zur Verfügung gestellt hat, um die Entwicklung der Gemeinde nicht zu behindern“, sagte Michael Schlieck am Sonntag. Nach neun eher nüchternen Sätzen war die Verabschiedung der Bürgermeisterin beendet.

Beatrix Naujoks selbst versuchte, ein Fazit ihrer kurzen Amtszeit zu ziehen. Sie habe gerne mit den Bürgern zusammengearbeitet und sei gerne Bürgermeisterin von Nachrodt-Wiblingwerde gewesen, brachte sie noch heraus, dann fehlten ihr die Worte. Ob sie von den Emotionen überwältigt war, oder ob ihre angeschlagene Gesundheit ihr auch hier einen Strich durch die Rechnung machte, blieb offen.

Auch die Fraktionsvorsitzenden sprachen zum Abschied der Bürgermeisterin, allen voran Susanne Jakoby (SPD), die für ihre Parteifreundin immerhin ein paar warme, persönliche Worte fand: „Ich wünsche Dir, dass es noch einmal richtig gut wird in Deinem Leben“, wandte sie sich an „Trixie“, wie Beatrix Naujoks nicht nur in ihrer Partei liebevoll genannt wird.

Zuvor hatte der stellvertretende Bürgermeister Michael Schlieck auf das Jahr 2011 zurückgeblickt, das „arbeitsreich und aufregend zugleich“ gewesen sei. Die interkommunale Zusammenarbeit habe neben dem Tagesgeschäft viel Zeit beansprucht. Dabei hätten Jürgen Röll, Gabriele Balzukat und Birgit Tupat von der Gemeindeverwaltung mit überdurchschnittlichem Einsatz „auf Augenhöhe mit der Stadt Altena und der Bezirksregierung neue Verwaltungsstrukturen erarbeitet“.

Aufgrund der finanziellen Lage sei die Gemeinde gezwungen, neue Wege zu gehen, erklärte Schlieck weiter. Lösungen könne es nur im Schulterschluss mit der Stadt Altena geben, ohne die Selbstständigkeit der Gemeinde infrage zu stellen. Schlieck wies auf den kleinen Handlungsspielraum bei der Konsolidierung des maroden Haushalts hin. Das Tafelsilber sei in den vergangenen Jahren schon fast restlos verkauft worden, um die Haushalte auszugleichen. Vor dem Verkauf der restlichen Immobilien warne er, sagte Schlieck und hatte dabei insbesondere die Rastatt im Blick. „Noch haben wir sie als Aktivposten in der Bilanz, noch bringen sie Pacht und Miete. Ein Verkauf würde sofort im ungedeckten Haushalt versickern“, beschrieb er ein mögliches Szenario.

Schlieck nutzte den Jahresempfang auch, um allen zu danken, die sich in den Vereinen und Organisationen der Doppelgemeinde ehrenamtlich für das Gemeinwohl einsetzen. ▪ vg

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