Ein Meister des Erzählens wird 90

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Bürgermeisterin Birgit Tupat gratulierte Kurt Nowak.

Nachrodt-Wiblingwerde – Monde und Jahre vergehen, aber die Erinnerungen leuchten durch das ganze Leben: Herrlich kann Kurt Nowak erzählen. Von seiner Flucht aus Ostpreußen zum Beispiel. Damals war er noch ein sehr junger Mann, der tragische Ereignisse im Krieg erleben musste. Heute ist er 90 Jahre alt, freut sich über eine große Familie und sagt: „Menschen zum Lachen zu bringen, das hält mich gesund.“

 Am Samstag (20. April) wurde groß gefeiert. Sechs Kinder (fünf Jungs und eine Tochter), 13 Enkelkinder und fünf Urenkel feierten mit Kurt Nowak das besondere Wiegenfest auf dem Großendrescheid. Dabei gab es auch eine Überraschung: Rainer Nowak hatte für seinen Vater den „Weg vom Geburtsort nach Wiblingwerde“ mit Bildern und Karten zusammengestellt.

Geboren im Kreis Osterode (damals Ostpreußen, heute Polen) ging Kurt Nowak später in Hohenstein zur Schule. 1943 begann er sein erstes Lehrjahr weit von der Familie weg im Landdienst auf einem großen Gut in Neu Nassau, das heute in Russland liegt. Ein Jahr später kam er in einen Lehrbetrieb im Kreis Lyck, früher Ostpreußen, heute Polen. Im Oktober 1944 musste die gesamte Bevölkerung flüchten und Kurt Nowak geriet später, Pfingsten 1945, in amerikanische Gefangenschaft, aus der er im Juli entlassen wurde. Mit einem deutschen Soldaten, von dem sich später herausstellte, dass dieser Pfarrer in Wiblingwerde war, kam Kurt Nowak nach Nachrodt-Wiblingwerde.

„Es waren harte Zeiten und wenn man zur Ruhe kommt, dann erinnert man sich noch sehr genau daran“, sagt der Jubilar. Mit seiner Frau, die vor zwei Jahren verstorben ist, hat Kurt Nowak in Wiblingwerde nicht nur eine große Familie gegründet, sondern sich auch sehr engagiert. Kurt Nowak war bei der Gründung der Unabhängigen Bürgergemeinschaft (heute UWG) vor 50 Jahren dabei und auch eine Legislaturperiode im Sozialausschuss. Zudem war er im Posaunenchor und im Kirchenchor. Die Liebe zur Musik hat er seinen Kindern mitgegeben. Gestern, am 23. April,  gab es noch eine kleine Nachfeier mit Bürgermeisterin Birgit Tupat und Freunden aus der UWG am Herlsener Weg. „Birgit Tupat kenne ich von klein auf“, erzählt der 90-Jährige, der gesundheitlich sehr fit und agil ist. Dennoch ist er froh, dass sich seine Lieben gern um ihn kümmern. „Ich bin gut versorgt“, sagt er dankbar.

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