Kuriose Fälle bei Asylverfahren: Helfer sorgen sich um Schicksale in Nachrodt

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Die Helfer beim Flüchtlingscafé sorgen sich um die Schicksale einiger Flüchtlinge im Ort.

Nachrodt-Wiblingwerde – Die Mutter muss ausreisen, das Kind darf bleiben: Einer von mehreren kuriosen Fällen in Asylverfahren von Geflüchteten, die in Nachrodt-Wiblingwerde leben. Solche Entscheidungen könne die Helfer nicht nachvollziehen.

Es gibt Menschen, die spenden gern für einen guten Zweck, und möchten nicht dafür bejubelt werden. 1200 Euro haben Nachrodt-Wiblingwerder Bürger für die Weihnachtsfeier der Flüchtlingsfamilien gegeben. Die Helfer des Flüchtlingskreises und -cafés werden das Fest am Donnerstag, 5. Dezember, auf die Beine stellen. Geschenke gibt es dann für 48 Flüchtlingskinder. 

Acht geduldete Geflüchtete

Viele Flüchtlinge, die aktuell in Nachrodt-Wiblingwerde leben, befinden sich im Klageverfahren. „So lange erfüllen wir auch die Aufnahmestatistik“, sagt die Flüchtlingsbeauftragte Sabrina Lippert. Letztlich ist noch nicht entschieden, ob sie bleiben dürfen oder nicht. Acht Personen sind aktuell geduldet. Ein Flüchtling hat eine sogenannte Ausbildungsduldung. Es gibt auch Ausreisepflichtige, die aufgrund von familiären Bindungen bleiben dürfen. 

Die Flüchtlingsbeauftragte Sabrina Lippert.

Manchmal, so sagt Sabrina Lippert, gibt es ganz kuriose Fälle. „Wenn Paare nicht verheiratet sind und den Asylantrag nicht gemeinsam gestellt haben, zum Beispiel. In einem Fall wurde er anerkannt und sie abgelehnt.“ 

Mutter muss ausreisen, Kind darf bleiben

Bei einer anderen Familie ist es noch wilder: Der Vater befindet sich noch im Verfahren, die Mutter wurde abgelehnt und die kleine Tochter wurde anerkannt. „Die Entscheidungen sind oft nicht nachzuvollziehen“, sagt Sabrina Lippert. 

Besonders ein Fall bereitet ihr und Ordnungsamtsleiter Sebastian Putz gerade Kummer: Es geht um einen jungen Mann. Sein Asylantrag wurde abgelehnt, auch die Klage scheiterte. „Er hat eine Arbeitsstelle, macht dort einen guten Job, fällt niemanden zu Last und ist integriert“, sagt Sebastian Putz.

Letzte Hoffnung Härtefallkommission

Letzte Hoffnung könnte für ihn die Härtefallkommmission sein. Diese ist weisungsfrei und unabhängig. Ihr gehören Ärzte, Vertreter der katholischen und evangelischen Kirche, der Wohlfahrtsverbände, von Flüchtlingsorganisationen, einer Ausländerbehörde und der Landesregierung an. Im kommenden Jahr, so sagt Sabrina Lippert, soll ein neues Gesetz in Kraft treten. Danach sollen die Flüchtlinge, die eine Arbeit haben, so lange bleiben dürfen, wie das Arbeitsverhältnis Bestand hat. Darauf hoffen die Nachrodt-Wiblingwerder Helfe

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