Tote Tiere in der Tonne

Ertrunken in der Wassertonne.

Nachrodt-Wiblingwerde – Jämmerlich ertrunken: Ein Eichhörnchen und eine Ratte kamen ums Leben, weil sie es nicht mehr geschafft hatten, aus einer Wassertonne auf dem evangelischen Friedhof an der Wiblingwerder Straße herauszuklettern. Nicht das einzige Dilemma auf dem Friedhof.

Mit einem Foto von den toten Tieren hat Renate Wirth eine größere Diskussion in der Gemeinde ausgelöst – es geht um den elenden Tod, die Wasserversorgung auf dem Friedhof und die allgemeinen Zustände dort. „Die Kirchengemeinde muss endlich aktiv werden und die Wasserleitung reparieren“, sagt Renate Wirth. 

Fünf Wassertonnen gibt es als Notlösung, damit die Friedhofsbesucher die Kannen nicht den steilen Weg zu den Gräbern schleppen müssen. „Da stehen Hölzer drin, damit die Tiere, die reinpurzeln, auch ‘rausklettern können“, sagt Alexandra Vogel-Slodowicz, die sich mit ihrem Gartenbauunternehmen immer wieder kümmert – ohne Dauerauftrag übrigens. 

Allerdings würden die Hölzer ‘rausgenommen und durch die Gegend geworfen. „Da wird viel Krimskrams gemacht, auch Gießkannen verschwinden und ein Grabrahmen wurde mit Sprühfarbe beschmiert“, sagt die Gärtnerin und findet: „Statt das Bild auf Facebook zu posten, hätte man die toten Tiere auch aus der Tonne ‘rausholen können.“ 

Desolater Zustand auf dem Ev. Friedhof Nachrodt

Fakt ist: Die Wassertonnen-Lösung scheint nicht optimal. „Die Regentonnen sind oft nur 20 Zentimeter gefüllt. Man kann es gar nicht schaffen, sich so tief ‘runterzubeugen, um an die Pfütze zu kommen. Das schaffen alte Leute erst recht nicht – und das sind ja die meisten, die die Gräber pflegen“, erklärt Renate Wirth, die auch schon einen toten Vogel in einer Wassertonne gefunden hat. 

Sie findet den gesamten Zustand des Friedhofes als Zumutung. „Er verkommt immer mehr. Wenn wir Besuch von Verwandten haben und zum Grab gehen, dann gucken die sich nur verwundert um und schütteln mit dem Kopf. Das ist einfach nicht schön, was da passiert“, ist die Nachrodterin traurig. Pastor Kube war für eine Stellungnahme von der Kirchengemeinde gestern nicht zu erreichen. 

Am 31. Dezember 2033 soll offiziell die letzte Beerdigung stattfinden. Die defekte Wasserleitung, die gesperrte Kapelle und die geschlossene Toilette sind seit mehr als einem Jahr ständig Thema.

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