Keller entkernt, jetzt ist das Dach marode?

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Das Amtshaus ist eingerüstet

Nachrodt-Wiblingwerde -  Der Keller ist entkernt, die Sanierung könnte starten. Da kommt das zweite Dilemma daher. Denn auch das Dach des Amtshauses ist marode. „Wenn man erhebliche Summen investiert, dann sollte man sich schon das ganze Gebäude anschauen“, sagt Bauamtsleiter Dirk Röding. Und prompt wurden am Dach Schäden festgestellt.

Die Firstpfannen sind nicht mehr so befestigt, wie sie sein sollten. Der Mörtel ist mit den Jahren zerbröselt – ein Prozess, der eigentlich zu erwarten war, aber „dass die Zeit jetzt so drängt, ist doch überraschend“, so Dirk Röding.

Es regnet nicht rein – und das Dach bricht auch nicht zusammen, aber Handlungsbedarf besteht. Ein Sachverständiger für Dachaufbauten soll sich nun den Stand der Dinge anschauen – auch feuchte Stellen soll es irgendwo geben.

Aktuell gibt es eine Notsicherung, damit eventuell herabstürzende Dachpfannen niemanden treffen. Schlimmer als im Keller kann es indes nicht kommen. Denn dort hatte sich „jemand“ breit gemacht, mit dem nicht zu spaßen war.

Stachybotrys chartarum heißt der Schimmelpilz, der von einem Hygieneinstitut analysiert wurde und der das komplette Aktenlager angegriffen hatte. 1300 Akten aus dem letzten und vorletzten Jahr, Standesamt-Bücher, Kassenbelege und Jahresrechnungen, die ein Leben lang aufbewahrt werden müssen, waren in einem Lagerraum im Keller des unter Denkmalschutz stehenden Amtshauses fein säuberlich „aufgetürmt“.

Fünf Prozent aller Unterlagen wurden von Stachybotrys chartarum für immer vernichtet. Den Rest konnte Jürgen Herche, der die gleichnamige Firma Holz- und Bautenschutz in Lüdenscheid betreibt, retten. Nun ist der Keller entkernt – kein Fußboden, kein Wandbelag weit und breit.

Vor der Planungs- und Bauausschusssitzung am 13. Februar findet nun ab 16.30 Uhr eine Begehung statt – „da kann jeder mal einen Blick werfen, auch, um zu sehen, warum das so lange gedauert hat“, sagt Bürgermeisterin Birgit Tupat. Während der anschließenden Sitzung, die um 17 Uhr in den Räumen an der Hagener Straße 96 beginnt, wird den Kommunalpolitikern ein Sanierungskonzept vorgelegt. Dann wird es aber sehr wahrscheinlich noch nicht um das Dach gehen.

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