„Nicht unterkriegen lassen“

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Jürgen Huwig (l.) führt Hans-Jürgen Hohage (r.), und dessen Stellvertreter Karl-Kurt Heering in die Buchführung des verstorbenen Vorsitzenden Horst-Dieter Huwig ein. ▪

NACHRODT-W‘WERDE ▪ Schwierig stellt sich derzeit die Situation des Kulturverbandes der Gemeinde Nachrodt-Wiblingwerde dar: Nach dem Tod seines Sprechers Horst-Dieter Huwig wählten die Vertreter am Sonntag bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung ein neues Führungsduo: Zu seinem neuen Sprecher bestimmte das Gremium einstimmig Hans-Jürgen Hohage. Karl-Kurt Heering fungiert als sein Vertreter. Dieses Amt war bisher nicht besetzt gewesen.

Beide Sprecher sollen zudem die Verfügungsberechtigung über die Konten des Kulturverbandes bekommen. Diese sind derzeit noch gesperrt, weil der verstorbene Horst-Dieter Huwig namentlich als Kontoinhaber hatte fungieren müssen. Erst wenn die Erbschaftsangelegenheiten geklärt sein werden, kann der Kulturverband wieder über seine Barmittel verfügen. Horst-Dieter Huwigs Bruder Jürgen Huwig berichtete vom aktuellen Stand der Bemühungen, dieses Geld wieder freizubekommen und von der durchweg transparenten Buchführung seines Bruders. Wenig Verständnis hatte die Versammlung für mangelnde Kooperationsbereitschaft der Sparkasse, die bisher keine Alternative zu einer personengebundenen Kontoführung sieht. Um zu vermeiden, dass noch einmal eine solche Situation eintritt, möchte der Kulturverband in Zukunft gerne als juristische Person die Möglichkeit haben, Konten als Verband zu führen.

Zweites wichtiges Thema war die zukünftige Funktion des Kulturverbandes, der gegründet worden war, um Zuwendungen der Gemeinde auf die Kulturschaffenden zu verteilen. Da die Gemeinde den Verband aber seit 2010 nicht mehr unterstützt, ist diese Funktion längst Geschichte. Der Kulturverband will sich deshalb stärker als bisher der Aufgabe stellen, die Kulturarbeit in der gesamten Gemeinde zu koordinieren. Zur Klärung seiner Aufgaben will der Verband seine Satzung überarbeiten.

Als erste Herausforderung aus der Rubrik „Koordination der Kulturarbeit“ diskutierten die Vertreter ausgiebig über das Adventskonzert in der Lennehalle am ersten Advent, das gleichzeitig mit dem an den Holensiepen umgezogenen Adventsmarkt stattfinden soll.

Seitens der Gemeinde gebe es Bedenken wegen des hohen Verkehrsaufkommens, wenn beide Veranstaltungen an einem Tag stattfinden würden, hieß es. Andererseits gebe es keine Termin-Alternative für das Adventskonzert außer jener, es zu einem Neujahrskonzert werden zu lassen. Andere Aufführungsorte als die Lennehalle, etwa die Kirchen der Gemeinde, seien zudem zu klein. Nicht zuletzt wegen der langen Tradition des Adventskonzerts äußerte Werner Griesel, Vertreter des Kulturverbandes im Sport- und Kulturausschuss der Gemeinde, schwere Bedenken gegen einen Verzicht auf das Adventskonzert. Mit der Gemeinde soll nun über die möglichen Verkehrsprobleme am 1. Adventssonntag und ihre mögliche Lösung gesprochen werden. „Wir lassen uns als Chöre nicht unterkriegen. Wir wollen ein Konzert am 1. Advent – wie sich das gehört“, hieß es aus der Runde.

Eine weitere Hiobsbotschaft hatte Werner Griesel zu Beginn der Sitzung verkündet: Gunter Obstfeld, Vorsitzender des MGV Frohsinn, war kurzfristig ins Krankenhaus eingeliefert worden und konnte deshalb nicht an der Sitzung teilnehmen. ▪ thk

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