Wieviel Geld ist der Gemeinde Kulturarbeit wert?

Auch das Amateurtheater Brettken am Drögen Pütt – hier bei einer Aufführung von „Der Zauberer von Oz“ im Dezember 2010 – leistet in den Augen des Kulturverbands wertvolle Arbeit für die Gemeinde. Foto: MZV-Archiv

NACHRODT-WIBLINGWERDE - Tut die Gemeinde genug für die kulturschaffenden Vereine? Diese Frage hat Werner Griesel, Vertreter des Kulturverbandes im Sport- und Kulturausschuss, am Donnerstagabend aufgeworfen.

Der Sport- und Kulturausschuss befasste sich mit dem Haushaltsplanentwurf für 2014, als Griesel eine Lanze für die beiden Männerchöre in Nachrodt und Wiblingwerde und für das Amateurtheater Brettken am Drögen Pütt brach: Die verschwindend geringe Fördersumme im Haushalt – Griesel sprach von 280 Euro, doch tatsächlich dürfte der Betrag noch niedriger liegen – könne auch gleich ganz gestrichen werden, sagte er mit bissiger Ironie. „Wenn es der Gemeinde ernst wäre mit der kulturellen Förderung, sollten 5000 Euro in den Haushalt eingestellt worden“, forderte Griesel weiter und betonte, dass die drei genannten Vereine mit ihren Darbietungen wesentlich das kulturelle Leben in der Gemeinde gestalten. Damit liege der Haushaltsansatz sogar noch unter der früher gewährten Fördersumme von 6750 Euro.

Griesel war sich zwar bewusst, dass eine solche Förderung eine freiwillige Ausgabe der Gemeinde wäre, die sie in ihrer derzeitigen finanziellen Situation eigentlich gar nicht leisten dürfte. Er empfahl den Politikern allerdings, „einfach mal den Mut zu haben und abzuwarten, was die Kommunalaufsicht dazu sagt“.

Überraschenderweise regte sich im Ausschuss kaum Widerspruch, obwohl den Politikern zweifellos klar war, dass der Haushaltsplan für derartige Wohltaten keinen Spielraum bietet. CDU-Ratsherr Otmar Zilt pflichtete Griesel sogar bei, als er dessen Forderung nach mehr Geld für die Chöre und die Theatergruppe als „voll und ganz richtig“ bezeichnete. Allerdings schränkte auch Zilt ein, dass für die Förderung dieser Vereine verwendetes Geld an anderer Stelle eingespart werden müsse.

Die Ausschussmitglieder wollen nun in den Beratungen in ihren Fraktionen nach Möglichkeiten suchen, mehr Geld für die kulturschaffenden Vereine bereitstellen zu können. Die endgültige Entscheidung darüber, mit welcher Summe die Kultur in der Gemeinde unterstützt werden kann, wird der Rat treffen. Er kommt am Montag, 25. November, zu seiner nächsten Sitzung, um dann über den gesamten Haushaltsplan für das Jahr 2014 zu entscheiden. - Volker Griese

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