Wo sind die Macher und die Kümmerer ?

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Guter Dinge im Sozial- und Kulturausschuss: Bürgermeisterin Birgit Tupat und Ordnungsamtsleiter Sebastian Putz.

Nachrodt-Wiblingwerde -  Menschen mit einer neuen Idee gelten so lange als Spinner, bis sich die Sache durchgesetzt hat. Und genau diese „Spinner“ sucht die Gemeinde. Genauer: der Kulturausschuss. Denn: Die Kultur soll auf neue Füße gestellt werden. Klaus-Dieter Jacobsen, neuer Vorsitzender des Sozial- und Kulturausschusses, möchte sich mit seinen Mitstreitern nicht nur mit den Themen Flüchtlinge und Spielplätze beschäftigen.

 „Was sollen, was müssen, was können wir unter dem Oberbegriff Kultur und Soziales anbieten? Wir können auch etwas frei gestalten“, so Jacobsen. Gerade die Kultur entstehe nicht durch Erlasse, die Kultur müsse auch von der Bevölkerung selbst kommen. „Lass doch mal jemanden spinnen. Ohne Spinner würde die Welt stehen bleiben.“ Klaus-Dieter Jacobsen denkt zum Beispiel an Kooperationen von Vereinen. „Wir bauen eine Bühne in der Lenne und lassen dort jemanden auftreten. Oder was ist mit einem Open-air-Kino an der Lenne? Wer nicht wagt, der nicht gewinnt“, meint der CDU-Politiker.

Im Sozialbereich müsse man vielleicht auch über andere Wohnformen nachdenken. „Da muss man nicht alles neu erfinden, da muss man nur anders zusammen arbeiten“, so Jacobsen, der auch für junge Leute ein Internet-Café ins Gespräch bringt. Ziel ist es, die Gemeinde nach vorne zu bringen.

 Die Ausschussmitglieder nahmen gern den Ball auf, verharrten nicht im Stillschweigen. „Wenn man eine Idee hat, findet man oft Menschen, die mithelfen, dies zu finanzieren“, so Bürgermeisterin Birgit Tupat. „In Schalksmühle gibt es einen Theaterkreis“, berichtete Petra Triches, Fraktionssprecherin der UWG. Dass es Bedarf gibt, – daran zweifelt niemand. Jemand, der sich mit Veranstaltungen gut auskennt, ist Ronny Sachse, Vorsitzender des Kulturschocks und für die SPD im Sozial- und Kulturausschuss. „Das Schwierige ist einfach, als einzelner Verein immer um finanzielle Unterstützung zu bitten. Wenn ich fünf Mal zum Beispiel zur Sparkasse gehe, dann sagen die auch irgendwann, dass jetzt mal gut ist. Aber wenn wir ein Konzept für die gesamte Gemeinde entwickeln, könnte man vielleicht auch ein Budget für ein ganzes Jahr aushandeln. Es ist einfacher, wenn die Bürgermeisterin an die Tür klopft, als wenn ich das mache.“ Interessant sei allerdings die Frage, wer denn zu den Veranstaltungen komme. Die Leute würden sich zwar freuen, wenn etwas angeboten würde, dann sei es dennoch fraglich, wer letztendlich auch komme. „Das ist ein finanzielles Risiko für den Verein“, so Ronny Sachse, der sich wünschen würde, den Kulturverband wieder aufleben zu lassen. „Vielleicht bekommen wir dann Sponsoren.“

Auch Jens Philipp Olschewski als Fraktionsvorsitzender der CDU glaubt, dass man einen Schritt weiterkommt, wenn man auf allen Ebenen enger zusammenarbeitet: „Was bietet der eine, was benötigt der andere.“ In dieser Angelegenheit ist der Heimat- und Verkehrsverein bereits unterwegs, der aktuell eine Plattform aufbaut. Und dann gab es gar eine konkrete Idee: Da sich nicht jeder Bürger in einem Verein engagieren möchte, dennoch vielleicht bereit ist, an der einen oder anderen Stelle ehrenamtlich mitzuhelfen, möchte man einen Ehrenamtspool einrichten.

 „Jeder, der Interesse hat, kommt dann in den Verteiler. Und wenn eine Veranstaltung ansteht, gibt es eine Rundmail. Wer Zeit und Lust hat, macht dann mit“, so Ronny Sachse. Wie es geht, macht Christian Pohlmann mit dem Hallentrödel vor. „Das ist schon gut eingerichtet“, sagt Elfriede Sickart (CDU). Klaus-Dieter Jacobsen: „Wir brauchen die Macher, die Kümmerer, die Spinner, die, die hinterher aufräumen und so weiter und so fort.“ Jens Philipp Olschewski sieht dies auch als guten Weg, Politik näher an die Bürger zu bringen. „Viele Leute denken vielleicht: Was entscheiden die denn da.“ Dem stimmt Klaus-Dieter Jacobsen zu: „Hier sitzen vielleicht drei Prozent der Bevölkerung. Die anderen 97 Prozent wissen es hinterher besser und hätten es anders gemacht. Dann lass sie uns doch im Vorfeld ins Boot holen.“

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