Kunst aus der "Hütte": Das macht die Werke von Birgit Belkot so besonders

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Birgit Belkot mit ihrem ersten Werk.

Nachrodt-Wiblingwerde – Sie malt in einer "Hütte" im Garten, experimentiert und probiert Neues: Das macht die Werke von Birgit Belkot so besonders.

„Es gibt Maler, die die Sonne in einen gelben Fleck verwandeln. Es gibt aber andere, die dank ihrer Kunst und Intelligenz einen gelben Fleck in die Sonne verwandeln können“, soll Pablo Picasso einmal gesagt haben. Manche Talente arbeiten ganz im Verborgenen, im stillen Kämmerlein, im abgelegenen Dorf – wie Birgit Belkot. 

In Brenscheid hat sie nicht einmal ein Atelier – sondern malt in der „Hütte“ im Garten. Mittlerweile weiß sie allerdings nicht mehr, wohin mit den Bildern. „Manche Bilder sind auch im Mülleimer gelandet“, schmunzelt die 54-Jährige, die vor neun Jahren mit dem Malen begann. 

"Die Idee passiert beim Malen"

„Ich sah ein Bild von meinem Neffen und dachte mir: Wieso kannst du das nicht? Und dann habe ich mir Farben gekauft und einfach angefangen.“ Ihr Erstlingswerk mit Acrylfarben machte sofort Mut, weiter zu machen: eine Art Blick ins Feuer mit wildem Charakter und dennoch sehr akkurat, sehr diszipliniert, sehr durchdacht. 

Anders, fast geradezu aufwühlend, ein Bild, das gerade gerahmt im Esszimmer hängt: ein ungezähmtes Meer mit – wenn der Betrachter es so will – Sektkelchen und Muscheln im Sand. „Ich denke mir nichts dabei“, erzählt Birgit Belkot. Sie möchte es lieber dem Betrachter überlassen, was er sehen möchte. „Die Idee passiert beim Malen.“ 

Neue Wege mit Acrylic Pouring

Abstrakte Kunst. Ausprobieren, verwerfen, den Kopf ausschalten, das Gefühl fließen lassen: Die Hobby-Künstlerin malt aus dem Herzen und hatte das eine oder andere Mal selbst Gänsehaut, wenn ihr ein Bild gelang – wie bei einem außergewöhnlichen Werk mit Pastelltönen, auf dem im Querformat gesehen vielleicht ein Hummer, im Hochformat ein Vogel zu entdecken ist mit riesigen Luftblasen in Weiß, als i-Tüpfelchen ein Schriftzug. 

Und weil malen experimentieren ist, geht Birgit Belkot gerade auch neue Wege mit dem Acrylic Pouring. Das ist eine Fließtechnik, bei der die Ergebnisse nicht vorhersehbar sind. „Und genau das finde ich so spannend“, sagt die Brenscheiderin. Es ist ein kreatives Spiel, bei dem man nicht mit dem Pinsel arbeitet, sondern bei dem die Farben in Bechern gemischt und auf die Aluplatte gestülpt werden. Für das Aufspringen der Farben als einzelne Zellen sorgt Silikonöl. „Es fasziniert mich, was dabei raus kommt. Selbst wenn man die gleichen Farben nimmt, bekommt man unterschiedliche Ergebnisse“, sagt die Künstlerin. 

Es heißt: Loslegen, wird schon klappen

Aber sie traut sich an noch mehr heran – nämlich an die Art zu arbeiten wie der Pop-Art Künstler Devin Miles. Er hat in der Verbindung von Leinwand oder gebürsteten Aluminiumplatten, Airbrush und Siebdruck eine eigene Technik entwickelt. Birgit Belkot arbeitet gerade an einem Bild mit dem Motorrad ihres Mannes Arndt, das sie mit dem Laserdrucker ausgedruckt und dann auf Malpappe geklebt hat. 

Das Ortsschild Brenscheid soll auch verewigt werden. Und dann heißt es: loslegen, wird schon klappen. Bisher hatte Birgit Belkot noch keine Ausstellung. Sie hat ein Werk auf der Online-Plattform Etsy für handgemachte Produkte angeboten. „Verramschen möchte ich die Bilder nicht“, sagt die sympathische Künstlerin, die sich mit der Malerei einen Herzenswunsch erfüllt. Und noch heute denkt sie manchmal an ihre Kunst-Lehrerin in der weiterführenden Schule, die ihr alle Freude genommen hatte, ihre Sachen als Schrott bezeichnete. So können sich Lehrer irren.

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