„Hier wird schön gemordet“

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Ob heiter oder auch bitter ernst, die Krimistoffe aus dem Sauerland haben allerhand zu bieten.

Nachrodt-Wiblingwerde - Immer mehr Krimiautoren haben die sauerländische Idylle als Tatorte entdeckt. Ermittler haben es mit dem sturen Volk nicht immer leicht, aber grade das gibt den Morden zwischen Mistgabeln und grünen Hügeln Würze. Gerlinde Fuhrmann war am Dienstag mit einem Best of der Sauerlandkrimis aus der Buchhandlung Katerlöh zur Katholischen Frauengemeinschaft gekommen - ein vergnüglicher und spannender Leseabend.

Viele Handlungsorte haben Wiedererkennungswert. Ganz besonders in Michael Wagners ,,Lünsch Mord”, der nur einen Katzensprung von Wiblingwerde entfernt spielt, dürften Leser den Tat- und Ermittlungsstätten schon mal begegnet sein. Gerlinde Fuhrmann schätzt Herz und Humor an diesem Buch. ,,Hier wird schön gemordet”, bringt es die Buchhändlerin auf den Punkt.

Weitaus härter geht es in Bettina Lausens ,,Das vermisste Mädchen” zu. Der Rahmenhandlung fehlt in diesem Fall jeglicher Humor, denn Privatdetektivin Helena Briest muss im Umfeld einer afrikanischstämmigen Familie ermitteln, deren Tochter verschwunden ist. Die Handlung spielt in Menden und reicht bis ins Frauenbeschneidungsmilieu. ,,Sehr dicht, sehr spannend, aber mit harten Themen”.

Blutiger geht’s zu beim Autorenduo Welter und Gantenberg in ,,Kalt geht der Wind”. Zwei Männer wollen bloß einen schönen Angelausflug genießen, ziehen anstatt eines dicken Fischs jedoch eine hart zugerichtete Frauenleiche aus dem Wasser. Für Komissarin Inka Luhmann der erste Fall, den sie im Sauerland zu lösen hat - im Umfeld eines ehemaligen Schützenkönigs.

Viel Misstrauen schlägt der jungen Ermittlerin entgegen, was die Autoren sehr ansprechend geschildert haben. ,,Ein Krimi der härteren Gangart, aber echt lesenswert”, lobte Gerlinde Fuhrmann im katholischen Vereinshaus.

Auch Kathrin Heinrichs, die den Sauerlandkrimi sehr berühmt gemacht hat, war in der vorgestellten Auswahl drin: ,,Nichts wie es war” kommt ohne den bekannten Protagonisten Vincent Jakobs aus. Die Hauptrolle übernimmt der von einem Schlaganfall gebeutelte Anton, der nicht glauben kann, dass sein bester Freund seine Pflegekraft ermordet haben soll. Anton besorgt sich kurzerhand selbst eine polnische „Perle“, um mit ihr gemeinsam dem Verbrechen auf die Spur zu kommen.

Im neusten Olpe-Krimi zeigt auch Bäuerin Anna sehr mutig: Sie stellt sich am Entlasstag des Mörders ihres Mannes Klaus vor die JVA Attendorn. Ein großer Fehler, wie sich im weiteren Verlauf herausstellt. Denn Anna gerät dadurch in die Fänge der Russenmafia.

Der Leseabend der KFD zeigte deutlich, dass der Sauerlandkrimi ein literarisch ernstzunehmendes Genre gebildet hat. ,,Es gibt noch viel mehr”, erklärte Gerlinde Fuhrmann. Alles vorzustellen hätte den Abend allerdings gesprengt.

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