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Nachrodt hat nicht den kleinsten Kreisel Deutschlands

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Von: Susanne Fischer-Bolz

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Der Kreisverkehr an der von-Bodelschwingh-Straße/Kirchstraße ist nicht der kleinste in Deutschland.
Der Kreisverkehr an der von-Bodelschwingh-Straße/Kirchstraße ist nicht der kleinste in Deutschland. © Fischer-Bolz, Susanne

Nein, es ist nicht der kleinste Kreisverkehr Deutschlands. Es gibt noch kleinere. „Zum Beispiel in Iserlohn-Kalthof, da ist es schon echt lustig, drumherum zu fahren“, sagt Marc Trappe vom Bauamt der Gemeinde. Dass es Bürger gibt, die sich über den Mini-Kreisverkehr an der von Bodelschwingh-Straße/Kirchstraße aufregen, findet er merkwürdig

Nachrodt-Wiblingwerde – Auch gibt es Diskussion in den sozialen Medien darüber, ob man einfach geradeaus fahren könne. Man könne das durchaus machen, glauben einige offenbar. „Sehr intelligent. Wer in der Fahrschule aufgepasst hat, weiß, dass man weiße, durchgehende Streifen nicht überfahren darf“, sagt Marc Trappe. Zudem gibt es ein passendes Verkehrsschild. Und: Bald wird auch noch eine Markierung aufgebracht, damit auch der letzte Verkehrsteilnehmer den Mini-Kreisel erkennt.

Ist ein Witz?

„Dieser Kreisverkehr ist ein Witz und ehrlich wurden hier Gelder zum Fenster rausgeschmissen“, schreibt eine Nachrodterin auf Facebook. Tatsächlich das Gegenteil der Fall. Dass der Kreisel so flach ist und keine Aufbauten mehr hat, ist aus wirtschaftlicher Sicht sinnvoll, da die Aufbauten erfahrungsgemäß kein halbes Jahr halten und besonders von Lkw-Fahrern kaputt gefahren werden. Das kann jetzt nicht mehr passieren. „Auch wenn sie die Verkehrsschilder krumm fahren, halten sie ja nicht an“, erzählt Marc Trappe aus Erfahrung.

Manche dürfen geradeaus

Es gibt übrigens Fahrzeuge, die nicht um die Kurve rollen müssen: Feuerwehrautos haben im Einsatz Sonderrechte. Und auch ein Rettungswagen darf geradeaus: „Für einen Patienten, der beispielsweise einen Oberschenkelhalsbruch hat, ist es sicher besser, wenn langsam über die Fläche gefahren wird, als wenn sich das Auto durch die Kurve quält“, sagt Marc Trappe.

Drei Arten Kreisverkehre

Es gibt, wie der ACE-Autoclub berichtete, grundsätzlich drei Arten von Kreisverkehren in Deutschland: Minikreisverkehre wie in Nachrodt, die nur einen Durchmesser von 13 bis 22 Metern haben. Deshalb gibt es dort auch keine Bepflanzung der Mittelinsel. Der Bereich ist gepflastert, damit Fahrzeuge wie Lastwagen oder Busse den Kreisel trotz ihres großen Wendekreises durchfahren können. Kleine Kreisverkehre mit einem Durchmesser von 26 bis 50 Metern haben dagegen keine befahrbare Mittelinsel. Größere Fahrzeuge können aber meist zusätzlichen Platz nutzen, indem sie die innen abgesetzte, durchgezogene Linie überfahren.

Flüssiger Verkehr auch im Kleinen

Bei großen Kreisverkehren ist das nicht nötig. Sie haben einen Durchmesser von mehr als 40 Metern. Zwei- bis dreispurig angelegt, sind sie vor allem außerhalb geschlossener Ortschaften oder in Großstädten zu finden. 2016 gab es deutschlandweit 13 500 Kreisverkehre, mittlerweile dürfte sich die Zahl erheblich vergrößert haben. Inzwischen ersetzen Kreisverkehre zunehmend Kreuzungen mit und ohne Ampeln. Laut Unfallforschung sorgen Kreisverkehre für einen sichereren und flüssigeren Verkehrsablauf. Auch im Kleinen.

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