Geteiltes Echo auf CDU-Pläne für neues Gewerbegebiet

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CDU-Fraktionschef Peter Herbel verteidigte seine Idee von einem Gewergebiet an der L 692.

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Ob sich die Idee der CDU, an der L 692 bei Haste/Oevenscheid ein Gewerbegebiet auszuweisen, jemals wird realisieren lassen, steht in den Sternen. Der Planungs- und Bauausschuss der Gemeinde hat aber am Dienstagabend immerhin einstimmig beschlossen, die Chancen ausloten zu lassen.

Bevor die Ausschussmitglieder den CDU-Antrag berieten, hatte Kreislandwirt Günter Buttighoffer Gelegenheit zur Stellungnahme. Erwartungsgemäß war er kein großer Fürsprecher des Projektes, denn er sah den Verbrauch an landwirtschaftlichen Flächen, den ein Gewerbegebiet an dieser Stelle zur Folge haben würde. „Was einmal versiegelt ist, ist für die Landwirtschaft und die Lebensmittelproduktion verloren“, mahnte er zu verantwortungsvollem Umgang mit der Landschaft. In Gesprächen mit den Eigentümern habe er auch kaum Bereitschaft gespürt, Land zu verkaufen.

Insbesondere die CDU-Fraktion, aber auch die UWG sah aber anschließend vor allem die Chance für die Gemeinde, durch Ansiedlung neuer Gewerbebetriebe die Steuereinnahmen zu erhöhen. CDU-Ratsherr Ulrich Gülicher wies mit Blick auf Buttighoffers Einwand darauf hin, dass die Politik auch denen verpflichtet sei, die keine Landwirte seien. Am meisten Verständnis für die Sorgen der Landwirte hat scheinbar die SPD-Fraktion, deren Vorsitzende Susanne Jakoby Bedenken gegen das Vorhaben anmeldete: „Für ein Mini-Gewerbegebiet, das kaum Gewinn abwirft, soll die Landschaft zerstört werden“, sah sie Nutzen und Nachteile nicht in einem ausgewogenen Verhältnis.

Die Problematik, dass durch ein Gewerbegebiet Naturraum zerstört würde, hatte die Bezirksregierung schon vor 14 Jahren gesehen. Schon damals hatte es ähnliche Bestrebungen gegeben, letztlich hatte sich der Rat mehrheitlich gegen ein Gewerbegebiet entschieden. Für den CDU-Fraktionschef und Ausschussvorsitzenden Peter Herbel ist das aber kein Grund, nicht einen erneuten Versuch zu unternehmen. „Die Probleme sind natürlich aber bekannt, aber wir können doch nicht die Hände in den Schoß legen“, sagt er angesichts finanzieller Zwänge.

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Bei den einen mag es letztlich die Hoffnung auf Erfolg gewesen sein, bei den anderen vielleicht die Überzeugung von der Aussichtslosigkeit des Unterfangens. Jedenfalls beauftragte der Ausschuss die Gemeindeverwaltung schließlich einstimmig , in Gesprächen mit Kreis und Bezirksregierung zu prüfen, ob sich im Bereich Haste/Oevenscheid ein Gewerbegebiet realisieren lässt. ▪ Volker Griese

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