Ein Halstuch als Willkommensgruß

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Sandra Heisler (l.) hat die Halstücher für Neugeborene entworfen und präsentiert sie hier zusammen mit Bürgermeisterin Tupat. Rechts im Bild: Anette Freiwat mit Informationsmetarial für frisch gebackene Eltern.

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Mit einem kleinen Geschenk der Gemeinde können Neugeborene aus Nachrodt-Wiblingwerde jetzt ins Leben starten: Ab sofort erhalten sie ein besticktes Halstuch, das ihren Eltern während eines Willkommensbesuches des Kreisjugendamtes als Gruß der Gemeinde überreicht wird.

Die Willkommensbesuche bei Familien mit Neugeborenen führt der Märkische Kreis seit fast zwei Jahren an. In Nachrodt-Wiblingwerde sucht beispielsweise Anette Freiwat die Eltern auf, die gerade Nachwuchs bekommen haben. „Das Angebot ist absolut freiwillig, und wir wollen auch niemanden kontrollieren. Es geht darum, möglichst früh mit den Eltern in Kontakt zu kommen und ihnen mit Rat und Hilfe zur Seite zu stehen“, erklärt die Diplom-Sozialpädagogin, um was es geht. Die Willkommensbesuche seien gleichwohl gut und wichtig. „Es geht um das Wohl des Kindes. Wir wollen die Familien unterstützen, um eine gute Erziehung zu ermöglichen“, so Freiwat. Wenn sie mit den frisch gebackenenen Eltern einen Besuchstermin vereinbart hat, steht sie normalerweise zwischen der achten und zwölften Woche nach der Geburt vor der Haustür. Im Gepäck hat sie dann neben einem kleinen Geschenk des Märkischen Kreises vor allem jede Menge Informationen zu Elterngeld, Kinderbetreuungsangeboten und Fördereinrichtungen, die in dem Eltern-Ordner „Gesund groß werden“ und in einem Elternbegleitbuch mit hilfreichen Adressen vor Ort gesammelt sind. „Wir wollen die Eltern beispielsweise darüber informieren, welche Anspruch auf Unterstützung sie haben.“ Zwischen 15 und 60 Minuten dauert ein solches Gespräch, tauchen Probleme auf, hilft das Kreisjugendamt auch in zusätzlichen Gesprächen weiter.

Knapp zwei Jahre nach dem Start dieses Angebotes hat Anette Freiwat festgestellt, dass die Akzeptanz für diese Beratungsgespräche steigt. „Es hat sich herumgesprochen, dass wir wertvolle Informationen liefern“, glaubt sie und verweist darauf, das in diesem Jahr fast drei Viertel der betreffenden Familien in der Doppelgemeinde von dem Gesprächsangebot Gebrauch gemacht haben.

Schon beim Start dieses Angebotes im Februar 2011 habe es in Nachrodt-Wiblingwerde Überlegungen gegeben, die neuen Erdenbürger auch mit einem kleinen Geschenk der Gemeinde zu begrüßen, blickt Bürgermeisterin Birgit Tupat zurück. „Allerdings war das eine schwierige Zeit für die Gemeinde: Die Bürgermeisterin war krank und es war auch kein Geld vorhanden“, so Tupat, die inzwischen als neues Gemeindeoberhaupt im Amt ist. Geld für freiwillige Leistungen für etwa Geschenke an Neugeborene hat die klamme Gemeinde zwar immer noch nicht, aber dafür ist die Bürgermeisterin persönlich eingesprungen. Die karierten Dreieckstücher für die jüngsten Einwohner ihrer Gemeinde bezahlt sie nach eigenen Angaben persönlich. Hergestellt werden die blauen, roten und grünen Accessoires übrigens in Rennerde von Sandra Heisler, die sich vor etwa zwei Jahren auf diesem Gebiet selbstständig gemacht hat. Gemeinsam mit Bürgermeisterin Tupat hatte sie überlegt, was sich als Willkommensgeschenk eignen könnte. „Es sollte etwas sein, das man direkt sieht“, erklärt sie, wie die Wahl schließlich auf die niedlichen Baumwolltücher mit der Stickerei „100 % Nachrodt-Wiblingwerde“ gefallen ist. Apropos gefallen – Birgit Tupat ist überzeugt, das richtige Geschenk ausgewählt zu haben: „Ich finde diese Idee total witzig.“ ▪ Volker Griese

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