Mehr Versicherungsschutz für Feuerwehrkräfte

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Gemeindebrandinspektor Michael Kling berichtete über 41 Einsätze für die Freiwillige Feuerwehr im vergangenen Jahr. Besonders ärgerlich seien die sechs Fehlalarme gewesen, bilanzierte er.

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr erfahren zusätzlichen Versicherungsschutz: Während in anderen Kommunen ausschließlich die Unfallkasse NRW zuständig ist, wenn ein Feuerwehrmann im Einsatz verletzt oder gar getötet wird, greift in der Doppelgemeinde seit dem 1. Februar eine Police bei einer Kommunalsversicherung.

Damit ist Nachrodt-Wiblingwerde schon weiter als die umliegenden Städte und Gemeinden, wie Georg Würth vom Feuerwehrverband Märkischer Kreis bei der Jahresdienstbesprechung der Blauröcke im Restaurant Holzrichter betonte.

Wehren im gesamten Kreis hatten den nicht ausreichenden Versicherungsschutz beklagt. Technisch aufwändigere und immer gefährlichere Einsätze erforderten mehr Absicherung im Hintergrund. Kreisbrandmeister Rainer Blumenrath erläuterte, warum es verstärkt dazu kommt: Der demografische Wandel habe auch die Feuerwehr zum Umdenken gezwungen: Immer mehr ältere und alleinstehende Menschen seien gefährdet, ließen Essen anbrennen oder würden als hilflose Personen aufgefunden. Die Wehren müssten sich für diese Fälle auf breiter Front vorbereiten. „Mit dem geplanten Brandschutz- und Rettungszentrum will ich mir kein persönliches Denkmal setzen, sondern auch zukünftigen Feuerwehrleuten eine adäquate Ausbildung bieten“, so Blumenrath.

Während der Jahresdienstbesprechung wurden neue Mitglieder in die Freiwillige Feuerwehr aufgenommen und bewährte Kräfte befördert.

Für die Nachrodt-Wiblingwerder Kollegen war Blumenrath voll des Lobes: Keine Wehr sei besser ausgebildet, als die kleine Gemeinschaft in der Doppelgemeinde. Wehrleiter Michael Kling widmete einen großen Teil seines Jahresberichts den absolvierten Ausbildungsmodulen. Auf Gemeinde-, Kreis- und Landesebene wurden die Aktiven für neue Herausforderungen geschult. Mit Mark Napierkowski, Thorben Bänsch, Sira Bruder, Yannik Heinrich und Patrick Douven wurden fünf neue Mitglieder aufgenommen. Befördert wurden Stefan Ullrich zum Unterbrandmeister, Jens Klatt zum Brandoberinspektor, Tim Herrmann zum Brandmeister, Timo Kayser und Kevin Flanz zum Hauptfeuerwehrmann, und Marvin Sassenscheid, David Jung, Felix Itzigehl, Andreas Gering, Florian Fischer und Christian Dorr zum Feuerwehrmann. Aus anderen Feuerwehren begrüßten die Kameraden die Unterbrandmeister Jens Grauel und Stefan Englert. Aktuell sind damit nun 68 Aktive in der Wehr vertreten, 21 Jugendliche und 40 Mitglieder in der Ehrenabteilung.

Seitens der Gemeindeverwaltung ist nun Axel Boshamer als Leiter des Fachbereichs II für die Wehr verantwortlich. Das war er auch in seinem früheren Tätigkeitsbereich in Kierspe, wo er mit Georg Würth zusammenarbeitete. Der hatte für Boshamers 20-jährige Tätigkeit für das Feuerwehrwesen einen Orden beim Deutschen Feuerwehrverband beantragt, der Boshamer am Samstag überreicht wurde. Michael Kling legte eine Spardose in Form eines Feuerwehr-Einsatz-Fahrzeugs oben drauf: „Auf dass sie immer gut gefüllt sei!“

Bürgermeisterin Birgit Tupat betonte in ihrem Grußwort, dass fast alle Wünsche nach Anschaffungen und Lehrgängen im vergangenen Jahr hatten erfüllt werden können und lobte die gute Zusammenarbeit mit der Wehrleitung. Die Umsetzung des Brandschutzbedarfsplans besitze großen Stellenwert. Den Arbeitskreis Marketing zur Neumitgliederwerbung wolle sie voll und ganz unterstützen.

Michael Klings Jahresbericht wies 41 Einsätze aus. 27 Prozent davon seien auf Notfallrettung entfallen. „Deshalb haben wir unser Türöffnungswerkzeug aufgerüstet.“ Ärgerlich für Kling seien sechs Fehlalarme gewesen: „Dass große Unternehmen ihre Brandschutzanlage nicht richtig warten lassen, werden wir künftig nicht mehr auf uns sitzen lassen!“ ▪ Ina Hornemann

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