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Kreis sieht keine Probleme in Veserde

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Von: Susanne Fischer-Bolz

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Anwohner Patrick Hamm hatte der Kreistagsabgeordneten Petra Triches (UWG) die verkehrstechnisch problematische Kurve auf der K 24 in Veserde gezeigt.	Fotos: UWG
Anwohner Patrick Hamm hatte der Kreistagsabgeordneten Petra Triches (UWG) die verkehrstechnisch problematische Kurve auf der K 24 in Veserde gezeigt. © Privat

Veserde ist ein romantisches Örtchen, keine Frage. Wer von Hohenlimburg die K24 hinauffährt, ist – ob er es schon 1000 Mal gesehen hat oder nicht – immer wieder fasziniert von der Schönheit der Landschaft. Doch seit der A45-Sperrung gehört Veserde zur Ausweichroute, der Verkehr „brettert“ durchs Dorf. Das sieht der Kreis anders.

Nachrodt-Wiblingwerde – Der Kreistag hatte im Juni auf Basis eines Antrages der UWG-Fraktion beschlossen, dass die Verwaltung beauftragt wird, mögliche Verkehrssicherungsmaßnahmen an der K24 in Veserde, an der Kreuzung Hohenlimburger Straße/Wiblingwerder Landstraße/Deierter Weg zu prüfen und darzustellen (wir berichteten). Jetzt liegt das eher ernüchternde Ergebnis der Prüfung vor und wird am Dienstag, 20. September, in der Sitzung des kreislichen Bau- und Straßenausschusses beraten und später im Kreistag noch mal Thema sein. Danach ist in Veserde alles in Ordnung.

„Ich bin ziemlich enttäuscht“

Petra Triches, UWG-Kreistagsabgeordnete und Fraktionssprecherin der UWG Nachrodt-Wiblingwerde, ist entsetzt: „Ich bin ziemlich enttäuscht, dass alles aufgezählt wird, was nicht geht, aber keine Lösungen aufgezeigt werden. Wir hatten in unserem Antrag um Lösungsvorschläge gebeten. Ich weiß nicht, wann die Geschwindigkeitsmessungen durchgeführt wurden, wahrscheinlich dann, wenn der Berufsverkehr durch war.“ Die letzte amtliche Verkehrszählung, so steht es in der Vorlage, ergab 1022 Fahrzeuge innerhalb von 24 Stunden mit einem unterdurchschnittlichen Lkw-Anteil. Das Unfallbild sei unauffällig. Die Geschwindigkeitsmessungen hätten keine überhöhten Geschwindigkeiten ergeben. Anträgen aus der Bevölkerung und von der Gemeindeverwaltung auf Reduzierung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit rein durch Verkehrszeichen wurde unter Hinweis auf die Rechtslage nicht entsprochen.

Verantwortung weitergeschoben

„Umgekehrt wurden Anregungen zur möglichen Geschwindigkeitsreduzierung durch Einbauten, Straßenbelagsänderungen, Parkregelungen auf der Fahrbahn oder Ähnliches seitens der Gemeinde bislang nicht verfolgt. Für Querungshilfen ohne eine deutliche Einengung der Fahrbahn müssten aufgrund der Gehwegsituation unter Umständen Grundstückskäufe getätigt werden“, schiebt der Kreis die Verantwortung auf die Gemeinde. Und: Üblicherweise seien in Ortsdurchfahrten ausreichende Gehwege durch die Kommune in Abstimmung mit dem Baulastträger anzulegen. Gehwege sind in Veserde auf einer Seite, nicht durchgängig und teils schmal dimensioniert.

Beschilderung „erübrigt sich“

„In der Annahme, dass sich der Pkw-Verkehr seit der Autobahnsperrung etwa verdoppelt hat und für mehrere Jahre so bleibt, hat sich das subjektive Sicherheitsgefühl der Anwohner nachvollziehbar geändert“, heißt es weiter in der Sitzungsvorlage. Eine Stelle im Zuge der Ortsdurchfahrt, an der ausreichend viele Fußgänger regelmäßig und konzentriert auf wenigen Metern die Fahrbahn queren oder an Stellen ohne Gehweg längs der Fahrbahn gehen (müssen), um einen Fußgängerüberweg anzulegen, sei nicht erkennbar; diese würden auch nur bei einem zweiseitigen Gehweg sinnvoll sein. Ähnlich sehe die Situation aus für ein Gefahrenzeichen „Fußgänger“ oder „Kinder“, gegebenenfalls in Verbindung mit einer punktuellen Geschwindigkeitsreduzierung. „Eine besondere Stelle, an der nicht nur einzelne Personen die Fahrbahn queren, ist nicht ersichtlich“, findet die Kreisverwaltung. Im Einmündungsbereich Deierter Weg sei aufgrund der schlechten Sicht und der engen Kurve die Geschwindigkeit bereits jetzt unter 30 km/h, sodass eine Beschilderung sich erübrige.

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