Besichtigung am Kreckelhaus

Nur das nackte Skelett zu retten

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Das Kreckelhaus ist augenscheinlich bis auf das nackte Skelett nicht mehr zu retten.

Nachrodt-Wiblingwerde – Neues vom Kreckelhaus: Eine Besichtigung hat stattgefunden und es gab auch Gespräche mit dem Eigentümer. Nachdem die Kommunalpolitiker im Dezember das Gebäude als mögliches neues Amtshaus ins Gespräch gebracht hatten, wurde jetzt das Thema auf Herz und Nieren geprüft.

„Es wäre vermessen, die Idee des Kreckelhauses nicht zu prüfen“, hatte Ronny Sachse (SPD) während der jüngsten Sitzung des Rates gemeint – und war ebenso wie die meisten anderen Ratsmitglieder von der Idee angetan, das leer stehende Gebäude unter die Lupe zu nehmen. „Das Gebäude ist bis auf das nackte Skelett nicht mehr zu retten“, sagt Bauamtsleiter Dirk Röding, der mit Ingenieur Holger Selve und Christian von Löbbecke im Kreckelgebäude war. Ob die Bausubstanz tatsächlich noch in Ordnung sei, müsste eine Untersuchung feststellen – denn unter ungewöhnlichen Bedingungen kann selbst guter Beton unter wechselndem Gefrieren, besonders wenn er nahezu vollständig wassergesättigt ist, geschädigt werden. „Ich sehe aber keinen Grund für weitere Untersuchung.“ 

Röding bezweifelt, dass eine energetische Wiederherstellung des Gebäudes unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten Sinn macht. Also käme wahrscheinlich eher ein Abriss in Frage. Kostenschätzung: 450.000 bis 500.000 Euro. „Das ist aber nur meine Schätzung“, so der Bauamtsleiter, der ebenfalls mit Bürgermeisterin Birgit Tupat und Kämmerin Gabriele Balzukat ein Treffen mit dem aktuellen Eigentümer hatte. „Der Eigentümer sagt selbst, dass eine Sanierung unwirtschaftlich ist“, so Birgit Tupat. Dass die Firma Mencosano, die eigentlich in Nachrodt Bereiche für die Tagespflege, später auch Bereiche für Intensivpatienten im Kreckelhaus unterbringen wollte und augenscheinlich aufgrund der Sanierungskosten aufgab, das Gebäude nicht an die Gemeinde verschenkt, versteht sich von selbst. 

Ein Kaufpreis von 300000 Euro ist im Gespräch. Zu dem Kaufpreis und den Abrisskosten kommt hinzu, dass das Kreckelhaus auf einem Erbpachtgrundstück steht, das Christian von Löbbecke gehört. „Für ihm käme vielleicht ein Grundstückstausch in Frage. Aber da müssen wir gucken. Einen riesigen Grundbesitz hat die Gemeinde ja auch nicht.“ Ob das Kreckelhaus die teuerste Variante im Rahmen der Vorschläge rund um ein neues Amtshaus ist, klingt wahrscheinlich, steht aber noch nicht fest. Denn aktuell werden noch alle Zahlen und Fakten zusammengestellt. Es werden vier Vorschläge rund um das Thema Amtshaus geprüft: Eine Idee ist, das vorhandene Amtshaus vollständig zu entkernen und zu sanieren und zudem einen Anbau zu errichten. 

Sollte das Amtshaus nicht mehr saniert werden können, sieht der Vorschlag Nr. 2 einen Abriss vor. An derselben Stelle könnte ein Neubau errichtet und die neue Fassade in gleicher Art und Weise hergestellt werden, „damit sich das Ortsbild nicht verändert.“ In diesen Fällen müssen die Amtshaus-Mitarbeiter für die Bauphase irgendwo untergebracht werden – sehr wahrscheinlich in Containern auf dem Märkischen Platz. Auch hierfür wurden bereits Kosten ermittelt. Idee Nr. 3 ist ein neues Gebäude am Standort Rastatt, was aber augenscheinlich niemand in Betracht zieht. Ein Neubau könnte auch – Vorschlag Nr. 4 – neben dem Nettomarkt entstehen. Dazu gab es Gespräche mit dem Eigentümer des Grundstücks. Auch dort müsste ein Gebäude abgerissen werden.

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