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Gedenktag: Thematik aktueller denn je

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Von: Lydia Schmitz-Machelett

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Kränze wurden an allen drei Ehrenmalen der Gemeinde niedergelegt
Kränze wurden an allen drei Ehrenmalen der Gemeinde niedergelegt © Machelett, Lydia

Es war die erste zentrale Gedenkfeier - und viele Menschen kamen deshalb gern nach Veserde.

Nachrodt-Wiblingwerde – „Ehrenmale sind Mahnmale. Sie halten die Erinnerung wach, dass Frieden kostbar ist und von uns allen gepflegt werden muss“, appellierte Pfarrerin Anke Leuning in Veserde an die Teilnehmer der Volkstrauertagveranstaltung. Etliche Teilnehmer hatten sich in der Dorfmitte zur Gedenkveranstaltung versammelt.

So voll war es lange nicht. Ein Zeichen, dass es keine schlechte Idee war, die drei Gedenkveranstaltungen in der Gemeinde zu zentralisieren. Mehr als 100 Besucher waren gekommen – zudem die Sänger des MGV Wiblingwerde, der Posaunenchor und die Mitglieder der Feuerwehr.

„Wir sorgen uns um den Frieden“

„Wir alle sind heute hier, weil wir uns um den Frieden sorgen“, sagte Anke Leuning. Längst ginge es am Volkstrauertag nicht mehr nur darum, den Opfern der beiden Weltkriege zu gedenken. Die Thematik des Gedenktages sei aktueller denn je. „Das erschreckende Ende in Afghanistan haben wir beispielsweise noch alle vor Augen. Viele deutsche Soldaten wurden verletzt, getötet, traumatisiert“, erklärte die Pfarrerin. Krieg und Gewalt seien etwas, das in vielerlei Hinsicht eine zerstörende Kraft habe – auch wenn der Krieg nicht direkt vor der Haustür tobe. Immer mehr Menschen hätten daher Angst, dass der Frieden zerbrechlicher werde. Eine Angst, die unter Umständen zu einem neuen Nationalsozialismus führe. „Diese Angst bewirkt genau das Gegenteil. Sie setzt gar alles aufs Spiel“, mahnte Anke Leuning. Die Menschen müssten begreifen, dass diese Welt zusammengehört und die Menschen aufeinander angewiesen seien.

Gewalt ist keine Lösung

„Wir sind verantwortlich für das, was wir tun. Klar kann ein Einzelner keine Bomben aufhalten oder Terroristen stoppen. Aber es gibt viel, was wir tun können“, betonte die Rednerin. Beispielsweise die Kinder zum Frieden erziehen und ihnen vorleben, dass Gewalt keine Lösung ist. Oder man könne sich in Friedensorganisationen einbringen, Antigewaltprojekte unterstützen oder Kriegsgräber als Gedenkstätten pflegen.

„Vieles davon passiert schon ganz selbstverständlich. Es wird nur nicht darüber gesprochen. Ich glaube, es sind täglich schon unzählige kleine und große Friedensstifter unterwegs und genau das macht mir Hoffnung“, sagte Anke Leuning.

Frieden zu stiften bedeute nicht Passivität, sondern dem anderen immer wieder zu zeigen, dass man es gut mit ihm meint und ihn nicht dominieren möchte. „Frieden zu stiften bedarf Engagement, Geduld und unermüdlichen Einsatzes.“

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