Kornspeicher: Sanierung stockt - aus diesen Grund

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Der Kornspeicher ist eingerüstet.

Nachrodt-Wiblingwerde – Die Sanierung des Kornspeichers stockt. Ein wichtiger Mann fehlt. Wen sich der nicht findet, sind Fördermittel für ein anderes Projekt in Gefahr.

Der Förderbescheid ist da. Das Geld für die Sanierung des Kornspeichers kann fließen. Doch man findet keinen Zimmermann. Ein Problem, das nicht nur ärgerlich ist, sondern im schlimmsten Fall auch weitreichende Konsequenzen für ein anderes Projekt haben kann. 

Das kleine Gebäude neben der Heimatstube ist seit vielen Monaten eingerüstet und abgesperrt. Auf der linken Seite, im ersten Geschoss, hat sich ein Eichenbalken verdreht und driftet auseinander. Auf der rechten Seite gibt es ein Fußholz, das die ganze Last des Fachwerks trägt und sich auflöst. Wettereinflüsse haben aufs Dach und Holz eingewirkt. 

Handwerker kurzfristig nicht zu finden

Und so ist es für die Gemeinde ein Segen, dass für die Sanierung des historischen Gebäudes 85 000 Euro bewilligt wurden – eine von 270 Ideen aus 133 Dörfern, Gemeinden und Städten, die im Programm „Dorferneuerung“ einen Zuschlag für die Erhaltung und Gestaltung von besonders erhaltenswerter Bausubstanz bekommen haben.

 „Aber niemand sieht sich in der Lage, kurzfristig tätig zu werden“, sagt Bauamtsleiter Dirk Röding über die Suche nach einem geeigneten Handwerker. „Wir müssen weiter suchen, und zwar schnell. Was nützt uns eine Ausschreibung, wenn kein Angebot eingeht?“ 

"Kein Wald- und Wiesenberuf"

Dass man aufgrund des Denkmalschutzes, unter dem das Gebäude steht und für die Instandsetzung der Fachwerkwände einen Fachmann benötigt, der sich mit „mittelalterlicher Handwerkskunst“ auskennt, glaubt der Bauamtsleiter indes nicht. „Ein gelernter Zimmermann hat irgendwann schon einmal an einem Denkmal gearbeitet. Das ist kein Wald- und Wiesenberuf.“ 

Fakt ist: Die Handwerksbücher sind augenscheinlich voll. Noch in diesem Jahr jemanden zu finden, der den Kornspeicher saniert, erscheint fast aussichtslos. Doch bis November muss der Kornspeicher grundüberholt und wieder geöffnet sein, damit Leader-Fördermittel für die geplante Vereinsplattform fließen können. 

Finanzspritze für Vereine in Gefahr

Denn die Vereine in Nachrodt-Wiblingwerde möchten ihre Zusammenarbeit weiter ausbauen und professionalisieren. Durch die Einrichtung einer Koordinationsplattform im Kornspeicher sollen Angebote und Veranstaltungen besser koordiniert und Ressourcen gebündelt werden. Projektträger ist der Heimat- und Verkehrsverein, die Leader-Fördersumme beträgt 9412,72 Euro. 

Und eben diese Plattform soll im Kornspeicher untergebracht werden. Schon einmal konnten die Fördergelder aufgrund der Probleme im Kornspeicher auf Eis gelegt werden. Die Bezirksregierung hatte einer Verlängerung bis November 2020 zugestimmt. 

Aber kann es eine zweite Verlängerung geben? Dr. Christian Schulze, Vorsitzender des Heimat- und Verkehrsverein, wird noch einmal Gespräche mit der Bezirksregierung führen. Bis November, so sagt er, ist es noch ein bisschen hin. Die Hoffnung stirbt also zuletzt. „Mit dem Blick des Realisten bedaure ich zwar die Situation, aber sie haut mich auch nicht um“, so Christian Schulze. 

Bibliothek geplant

Kurzfristig, vor der Corona-Pandemie, gab es Gedanken über einen Plan B. Man hatte überlegt, die Vereinsplattform in der Heimatstube unterzubringen, damit das Projekt an den Start gehen kann. „Aber das haben wir wieder verworfen“, sagt der Chef des Heimatvereins. Im Kornspeicher soll nicht nur ein Vereinsbüro unterm Dach eingerichtet, sondern gleich nebenan auch eine kleine Heimatbibliothek geschaffen werden. 

Aktuell sind alte Fotos und Bücher noch unsortiert. Das soll sich ändern. Mit ein paar Regalsystemen, so das Vorhaben, könnte man schon Wunder bewirken. Der Heimat- und Verkehrsverein hatte hierfür eine Spende in Höhe von 1000 Euro von der Volksbank Hohenlimburg bekommen. „Das Geld ist zeitlich nicht an eine Frist verbunden“, so Christian Schulz.

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