Förderantrag gestellt

Kornspeicher: Sanierung soll knapp 100 000 Euro kosten

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Komplett eingerüstet: Der Kornspeicher muss saniert werden. Ein Förderantrag wurde bereits gestellt.

Nachrodt-Wiblingwerde – Eingerüstet sieht der Kornspeicher am Rande des Schulhofes in Wiblingwerde etwas traurig aus. Für seine Sanierung wurde nun ein Förderantrag gestellt. 99 619,05 Euro sollen die Sanierungsarbeiten insgesamt kosten und sind mit einem gewissen Aufwand verbunden.

Innen ist der Kornspeicher ein Schmuckstück: mit einer historischen Schusterwerkstatt und einer Schulstube aus den 1950er Jahren, die die Kommunalpolitiker bei ihrer Immobilien-Tour bestaunten. Zudem gibt es ein kleines Archiv. Und es ist eine Selbstverständlichkeit für alle Beteiligten, das Kulturgut der Gemeinde zu erhalten und die nötigen Sanierungsmaßnahmen in die Wege zu leiten.

Für den Kornspeicher in Wiblingwerde wird jetzt ein Förderantrag über das Programm „Dorferneuerung“ gestellt. Dazu zählt die Erhaltung und Gestaltung von besonders erhaltenswerter Bausubstanz, ortsbildprägenden oder regionaltypischen Gebäuden. Und genau da ist der Kornspeicher gut aufgehoben. Der Kornspeicher, Zeuge der bäuerlichen Geschichte, wurde 1597 in Kreinberg erbaut und 1938 auf dem Schulhof in Wiblingwerde aufgestellt.

Die Sanierungsarbeiten sollen 99 619,05 Euro kosten. Das hat Holger Engelhardt, staatlich geprüfter Techniker der Baudenkmalpflege aus Werl errechnet. Vertreter des Landschaftsverband Westfalen Lippe (LWL) waren ebenfalls zur Besichtigung in Wiblingwerde. Auf der linken Seite, im ersten Geschoss, verdreht sich augenscheinlich ein Eichenbalken und driftet auseinander. Auf der rechten Seite gibt es ein Fußholz, das die ganze Last des Fachwerks trägt und sich auflöst. Wettereinflüsse haben aufs Dach und Holz eingewirkt.

Natürlich erfolgt die Sanierung nach den Denkmalschutz-Regeln. „Es ist mit einem gewissen Aufwand verbunden. Da steckt handwerkliches Knowhow dahinter. Die Leute haben eine ganz eigene Ausbildung. Dafür muss man ins Mittelalter zurück und sich derer Techniken bemächtigen“, sagt Ingenieur Holger Selve. Von der Historie her, so meint der Ingenieur, „ist der Kornspeicher nicht eins zu eins von 1597. Das obere Geschoss und der Dachstuhl sind mindestens aus zwei Gebäuden recycelt worden.“

Zu den Arbeiten gehören jetzt die Instandsetzung der Fachwerkwände im Außenbereich, Arbeiten an Mauerwerk und Putz. „Da ist das Wissen von vor 200 Jahren mehr wert als von heute“, so Holger Selve. Gefördert werden 65 Prozent der Antragssumme, die Gemeinde kann Fördergelder in Höhe von 64 752,38 Euro erhalten und muss einen Eigenanteil von 34 866,67 Euro leisten. Dieser Eigenanteil wurde in den Haushalt 2020 eingeplant. Festgestellt wurden die Schäden bei Arbeiten für das geplante Koordinationsbüro für die Vereine.

Das sind der Heimat- und Verkehrsverein, der TV Wiblingwerde, der Bürgerbusverein und viele weitere Vereine: ein Leaderprojekt, für das es auch Zuschüsse gibt. Das Leaderprojekt wurde zunächst gestoppt, ist aber nicht „gestorben“. Übrigens: Der Kornspeicher hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Nach dem Krieg wohnten drei Familien in dem kleinen Gebäude. Die einzige Wasserstelle war unten im Keller.

„2006 haben wir den Kornspeicher von der Gemeinde übernommen. Bis dahin wurde er aufwendig restauriert. Dass damals noch keine Schäden festgestellt wurden, entzieht sich meinem Verständnis. In 13 Jahren kann das nicht passieren, was jetzt im Gebälk aufgetreten ist“, sagt Siegfried Kruse vom Heimat- und Verkehrsverein, der mit Reinhard Ittershagen die Politiker begleitete.

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