Kooperation der evangelischen Kirchen: Darum atmen Wiblingwerder auf

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Die Zuhörer in der Gemeine Wiblingwerde.

Nachrodt-Wiblingwerde – Die Erleichterung in Wiblingwerde ist groß: Es ist derzeit keine Zusammenlegung der evangelischen Gemeinden geplant. In Nachrodt war das Interesse an dem Thema gering.

Jede Gemeinde behält ihre individuelle Prägung, bleibt eigenständig und behält ihre Pfarrstelle. Aufatmen in Wiblingwerde. Dennoch wird sich ab April im Höhendorf einiges ändern. 

Denn dann endet die pfarramtliche Verbindung mit Hohenlimburg. Wiblingwerde wird mit Nachrodt und Altena die Zusammenarbeit intensivieren und langfristig eine „Regionalgemeinde“ bilden. Darüber haben die beiden evangelischen Kirchengemeinden Nachrodt-Obstfeld und Wiblingwerde ihre Mitglieder  informiert. 

Das Interesse fiel sehr unterschiedlich aus: In Wiblingwerde war es mit 37 Gästen groß, es wären noch mehr gekommen, wenn der Schnee die Straßen nicht zum Teil unpassierbar gemacht hätte.

Nur neun Zuhörer in Nachrodt

 In Nachrodt traf das als brisant gehandelte Thema offenbar nicht den Nerv der 1757 evangelischen Christen. Nur neun Personen – davon sieben amtierende Presbyter – kamen.

 „Ziel ist es, trotz sinkender Gemeindegliederzahlen und der Reduktion von Pfarrstellen zukünftig in allen drei Kirchengemeinden eine lebendige Gemeindearbeit und wahrnehmbare Seelsorge langfristig zu erhalten“, sagte der Presbyteriums-Vorsitzende in Wiblingwerde, Rainer Nowak. Der Kirchenkreis unterstützt die drei Gemeinden in ihrem Prozess, indem er eine zweite Pfarrstelle ermöglicht (wir berichteten). 

An dem Stellenumfang von 40 Prozent für Wiblingwerde werde festgehalten. Somit gibt es keine Einbußen. „Die neue Pfarrstelle wird in Altena angesiedelt sein. Wir haben aber natürlich bei der Auswahl ein Mitspracherecht“, antwortete Nowak auf die Frage, wer denn entscheide, wer eingestellt wird. „Der neue Pfarrer wird die Aufgaben hier in der Gemeinde übernehmen. Es wird also wieder einen festen Ansprechpartner geben“, betonte Nowak. 

Verhaltene Reaktionen

Die Reaktionen der Wiblingwerder waren zunächst verhalten. Die Neuigkeiten mussten wohl erst verarbeitet werden. Viele Nachfragen gab es nicht. Seitens des Kindergartens wurde der Wunsch geäußert, weiterhin geistlich regelmäßig betreut zu werden, sodass ein enger Kontakt zu den Kindern besteht. 

Romina Bach regte zudem an, die Teamer mit ins Boot zu nehmen. Aktuell gebe es viele engagierte Nachwuchsmitarbeiter, die dürften während eines solchen Prozesses nicht vergessen werden. Grundsätzlich, so der Tenor in Wiblingwerde, sei es eine gute Lösung, die nun mit Leben gefüllt werden müsse. 

Positiv fiel das Urteil beim kleinen Kreis in Nachrodt aus. Pfarrer Wolfgang Kube musste die Anwesenden von der Idee der verstärkten Zusammenarbeit nicht besonders überzeugen. Er hatte leichtes Spiel, sie für die Grundidee der drei beteiligten Presbyterien, „wir wollen schauen, wo wir zusammen mehr erreichen können als jede Gemeinde für sich alleine“, zu gewinnen. 

Freude über zweite Pfarrer-Stelle

Weil die Besetzung der Pfarrstelle in Altena (Nachfolge von Pfarrerin Merle Vokkert) von diesem Szenario gänzlich unberührt ist, nahmen die Anwesenden erfreut zur Kenntnis, dass der Kirchenkreis einen weiteren Geistlichen für alle drei Gemeinden einstellen will. Dieser soll die Umsetzung des neuen Zusammenwachsens personell von Anbeginn unterstützen. 

Kube ließ keinen Zweifel daran, dass auch er selbst bereit sei neben der Gemeindearbeit in Nachrodt-Obstfeld zum Beispiel auch in Wiblingwerde seelsorgerisch zu wirken. Er betonte: „Leider verändert sich die kirchliche Landschaft sehr. Deshalb macht es Sinn, im Hinblick auf die Prognosen der Jahre bis 2030 oder 2060 die Zusammenarbeit bereits jetzt zu vertiefen und auszubauen.“

Weil die Resonanz so schlecht war, will Kube seine Gemeinde in der Kirche noch einmal einladen, sich thematisch mit den Plänen zu befassen.

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