Die Kooperation mit Altena kommt Schritt für Schritt

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Die Schulkooperation zwischen Nachrodt-Wiblingwerde und Altena ist praktisch schon beschlossene Sache. Die interkommunale Zusammenarbeit soll aber auch noch auf andere Bereiche ausgedehnt werden.

Was geplant ist, wollen die Spitzen von Gemeindeverwaltung und Ratsfraktionen den Einwohnern der Doppelgemeinde am Dienstag, 10. Januar, vorstellen.

Nach den bisherigen Überlegungen sollen die beiden Nachbarkommunen demnächst nicht nur eine gemeinsame Sekundarschule betreiben. Auch die Arbeit der Bauhöfe, der Sozialämter, der Standesämter und der Liegenschaftsverwaltungen soll an jeweils einem Standort konzentriert und für die Einwohner beider Kommunen gemeinsam erledigt werden.

Nur noch ein Bauhof

Am weitesten gediehen sind die Überlegungen zur Zusammenlegung der beiden Bauhöfe. Demnach soll ein gemeinsamer Bauhof demnächst in Altena angesiedelt sein. „Über eine andere Möglichkeit ist nie gesprochen worden“, erklärte Kämmerin Gabriele Balzukat, die an den bisherigen Verhandlungen mit den Altenaer Kollegen teilgenommen hat, dass dieser Punkt von vornherein unstrittig gewesen sei. Unter Berücksichtigung der Größenverhältnisse sei die Ansiedlung des gemeinsamen Bauhofes am Brachtenbecker Weg die beste Lösung. Nicht einmal die Beibehaltung eines Teilstandortes in Wiblingwerde sei denkbar. „Gebäude und Geräte müssten dort ja auch vorgehalten werden. Das würde dann genauso teuer wie ein kompletter Bauhof“, so Balzukat. Für das vorhandene Bauhofgelände in Wiblingwerde – eine knapp 500 Quadratmeter große Halle auf einem 1200 Quadratmeter großen Grundstück – sucht die Doppelgemeinde übrigens nach alternativen Nutzungsmöglichkeiten, beispielsweise durch ein Gewerbeunternehmen. „Angeblich soll es dafür Interessenten geben, aber bei uns hat sich noch niemand gemeldet“, sagte Balzukat am Montag.

Etwas umständlicher

Ziemlich detaillierte Pläne gibt es auch schon für die gemeinsame Erledigung Aufgaben im Sozialbereich. So sollen Angelegenheiten der Grundsicherung und des Asylbewerberleistungsgesetzes, die Rentenberatung und die Beantragung von Wohngeld demnächst auch für die Bewohner von Nachrodt-Wiblingwerde im Altenaer Rathaus abgewickelt werden, weil dort einfach mehr räumliche Kapazitäten zur Verfügung stehen. Für die Einwohner der Doppelgemeinde bedeutet das eine große Umstellung, können sie diese Angelegenheit doch bis jetzt praktisch ohne Voranmeldung im Nachrodter Amtshaus erledigen. „Das wird in Zukunft so nicht mehr möglich sein. Altena praktiziert jetzt schon die Bearbeitung solcher Fälle nur noch mit Terminvergabe. In Nachrodt-Wiblingwerde wird es höchstens noch einmal wöchentlich einen Sprechtag geben“, gewährte Birgit Tupat, Leiterin des Fachbereichs Sicherheit/Ordnung im Amtshaus, einen Einblick in die Überlegungen und gab zu: „Das wird für manche etwas umständlicher werden.“

Während Sozialangelegenheiten also demnächst in Altena bearbeitet werden, soll das gemeinsame Standesamt in der Doppelgemeinde angesiedelt werden. Dafür sei dann im Amtshaus eine umfassende Umorganisation notwendig, erklärte Kämmerin Gabriele Balzukat. Der Grund dafür ist ganz einfach: Der bisher einzige Raum für das Standesamt ist für zukünftig vier Mitarbeiter einfach zu klein.

Umzug im Amtshaus

Deshalb soll die Gemeindekasse vom Erdgeschoss in die erste Etage wandern, das Trauzimmer soll abgeschafft werden. Trauungen würden dann zukünftig im Bürgermeisterzimmer stattfinden – wenn sich die Eheleute überhaupt im Amtshaus das Ja-Wort geben wollen. Nur etwa 15 Trauungen finden derzeit jährlich direkt am Verwaltungssitz statt, viele schließen den Bund für’s Leben inzwischen im Schlosshotel Holzrichter oder in der Wiblingwerder Heimatstube. Das soll übrigens auch in Zukunft möglich sein, ebenso wie zum Beispiel in Altena in der Burg Holtzbrinck, auf der Burg Altena oder natürlich im Altenaer Rathaus.

Auch die Verwaltung der stadt- und gemeindeeigenen Gebäude und Grundstücke wollen Nachrodt-Wiblingwerde und Altena demnächst gemeinsam abwickeln. „Dazu haben wir allerdings noch keine umfassenden Untersuchungen angestellt“, machte Gabriele Balzukat deutlich, dass die Überlegungen hierzu noch ganz am Anfang stehen. Das werde sich auch so schnell nicht ändern. „Wir wollen jetzt erst einmal die anderen Bereiche arbarbeiten. Damit sind wir mehr als ausgelastet“, betonte sie, dass sich die Zusammenarbeit im interkommunalen Verbund wohl nur Schritt für Schritt umsetzen lässt. Deshalb wird wohl auch eine Zusammenarbeit mit Altena in den Bereichen Kultur, Kinder-, Jugend- und Familienhilfe, Bauen und Wohnen oder Wirtschaft und Tourismus so schnell nicht kommen. In den beiden Räten hat es dazu aber schon erste Überlegungen gegeben.

Finanzielle Auswirkung

Und was bringt die interkommunale Zusammenarbeit letztlich für Vorteile, vor allem finanziell? „Wir sind derzeit absolut nicht in der Lage, dazu eine Aussage zu treffen“, bekannte Kämmerin Gabriele Balzukat am Montag, dass sich die Beteiligten von der Kooperation zwar Einsparungen erhoffen, sie aber noch nicht beziffern können. Pauschal sei damit zu rechnen, dass die Personalkosten durch effizienteren Einsatz der Mitarbeiter sinken, dafür die Aufwendungen für Sach- und Dienstleistungen aber steigen werden, sagte Balzukat. Was unterm Strich dann gespart wird, dürfte sich also erst nach einiger Zeit zeigen.

Die Einwohnerversammlung für Nachrodt-Wiblingwerde, in der Politik und Verwaltung über die interkommunale Zusammenarbeit informieren wollen, findet am Dienstag, 10. Januar, ab 18 Uhr in der Nachrodter Lennehalle statt. ▪ vg

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