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Konzert der Hoffnung: Sängerin und Dichterin Valerie Lill tritt spontan in Dorfkirche auf

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Von: Thomas Krumm

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Valerie Lill und Dirk Benner stimmten Besucher beim „adventlichen Hoffnungsschimmer“ mit Liedern und Gedichten auf die Weihnachtszeit ein.
Valerie Lill und Dirk Benner stimmten Besucher beim „adventlichen Hoffnungsschimmer“ mit Liedern und Gedichten auf die Weihnachtszeit ein. © Krumm

Alle haben sich am Freitagabend nach zwei coronabedingten Absagen über den Auftritt von Valerie Lill in der Dorfkirche in Wiblingwerde gefreut.

Nachrodt-Wiblingwerde – Allen voran Esther Hohage, die die Sängerin und Dichterin im Namen des Frauenfrühstücksteams begrüßte und zur Einstimmung einen Satz des Gastes zitierte: „Wenn heute Abend nur ein Wort dein Herz berührt, lass es Hoffnung sein.“ Damit war das entscheidende Stichwort gefallen: Mit ihren Liedern und Gedichten wollte Valerie Lill Hoffnung spenden - ein „Gegengewicht gegen das, was uns Sorgen macht“. Auch sie und Klavierbegleiter Dirk Benner freuten sich „riesig“ über den kurzfristig zustande gekommenen Auftritt in Wiblingwerde. „Wir haben einen Hoffnungsschimmerabend zusammengestellt.“

„Oh Heiland, reiß die Himmel auf“, sang sie dann eine berühmte Liedzeile, die sie mit einer neuen Melodie und einem anderen Text versehen hatte: „Ich war viel zu lang allein, bis ich bei dir angekommen bin.“ Gemeint war die Ankunft bei Jesus Christus, dem auferstandenen Gottessohn, dem Helfer. Christliche Zuversicht, die auch in Zeiten der Unsicherheit und der Verzagtheit trägt, zog sich durch viele Texte: „Gott hat kein Problem damit, wenn die Fragen zweifelnd sind.“ Wer wohnt im Himmel? Nicht „der Mann im Mond“, sondern „der Herr der Welt, der alles hält“.

Konzert der Hoffnung in Nachrodt: Selbstverfasste Gedichte

Viele dieser Botschaften trug Lill in Form selbstverfasster Gedichte vor. Auch fast alle Lieder hatte sie alle komponiert. Bei der Ansprache „Mary did you know?“ griff sie allerdings auf ein Traditional zurück. Das Lied stellt eine wunderbare Frage: „Maria, kannst du dir vorstellen, dass dieses Kind, das du in dir trägst, einmal der Retter sein würde, der die Blinden sehen, die Tauben hören und die Toten auferstehen lässt?“ Maria reagierte nach der Verkündigung bekanntlich gefasst und besonnen auf die überraschend neue Situation: „Sie bewegte in ihrem Herzen die Worte des Engels hin und her.“

Sanften Spott richtete die Künstlerin gegen durchgenudelte Weihnachtslieder, die das Gehör „verkleben“: „Last Christmas“, etwa und die Coca-Cola-Geschichten vom Mann im roten Kostüm auf einem Rentierschlitten. „Lasst uns froh und munter sein und schlafen vor Erschöpfung ein.“ Sie erzählte im Song „Meilenstein“ die Geschichte, wie sie in der Toskana bei 37 Grad und nach einer viel zu lang geratenen Wanderung einen Meilenstein wiederaufrichtete, und wie sie echten Grusel in einem dunklen Hochtechnologie-Hotel in Hamburg erlebte. Der Tröster war in diesem Fall ganz irdisch ihr Mann, mit dem sie telefonisch verbunden war – ein Bild auch für die Kommunikation mit einem tröstenden und beruhigenden Gott, die für Lill ähnlich gewiss und wirksam ist, wie das tröstende menschliche Gespräch.

Am Ende des Konzerts warb sie für eine Organisation, die weltweit gegen die Versklavung von Menschen eintritt. Und sie verabschiedete sich mit dem Spiritual „Kum ba yah my Lord“ und ihrem das Thema „Hoffnung“ noch einmal aufnehmenden Lieblingstitel: „Die Hoffnung lebt zuletzt.“

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