Gemeinschaft der Forstbetriebe erkundet Umgang mit Windwurf-Flächen

Eine der Versuchsflächen in Arnsberg-Breitenbruch. Hier wird ausprobiert, was die Natur macht, wenn der Mensch nicht oder kaum eingreift.

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Auf einen Zeitsprung haben sich Mitglieder der Forstbetriebsgemeinschaft begeben. Sie besuchten des Lehr- und Versuchsforstamt des Landes Nordrhein-Westfalen in Arnsberg, um Eindrücke über den Umgang mit „Windwurfflächen“ zu sammeln – selbst mehr als vier Jahre nach Kyrill ein akutes Thema.

Im großen Areal des Versuchsforstamtes finden sich unter anderem zwei Flächen, auf denen in den Jahren 1989/1990 die Orkane Vivien und Wibke gewütet hatten. Die Flächen zeigen, wie ein Bestand 20 Jahre nach einem Sturm aussieht, „wenn man nichts macht, oder aber wenig“, berichtet Förster Christoph Schäfer. Der zweite Weg sehe vor, das zum Beispiel Buchen und Eichen angepflanzt werden, aber ohne eine regelmäßige Kulturpflege. Dabei lässt man die „auffliegende Kulturverjüngung“ wirken, wie der Forstmann das nennt. Dr. Betram Leder, der die Führung der Besucher aus der Doppelgemeinde übernommen hatte, beschrieb das Vorgehen auch als „kontrolliertes Nichtstun.“ „es geht darum, mit der Natur zu arbeiten und trotzdem noch Erträge zu erreichen“, ergänzt Christoph Schäfer. Von der „Ästethik einer Parklandschaft“ müsse man sich dann allerdings verabschieden. Er habe aus Arnsberg zwar einige Anregungen mitgenommen, aber 1:1 sei das Arnsberger Modell nicht auf die Doppelgemeinde und deren Waldbesitzer übertragbar. „Dort steht Staatswald.“

Das Lehr- und Versuchsforstamt Arnsberg Wald erarbeitet Lösungsansätze zur Umsetzung der forstwissenschaftlichen und wildbiologischen Forschung in die Praxis.

Ziele sind ein modernes Waldmanagement und eine nachhaltige Jagd, die den Ansprüchen der Eigentümer wie denen der Gesellschaft gerecht werden können.

Um modellhaft neue Arbeitstechniken und Waldbauverfahren erproben zu können, stehen dem Lehr- und Versuchsforstamt rund 10 000 Hektar Staatswald zur Verfügung. Der Wald dient darüber hinaus als ideales Anschauungs- und Lernobjekt für die Umweltbildung. Der Arnsberger Wald ist Lebensraum für viele Pflanzen- und Tierarten, deshalb sind große Teile als Naturschutzgebiet ausgezeichnet worden.

Neben der Bewirtschaftung des Staatswaldes widmet sich das Lehr- und Versuchsforstamt folgenden Bereichen: Es ist Bildungszentrum für Waldarbeit und Forsttechnik, Forschungsstelle für Wildschadensverhütung, forstliche Dokumentationsstelle und Beratungsstelle für Forstvermehrungsgut und Waldbau und dient als Bildungszentrum für Waldarbeit. ▪ tk

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