Konfliktfreies Reiten in Wiblingwerde

Pflicht: Die Reiterplakette

NACHRODT-WIBLINGWERDE - „Reiter sind Streiter“, insbesondere dann, wenn es um das Reiten in den heimischen Wäldern geht. Immer wieder führt das Thema Reit-Plakette zu Streitereien. Nicht so in der heimischen Gemeinde. Hier scheinen Reiter, Wanderer, Waldbesitzer und Ordnungshüter ein freundliches Miteinander zu führen. Als einer der wenigen Kreise verfügt der Märkische Kreis nicht über ein ausgezeichnetes Reitwegenetz und dennoch oder gerade deswegen scheint das Konzept aufzugehen. Von Lydia Machelett

„Im Märkischen Kreis gilt die so genannte Freistellungsregelung“, nach der das Reiten innerhalb des Waldes auf allen öffentlichen und privaten Wegen gestattet ist“, erklärt Ulrike Regus vom Märkischen Kreis. Diese Freiheit scheinen die Reiter aber nicht schamlos auszunutzen und sich an die wenigen Regeln zu halten. Schwarze Schafe gäbe es natürlich überall. „Wir bemühen uns sehr, dass unserer Reiter sich im Gelände richtig verhalten. Insbesondere achten wir darauf, dass alle eine Reitplakette mit führen“, erklärt Geraldine Hegemann vom Hof Hegemann. So wie sie handhaben das fast alle Stallbetreiber.

Bei der Reitplakette handelt es sich um eine Art Nummernschild. Die gelben Schilder sollten beidseitig am Zaumzeug des Pferdes angebracht sein. „Wer im Wald oder im Gelände ohne Plakette erwischt wird, begeht eine Ordnungswidrigkeit und müsste sogar ein Bußgeld zahlen“, erläutert Regus. 30,50 Euro kostet das Kennzeichen jährlich. „Die Reitabgabe wird vom Kreis an das Land gegeben“, so die Kreisangestellte weiter. Mit dem Geld werden dann „zerrittene“ Wege wieder in Stand gesetzt. Jedoch müsse erwiesen sein, dass der Schaden wirklich allein von Pferden stammt.

Auch hier scheint es in dem pferdereichen Höhendorf kaum Probleme zu geben. „Ich komme viel durch die heimischen Wälder, aber das scheint hier wirklich zu klappen“, berichtet Revierförster Christof Schäfer. Natürlich gäbe es hier und da Schäden, allerdings seien die Waldwege auch stark durch andere Faktoren beeinflusst, wie Holzabfuhr oder Wildschäden. „Die Schuld allein auf die Reiter zu schieben wäre falsch. Im Gegenteil - sie scheinen sehr bemüht um ein friedliches Miteinander zu sein“, sage Schäfer. So habe im vergangenen Jahr sogar ein Treffen mit Reitern und Jägern auf dem Hof Waldemey stattgefunden. Denn während der Jagdsaison sollte nicht in den frühen Morgen- und Abendstunden ausgeritten werden, um das Wild nicht zu stören.

„Alle Reiter sollten das Kennzeichen mit sich führen“, appellierte Schäfer, denn das sei leider nicht immer der Fall. Dennoch sei das Miteinander gut. Sodass es keinen Grund gäbe, auf die Reiter zu schimpfen. Im Gegenteil. Dank der großen Bemühungen zwischen Reitern und anderen Parteien, sei man sehr froh über das problemlose Zusammenleben. Da könnten sich andere Städte und Kreise ein Beispiel an den Reitern aus dem Höhendorf nehmen.

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