Muss das Amtshaus gerettet werden? Die Parteien und Kandidaten in Nachrodt antworten

+
Das Amtshaus, der Sitz der Gemeindeverwaltung in Nachrodt, ist stark sanierungsbedürftig.

Windräder in Veserde, Sanierung des Amtshauses, zwei Teile, eine Kommune: Wie stehen die Parteien, Gruppierungen und Einzelkämpfer zu den Themen, die in Nachrodt-Wiblingwerde bewegen? Sie stehen Rede und Antwort.

Drei Fragen stellen wir den für den Nachrodter Rat kandidierenden Parteien, Gruppierungen und Einzelkämpfern im Vorfeld der Kommunalwahl. 

Die zweite Frage: Die bildschöne Fassade täuscht. Das Amtshaus liegt mehr oder weniger in Schutt und Asche, muss vom Keller bis zum Dach saniert werden. Jetzt gibt es Pläne dafür, auch ein Anbau ist angedacht. 

Wie wichtig ist es, hierfür Millionen auszugeben? Lohnt sich das, auch mit Blick auf die interkommunale Zusammenarbeit, die immer mehr forciert wird?

Kommunalwahl in Nachrodt: Die Antwort der CDU

"Wir wollen als Gemeinde Nachrodt-Wiblingwerde unabhängig bleiben. Dazu ist es erforderlich, ein Amtshaus in der Gemeinde zu haben, und dort die Verwaltung ordentlich aufgestellt, mit den jeweils benötigten technischen Ausstattungen ausgestattet, unterzubringen, damit diese effektiv und effizient für die Bürgerinnen und Bürger, zum Wohle der Gemeinde arbeiten kann. 

Intelligentes Gebäudemanagement

Die interkommunale Zusammenarbeit kann trotzdem intensiviert werden, einen Standort für die zusammengelegte Abteilung benötigt man, entweder in Nachrodt oder in Altena. Hier ist ein intelligentes Gebäudemanagement gefragt. Einen Ratssaal für die Sitzungen in der Gemeinde haben wir bisher auch nicht."

Kommunalwahl in Nachrodt: Die Antwort der SPD

"Bei dem Amtshaus der Gemeinde Nachrodt-Wiblingwerde geht es nicht nur darum, eine Behörde zu beherbergen, sondern auch um ein „Gesicht“ der Gemeinde. 

Da das Gebäude unter Denkmalschutz steht, muss es auf jeden Fall erhalten bleiben. Sekundär geht es um die Nutzung, welche durchaus legal mit einer wirtschaftlichen Brille betrachtet werden darf. 

Verträgliche Lösung fürs Amtshaus

Ob die Verwaltung zwingend in diesem Gebäude untergebracht wird, kann man auch in Abhängigkeit erforderlicher Investitionen beurteilen. Die SPD betrachtet die Planung des Amtshauses sorgfältig und steht dafür, eine verträgliche Lösung zu finden."

Kommunalwahl in Nachrodt: Die Antwort der UWG

"Die Bedeutung der interkommunalen Zusammenarbeit hat für uns keinen Einfluss auf den Plan, das Amtshaus zu sanieren. Natürlich ist der eingeschlagene Weg, aus Kostengründen interkommunal zusammenzuarbeiten, richtig. 

So lange unsere Gemeinde aber eigenständig ist – und das möchten wir auch bleiben – und eine gut funktionierende Verwaltung benötigt, brauchen wir auch dafür die organisatorischen Voraussetzungen. 

Ortsprägendes Gebäude erhalten

Das Amtshaus ist ein ortsprägendes Gebäude, welches für unsere Bürger Anlaufstelle für alle kommunalen Angelegenheiten ist. Es muss ein Ort sein, an dem die Mitarbeiter ohne Gefährdung ihrer Gesundheit arbeiten können und die Einwohner unserer Gemeinde in einem gut strukturierten Umfeld ihren Ansprechpartner finden und ihre Anliegen vorbringen können. 

Zudem muss für die Zukunft Barrierefreiheit gewährleistet sein. Unsere Bürger wissen es zu schätzen, dass sie nicht in ein überfülltes Rathaus müssen und vor Ort eine kleine, aber feine Verwaltung haben. 

Hoffnung auf Fördermittel

Für die Sanierung des Amtshauses gibt es Pläne, die u.a. auch einen Saal beinhalten, den wir als wichtig für unsere Gemeinde ansehen, um dort z.B. Sitzungen oder gemeinschaftliche und kulturelle Veranstaltungen abzuhalten. Was es uns kostet, wenn wir in marode Gebäude nicht investieren, sehen wir ja heute. Hier wurde viel zu spät gehandelt. 

Wir hoffen natürlich auch berechtigterweise darauf, dass wir für die Sanierung Fördermittel erhalten werden, damit die Kosten für uns nicht zu hoch werden."

Kommunalwahl in Nachrodt: Die Antwort von Einzelbewerberin Rita Joergens

"Das Amtshaus steht unter Denkmalschutz.- Es muss saniert werden, und ich stehe voll und ganz dahinter. Es ist ein ortsprägendes Gebäude, es gehört einfach zu Nachrodt. Unvorstellbar für mich, es abzugeben oder dort nicht zu investieren. 

Kosten lohnen sich

Die Ausgaben lohnen sich auf jeden Fall – für die Bürger, für die Amtshaus-Mitarbeiter, für den Charakter des Ortes. 

Rita Joergens kandidiert als fraktionslose Einzelkämpferin im Wahlbezirk 7. 

Viele werden es sicher wissen: Es gibt im Amtshaus bleiverglaste Fenster, die der Nachrodter Künstler Lothar Schulze angefertigt hat. Das Amtshaus ist ein Stück Geschichte."

Kommunalwahl in Nachrodt: Die Antwort von Einzelbewerber Matthias Lohmann

"Die Frage, ob sich die Sanierung des Amtshauses lohnt, steht nur eingeschränkt im Raum. Die untere und obere Denkmalschutzbehörde werden uns da wenig Entscheidungsspielraum lassen. 

Da sind wir durch unser Eigentum verpflichtet. Entscheidend ist, dass wir durch vernünftige Kombination aus Altbau mit modernem Anbau ein repräsentatives Amtshaus schaffen, dass mindestens die Anforderungen der aktuellen Bauvorschriften erfüllt, moderne Arbeitsplätze bietet und den Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde nachkommt. 

Unnötige Schäden im Keller

Die Kellerräume des Amtshauses sollten aus bautechnischer Sicht „kalte Räume“ bleiben. Hier sind durch falsche Nutzung in den letzten Jahrzehnten viele unnötige Schäden entstanden. 

Matthias Lohmann kandidiert als fraktionsloser Einzelkandidat im Wahlbezirk 11.

In den Obergeschossen ist bei Renovierungen viel „geflickt“ worden. Jetzt besteht die Möglichkeit, einmal richtig zu sanieren, so wie es der Rat schon für die Grundschule in Wiblingwerde beschlossen hat. Wir durften einige gute Erfahrungen mit interkommunaler Zusammenarbeit machen.

Ohne Amtshaus geht's nicht 

Trotzdem denke ich nicht über die Aufgabe der Autonomie der Gemeinde nach. Es ist schon ein Mangel, dass die Gemeinde keinen Ratssaal hat, aber ohne Amtshaus – das geht nicht. 

Die niedrigen Zinsen versetzen uns in die Lage, solche Projekte angehen zu können. Neubauten, und als solches würde ich die abgeschlossene Kernsanierung mit Anbau bezeichnen, sind investiv. Dafür fällt über Jahrzehnte kein weiterer Aufwand für teure Altbausanierung an."

Die Einzelkandidaten Melisa Atasever, Aykut Aggül und Karl Daniel Patrick Heyermann haben sich auf die Anfrage der Redaktion zu diesem Thema nicht geäußert. 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare