Das sind die Neuen im Rat

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Das sind vier der sieben neuen Ratsmitglieder in Nachrodt-Wiblingwerde: Eveline Tybussek, Bernd Greif, Tanja Edelhoff und Iris Krutz (v.l.)

Viel frischen Wind gibt es für den neuen Rat in Nachrodt-Wiblingwerde. Die sieben neuen Mandatsträger im Überblick.

Nachrodt-Wiblingwerde – Erste Erkenntnis: Der neue Rat wird hübscher. Das sagt Tanja Edelhoff und schmunzelt über die nicht ganz ernst gemeinte Aussage. 

Fakt ist aber: Jede Menge frischer Wind zieht durch die Reihen. Neue Ideen, neue Impulse. Neue Menschen. Sieben an der Zahl. Sie alle freuen sich sehr über ihren Einzug in den Rat der Gemeinde. 

Das AK traf Eveline Tybussek (UWG), Bernd Greif (SPD), Iris Krutz und Tanja Edelhoff (beide CDU) zum Gespräch. Ebenfalls neu im Rat sind Dirk Grote, Christoph Schulte (beide UWG) und Petra Wachtmeister (SPD). 

Neuer Rat in Nachrodt: Man kennt sich schon

Vom Sehen kennen sich die Neuen alle. Besonders auch deshalb, weil sie fast durch die Bank bereits als sachkundige Bürger gearbeitet haben. 

Die politische Bühne ist nur für Bernd Greif noch sehr neu. „Ich kann noch nicht alle zuordnen“, sagt der Sozialdemokrat, der aus dem Stand ein Direktmandat holte. Er ist sich sehr sicher ist, dass es für die SPD in Zukunft ruhiger wird. „Das Gröbste haben wir hinter uns“, witzelt Bernd Greif. „Es macht Spaß miteinander. Das ist die Basis.“ 

Neuer Rat in Nachrodt:"Man muss sich riechen können"

Ob man Freundschaften schließt untereinander, innerhalb der Fraktion oder mit dem politischen Gegner? „Für mich steht die Kommunalpolitik an erster Stelle“, sagt CDU-Ratsfrau Iris Krutz, aber ihre Parteikollegin Tanja Edelhoff findet: „Man muss sich schon riechen können.“ 

Evelin Tybussek schwärmt vom guten Miteinander in der UWG. „Bei uns ist eine super tolle Stimmung und das ist mir auch sehr wichtig.“ 

Und die Themen? „Ich möchte, dass wir eine junge Gemeinde bleiben“, ist für Tanja Edelhoff das A und O. Für sie ist die Kommunalpolitik schon seit langer Zeit eine Herzenssache. Die 41-Jährige ist Mama von zwei Kindern (19 und 16) und hat bisher als sachkundige Bürgerin im Schul- und Sozialausschuss mitgearbeitet. 

Neuer Rat in Nachrodt: Greif als Neuling

Sie war auch jahrelang Elternpflegschaftsvorsitzende der Sekundarschule. „Ich interessiere mich dafür, dass die Kinder nicht auf der Strecke bleiben“, sagt die Chemielaborantin, die im Steinbruch Lasbeck arbeitet. 

Aufgeregt vor der ersten Ratssitzung? Bernd Greif, heute Pensionär, früher bei der Bahn, schmunzelt: „Es kommt schon etwas Neues auf uns zu, da muss man sich erst einmal ‘reinwühlen.“ 

Er ist auf der politischen Ebene „unbefleckt“, wie er sagt. Seit 2004 lebt er in der Gemeinde, hat die wichtigen Themen immer verfolgt, „Brücke, Rastatt, Lennehalle, das sind Dinge, die auch beim Gassigehen mit dem Hund mit anderen diskutiert werden.“ Im Sportausschuss würde er gern mitarbeiten. 

Greif: "Kann zum Quertreiber werden"

Bernd Greif hat, wie er sagt, noch nie ein Blatt vor dem Mund genommen. „Dann kann es auch schon mal passieren, dass ich ein Quertreiber werde“, befürchtet der 67-jährige Sozialdemokrat lachend. Er ist verheiratet, hat einen Sohn und eine Enkeltochter. 

Für die Zukunft im Rat wünscht er sich auch eine gute interfraktionelle Zusammenarbeit. „Alles andere artet nur in Grabenkämpfen aus. Wenn man an einem Strang zieht, erzielt man die besten Ergebnisse.“ 

Krutz: "Interessant, wie Rat live funktioniert"

Da stimmt ihm die Christdemokratin Iris Krutz nicht grundsätzlich zu. „Ich finde, man sollte sich für seine Themen einbringen. Und es war in der Vergangenheit durchaus auch so, dass man unterschiedlicher Meinung war. 

Die Bürger haben ja auch unterschiedliche Parteien gewählt. Es kann nicht sein, dass man immer einer Meinung ist“, findet Iris Krutz, die sich auf „alles freut, was kommt.“ 

Sie ist, weil sie ebenfalls schon als sachkundige Bürgerin tätig war, auch in der CDU-Fraktion integriert. „Wir sprechen natürlich über alle Themen, aber es ist jetzt interessant, wie es live im Rat funktioniert“, sagt die 59-jährige Ingenieurin für Kunststofftechnik (verwitwet, eine Tochter), die gebürtig aus Paderborn kommt. „Da wählt fast jeder CDU.“ 

Schule und Kinder zentrale Themen

Eveline Tybussek findet es einfach spannend, jetzt Mitglied des Rates zu sein. „Ich kann mir noch gar nicht so viel darunter vorstellen“, gibt die UWG’lerin zu, die ebenfalls bereits Mitglied im Schul- und Sportausschuss war. Schulen, Kindergärten und das Hallenbad, „damit die Kinder weiterhin schwimmen lernen können“, sind die zentralen Themen für die 58-Jährige (verheiratet, zwei erwachsene Kinder, ein Enkelkind). Sie arbeitet in der Betreuung der Grundschule. 

UWG-Ratsherr Christoph Schulte ist 56 Jahre alt und verheiratet. In seiner Geburts-Stadt Altena arbeitet er in einer Drahtzieherei als technischer Angestellter im Qualitäts- und Arbeitssicherheitsmanagement. Die erste politische Luft schnupperte er als sachkundiger Bürger im Sozial- und Kulturausschuss. 

Tatsächlich etwas bewegen zu können, war für ihn der Ausschlag, sich auch für die Gemeinderatswahl aufstellen zu lassen. „Ich freu mich drauf“, sagt Christoph Schulte, dem der Erhalt der Schul- und Sportstätten, die Realisierung des Qbus und die Freizeitangebote wichtig sind. 

Neuer Rat in Nachrodt: Spannende Debatten durch besondere Konstellation

„Auch die finanzielle Belastung der Einwohner darf nicht aus dem Ruder laufen.“ 

Die Konstellation im neuen Rat dürfte spannende Debatten hervorrufen: Sieben Sitze hat die UWG, sieben ebenfalls die CDU, sechs die SPD. Hinzu kommen die zwei Einzelkämpfer Matthias Lohmann und Aykut Aggül, die bei Abstimmungen durchaus das Zünglein an der Waage sein könnten. 

Bei der UWG gibt es keinen Fraktionszwang. Jeder stimmt nach seinem besten Wissen und Gewissen ab. 

Alle Infos zur Kommunalwahl im MK finden sie in unserem News-Blog

Das findet auch der Sozialdemokrat Bernd Greif gut. Große Themen in der anstehenden Wahlperiode sind aus Sicht „der Neuen“ zum Beispiel die Digitalisierung der Schulen, aber auch alle Bauvorhaben, die der noch amtierende Rat auf den Weg gebracht hat. Großes Gelächter gab es allerdings bei der Frage, ob die Lennebrücke in ihrer ersten Amtszeit gebaut werden wird. „Straßen.NRW sind nicht die Schnellsten“, meint Iris Krutz. „Und wenn die Brücke zusammenbricht, bricht auch die Industrie zusammen.“ 

Neuer Rat in Nachrodt: Alle glauben an Qbus

Realisiert wird aber das Gastro-Konzept Qbus – da sind sich alle sicher. Wichtig ist augenscheinlich allen der Blick auf junge Menschen. „Ich lebe unheimlich gerne hier und möchte, dass unsere Gemeinde auch in Zeiten von begrenzten öffentlichen Mitteln noch attraktiv, unter anderem auch für die Jugend und junge Familien, bleibt. Gute Betreuungsmöglichkeiten, angemessene, moderne Schulausstattungen und auch eine vielfältige Anbindung an den Personennahverkehr sind hier meiner Meinung nach wichtig“, sagt Petra Wachtmeister (47 Jahre, verheiratet, zwei Kinder). 

Dirk Grote ist vor etwa einem Jahr in die UWG eingetreten, „da sich gefühlt in der Kommunalpolitik nicht viel bewegte“, sagt der 52-Jährige und zählt auf: „Sämtliche Immobilien runtergewirtschaftet, kein Geld in der Kasse, keiner fühlte sich dafür verantwortlich. Da habe ich den Entschluss gefasst, mir das mal aus der Nähe anzusehen.“ 

Neuer Rat in Nachrodt: Glückwünsche von allen Seiten

Sein Hauptanliegen ist das generationsübergreifende Zusammenleben in der Gemeinde. „Für jede Generation sollte es mehrere Gründe geben, hier zu wohnen und alt werden zu können“, findet der Vater zweier Töchter. 

Ob es ein Vor- oder Nachteil für die Arbeit im Rat ist, dass er sein ganzes Leben bisher in der Gemeinde verbracht hat, weiß er nicht: „Mal schauen.“ 

Interessant am Rande: Es gab für alle neuen Ratsmitglied nur Glückwünsche von allen Seiten. Niemand hat gehört: „Wie kannst du dir das antun?“ Allerdings musste sich Iris Krutz bei ihrer Firma die Freigabe holen, dass sie ein Ehrenamt ausüben darf. Sie darf. Und es gab später auch Glückwünsche. 

So fielen die ersten Reaktionen der Ratsmitglieder nach der Wahl aus.

Neuer Rat in Nachrodt: Neue im Hintergrund

Einen Ausschuss zu übernehmen oder in der Fraktion überhaupt nach vorne zu preschen, können sich die sieben Neuen nicht vorstellen. Sie wollen erst einmal abwartet, sind aber durchaus auch bereit, den Haushalt durchzuackern und alles zu lesen, was an Vorlagen kommt. 

Enthusiasmus für die Gemeinde. Die konstituierende Sitzung des neuen Rates findet am 2. November ab 17 Uhr in der Aula der Sekundarschule statt.

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