Kein Kreuz in der Kapelle: Wähler müssen sich umstellen

In der Kita Fibs wird nun gewählt.

Nachrodt-Wiblingwerde – Kein Kreuzchen können Wähler bei der Kommunalwahl 2020 im Sakralraum der St.-Michaels-Kapelle machen. Die Kirche will das nicht.

622 Wähler müssen sich umstellen und einmal mehr auf ihre Wahlbenachrichtigungen gucken: Denn die St.-Michaels- Kapelle ist nicht mehr ihr Wahllokal. Stattdessen werden sie am 13. September in der evangelische Kindertagesstätte an der Bachstraße empfangen. 

„Die katholische Kirche möchte nicht mehr, dass wir im Sakralraum sind“, erklärt Bürgermeisterin Birgit Tupat. „Wir können nur den unteren Raum der Kapelle nutzen.“ Dort wird weiterhin das Wahllokal für den Wahlbezirk 6 eingerichtet – für 462 Wähler. 

Das Ausweichen auf die Kita Fibs wird von den Wahlausschuss-Mitgliedern positiv bewertet. Zumal die erste Überlegung war, das katholische Vereinshaus zu nutzen. Aber das ist zu weit entfernt. „Das Vereinshaus wäre auch außerhalb des Wahlbezirks, so dass die Entscheidung für das Fibs gut ist“, meinte SPD-Ratsherr Ronny Sachse. Zudem ist die Kita barrierefrei.

Das sind die Wahllokale

Insgesamt, so entschied der Wahlausschuss einstimmig, wird es elf Wahllokale geben: Nebengebäude Amtshaus, das Amtshaus selbst, das Jugendzentrum, die Grundschule Nachrodt, die Sekundarschule Holensiepen, die Kindertagesstätte an der Bachstraße, die St.-Michaels-Kapelle, das Verwaltungsgebäude der Walzwerke Einsal, die Grundschule Wiblingwerde, das evangelische Gemeindehaus Wiblingwerde und die alte Schule Veserde. 

Da auch das Gebäude an der Hagener Straße 96 aufgrund von Baumängeln nicht mehr zur Verfügung steht, müssen die Bürger, die bisher dort ihr Kreuzchen gemacht haben, auf das Amtshaus-Nebengebäude, sprich auf die Container auf dem Märkischen Platz, ausweichen. Das betrifft 450 Wahlberechtigte. 

Anekdoten aus dem Leben der Wahlhelfer

Die Wahlausschuss-Mitglieder erzählten zudem am Rande der Sitzung amüsiert von ihren Erlebnissen bei Wahlen. „Ein Wähler kam in die St.-Michaels-Kapelle, musste aber eigentlich in der Sekundarschule wählen. Das wollte er nicht. Da hat er seine Wahlbenachrichtigung zerrissen und ist nach Hause gegangen“, erzählt Ronny Sachse. 

Auch Annegret Klatt hat Ähnliches als Wahlhelferin erlebt: „Einer kam mit einer Wahlbenachrichtigung und dachte, es sei egal, wo er wählt. Er musste aber nach Einsal.“ Bei einigen Wahlen ist das Wahllokal nicht von Bedeutung, bei der „Kommunalwahl wird es schwierig. Da müssen wir ganz anders drauf achten“, sagt Kämmerin Gabriele Balkzukat. 

Bei den Kommunalwahlen in NRW können seit zwei Jahrzehnten auch 16- und 17-Jährige ihre Stimme abgeben. Die Stichwahlen wurden abgeschafft, wobei das für Nachrodt-Wiblingwerde irrelevant ist: Bürgermeisterin Birgit Tupat wurde erst 2018 gewählt. Welche Kandidaten die Parteien ins Rennen schicken, steht aktuell noch nicht fest, sie sollen aber vor den Sommerferien für alle Wahlbezirke benannt werden.

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