Kauf der Klingestraße "eine Frage der Solidarität"

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Die UWG-Fraktion ist skeptisch, was den Kauf der Klingestraße angeht.

Nachrodt-Wiblingwerde - Es gibt unendliche Geschichten mit Happy End und solche, die dramatisch vor sich hinplätschern. Zu welcher Kategorie das Dilemma rund um die Klingestraße gehört, ist auch nach der jüngsten Ratssitzung noch offen. Wird die Gemeinde die Straße jetzt doch kaufen?

 Seit 2015 kämpfen die Anwohner der Klingestraße mit Absackungen der Straße. Hier ein Loch, dort ein Krater. Zwischenzeitliche Sperrungen, die plötzlich wieder aufgehoben wurden. Möglicherweise ist die ganze Straße unterspült. Aber der Eigentümer – die Firma Eurowatt – sieht sich augenscheinlich nicht in der Pflicht zu handeln. Und der Gemeinde sind die Hände gebunden.

 „Es ist eine unglückliche Situation für die Anwohner. Im Endeffekt ist es Landfriedensbruch, wenn wir als Gemeinde tätig werden. Es wäre wichtig, wenn sich die Anlieger Unterstützung bei einem Verband wie Haus und Grund holen würden“, erklärte der CDU-Fraktionsvorsitzende Jens-Philipp Olschewski.

Und auch Gerd Schröder machte für die SPD-Fraktion deutlich, dass die Politiker den Klingestraße-Bewohnern einen Rechtsbeistand ans Herz legen. Zudem stellte Gerd Schröder die Überlegung in den Raum, die Klingestraße im Rahmen des Gemeindeentwicklungsplanes zu widmen.

Doch plötzlich kippte die Situation im Rat – von sehr zurückhaltend zu sehr vehement. „Wir kassieren die Grundsteuer B und lassen die Anwohner im Regen stehen“, meinte CDU-Ratsherr Peter Herbel. Und Matthias Lohmann (SPD) stellte einen Kauf der Klingestraße zur Debatte, für ihn „eine Frage der Solidarität“. „Nachdem, was ich gehört habe, wird es keine andere Lösung geben“, so Matthias Lohmann. Dass man die Klingestraße für „nen Appel und nen Ei“ bekommen könnte, machte Christian Pohlmann (SPD) deutlich: „Der Eigentümer wird doch froh sein, wenn er die Baustelle los ist.“

Die UWG-Fraktion reagierte skeptisch. „Wir sind im Stärkungspakt“, gab Petra Triches zu bedenken und Sonja Hammerschmidt nannte das Problem von möglichen Anliegerbeiträgen, die dann bei einer Sanierung der Straße fällig würden. Dass man bei der Klingestraße nicht einfach Löcher stopfen kann und eine vernünftige Lösung her muss, machte auch Bürgermeisterin Birgit Tupat deutlich. Vielleicht, so die abschließende Überlegung, kann ein Gutachten über mögliche Kosten weiterhelfen.

 Die Anlieger der Straße haben nach Jahren des Kampfes langsam aber sicher die Nase gestrichen voll. „Irgendwann werden alle Häuser abgerissen, weil sie absacken“, so Familie Höllerhage-Rößner. „Die Gemeinde schafft sich ab. Hagener Straße 150 ist abgerissen, 114/116 auch, das Amtshaus ist marode und die Rastatt.“ Es gehe den Anliegern nicht um eine schöne, sondern um eine sichere Straße. Susanne Höllerhage-Rößner hat den Eindruck, dass „die Gemeinde das Problem aussitzt“ und einen Kostenvoranschlag, den es von Tiefbauer Lobbe gebe, einfach ignoriere.

 „Ich weiß nicht von jedem Kostenvoranschlag, der in meinem Haus eingeht“, so Bürgermeisterin Birgit Tupat. Und so endete die Debatte, wie sie begann. „Wenn ihr etwas durchsetzen wollt, dann müsst ihr den Eigentümer vor den Kadi zerren“, meinte CDU-Ratsherr Ulrich Gülicher und Matthias Lohmann empfahl den Klingestraßen-Bürgern eine Klage auf Unterlassung.

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