Kommentar zur Kooperitis

Peter von der Beck

„Auslagern, immer größere Einheiten bilden, Zusammenlegen, Kooperationen eingehen. Es ist so ein Trend, so ein Phänomen, mit dem man in allen Branchen Geld sparen will. Doch mir geht dieses Synergieeffekt-Gedöns langsam auf den Geist! Mag das alles in der freien Wirtschaft einen gewissen Sinn haben und tatsächlich Geld sparen (was ich bezweifle), doch für kommunale Gemeinden funktioniert das wohl nicht. Sie würden sich zu weit vom Bürger entfernen.

Dann kann man die kleineren Gemeinwesen doch gleich ganz abschaffen, dann ein Callcenter in Indien beauftragen, das die Anliegen der Bürger bearbeitet, einen Anrufbeantworter ins Bürgermeisterzimmer stellen, das Ordnungsamt wird vom Zollamt mit übernommen, Straßen und Plätze können die Bürger selber reinigen, das Sozialamt wird in einer Düsseldorfer Groß-Verwaltungseinheit integriert, Angelegenheiten des Bauamtes können bestimmt von einer zentralen Stelle in Dortmund (und mit einer guten Software) gleich für ganz Ostwestfalen erledigt werden.

Spaß beiseite: Den Sparwillen und das Schaffen von Spielräumen in allen Ehren - aber am ganz langen Ende wird der Bürger dabei zu einer Nummer degradiert, zum Kunden einer Art Verwaltungs-Telekom. Das Individuelle, das Spezielle, das, was Menschen, Orte, Landschaften ausmacht, wird glatt geschliffen, eingemeindet und hinfortverwaltet.“

Peter von der Beck

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