Schocken jetzt bei Winkhaus

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Die Knobelrunde trifft sich jetzt immer in Wiblingwerde.

Nachrodt-Wiblingwerde - Erst klackern die Würfel, dann wird der Becher reihum geräuschvoll auf einen Bierdeckel geworfen, bevor am Ende die Ergebnisse verlesen werden: 6-3-3, 6-2-2 oder aber eine andere Variante, die sich aus drei Würfeln bilden lässt. Wer diese Zahlenkombinationen hört und an einem späten Freitagnachmittag in der Gaststätte „Zur schönen Aussicht“ vorbeischaut, wird mit Sicherheit auf den Knobel-Stammtisch treffen; nur mit der Ausnahme, dass sich dessen Mitglieder auch mal privat treffen, falls der Wirt im Urlaub sein sollte. Das AK besuchte die „Herren der Schöpfung“ im Rahmen der Serie „Zu Besuch bei ...“

 Die Runde trifft sich bereits seit mehr als 40 Jahren in einer mehr oder weniger festen Besetzung – und hat in dieser Zeit auch schon einige Ortswechsel mitgemacht. Ihren Anfang genommen hat die Runde in der ehemaligen Bergschänke in Einsal. Wann dieses Lokal seine Pforten genau geschlossen hat, vermag niemand zu sagen: Mehr als zehn Jahre muss dieses Ereignis allerdings schon zurückliegen.

Danach fand der Stammtisch in der Rastatt ein neues zu Hause, bis auch dieser Ort vor einigen Monaten geschlossen wurde. Nun ist es also die Gaststätte „Zur schönen Aussicht“. Gespielt wird eine regionale Form des Knobelns: Beim Schocken sehen die Regeln vor, dass der Verlierer eines Spiels die nächste Runde bezahlt.

 „Dies muss aber ausdrücklich nicht immer ein Bier sein“, betont Franz-Josef Hillebrand. So darf auch gerne mal ein Kaffee serviert werden. Der älteste Spieler des Stammtisches ist übrigens der 87-jährige Werner Joseph. Darüber hinaus gehören noch Reiner Knappstein („Der Präsident“), Josef Fieroch, Peter Joergens, Peter Herbel, Holger Püschel (als Gast) und Rudi Draheim dem Knobel-Stammtisch an.

 Wie gesagt: Jeder Spieler erhält einen Würfelbecher und drei Würfel. Gespielt wir in „zwei Hälften“, wobei die Verlierer dieser zwei Hälften in einer weiteren Partie gegeneinander antreten. Wer die Runde verliert, bekommt zudem einen Strafstein zugesprochen. Der ideale Ausgang eines jeden Spiels ist natürlich der namensgebende „Schock“, der aus zwei oder im besten Fall aus drei „Einsen“ besteht.

 Doch wie auch immer die Partien ausgehen: „Am Ende gleicht es sich immer aus. Mal verliert der eine, mal der andere“, so Werner Joseph. Zu ihren Treffen reisen die Knobel-Freunde im Moment noch mit dem Bürgerbus an. Weil sich dies ab September aber ändert, soll dann ein Großraumtaxi bestellt werden („Hier muss niemand zu Fuß nach Hause laufen“).

 Was die Spieler vor allem an den wöchentlichen Runden schätzen: dass sich trotz der politischen Gegensätze am Tisch, am Ende doch alle vertragen. Und da ist noch ein Punkt, der sich in den vergangenen vierzig Jahren nicht geändert hat: Nach genau zwei Stunden ist Schluss! „Dann haben wir uns alles erzählt, genug verloren und auch ausreichend getrunken“, so Franz-Josef Hillebrand.

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