"Klüger gegen Betrüger": So will die Sparkasse vor fiesen Trickdieben schützen

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„Klüger gegen Betrüger“ heißt die Broschüre, die Sparkassen-Marketingleiter Tomislav Majic, Kriminalhauptkommissar Thomas Groß-Hohnacker und Marktbereichsleiter Holger Wolf (von links) jetzt vorstellten.

Altena – Trickdiebe haben viele fiese Maschen. Oft bringen sie vor allem Senioren um ihr Geld. Nun will die Sparkasse helfen, das zu verhindern.

„Man muss das Rad nicht zweimal neu erfinden“, dachte sich eine Mitarbeiterin der Sparkassen-Marketingabteilung, als ihr eine Broschüre der Sparkasse Essen in die Hände fiel, in der es um den Enkeltrick und andere Betrugsmaschen zu Lasten älterer Menschen geht. 

Sie bat um die Genehmigung, das Heft für den Märkischen Kreis modifizieren und nachdrucken zu dürfen. Dafür gab es grünes Licht, ab sofort ist „Klüger gegen Betrüger“ in allen Filialen der Vereinigten Sparkasse erhältlich. 

Auf über 30 Seiten erklärt das Heft, wie Enkeltrick, Schockanrufe, die Masche mit den falschen Polizisten und andere Straftaten zu Lasten von Senioren funktionieren und wie man sich dagegen schützt. 

Erfolg mit Wasserwerker-Trick

Ergänzt werden diese Angaben durch einen Serviceteil mit Ansprechpartnern bei der märkischen Polizei. Solche Maßnahmen zur Prävention seien dringend erforderlich, weiß Thomas Groß-Hohnacker aus der Direktion Kriminalität, Kriminalprävention und Opferschutz der Kreispolizeibehörde und weist darauf hin, dass ein Senior aus Plettenberg erst in dieser Woche mittels des Wasserwerker-Tricks um einen hohen Geldbetrag gebracht wurde. 

Neu sind die Maschen nicht unbedingt: „Den Enkeltrick gibt es schon seit 20 Jahren“, sagt Groß-Hohnacker. Zu dem materiellen Schaden komme oft ein seelischer hinzu, erklärte der Polizist, als die Sparkasse „Klüger gegen Betrüger“ jetzt in der Hauptstelle Altena vorstellte. 

Rund 1000 solcher Straftaten werden jedes Jahr im Märkischen Kreis angezeigt, wobei es in den meisten Fällen beim Versuch bleibt. Aber in fünf bis zehn Prozent der Fälle haben die Betrüger Erfolg, die Senioren werden oft um Beträge im fünfstelligen Bereich geprellt.

Kunden und Mitarbeiter sensibilisieren 

Hier kommt die Sparkasse ins Spiel: Sie sensibilisiert ihre Mitarbeiter, wie sie auf ungewöhnliche Vorgänge wie das Abheben größerer Geldbeträge reagieren können, um die Kunden vor einer möglichen Gefahr zu warnen.

„Die Kollegen sollen ältere Kunden direkt auf den Verwendungszweck ansprechen, wenn sie einen großen Betrag abheben wollen. Durch ein offensives Hinterfragen kann oftmals ein Schaden für die Kunden verhindert werden“, sagt der für Altena zuständige Marktbereichsleiter Holger Wolf und berichtet, dass er zuletzt im November 2019 verhindern konnte, dass ein Senior aus Altena um einen hohen Geldbetrag erleichtert wurde. „Er hat dann auf unser Anraten hin die Polizei informiert und sich am nächsten Tag bei uns bedankt“, schildert Wolf.

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