Im Edeka in Nachrodt

Klopapier wird Chefsache: Edeka-Marktchef gibt's persönlich raus

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Edeka-Marktchef Kai Kantimm gibt das Klopapier persönlich heraus.

Im Edeka-Markt in Nachrodt wurde das Klopapier zur Chefsache. Nicht nur dessen Ausgabe behält Kai Kantimm im Blick.

  • Klopapier ist wegen des Coronavirus Mangelware 
  • Im Edeka-Markt in Nachrodt-Wiblingwerde ist Klopapier jetzt Chefsache
  • Nur der Supermarkt-Leiter gibt die begehrte Ware heraus

Nachrodt-Wiblingwerde - Wenn der Chef höchstpersönlich das Toilettenpapier herausgibt, dann ist die Not groß. Die Not derjenigen, die das heiß ersehnte Papier bekommen wollen. Und die Not von Kai Kantimm, der die Lage gern entspannen möchte. 

Im Edeka-Markt an der Altenaer Straße 33 ist es nicht anders als anderswo: Bevor man sich versieht, sind manche Dinge ausverkauft. Dass ausgerechnet jetzt Klopapier der Verkaufsschlager Nummer 1 und Mangelware ist, erklärt Kai Kantimm so: „Wenn es plötzlich alle haben wollen, dann muss es doch wichtig sein. Die Gesellschaft möchte immer die Artikel haben, die nicht da sind.“ 

Maximal 120 Leute zeitgleich

Tatsächlich ist Toilettenpapier so gut wie alternativlos. Für alle ist es eben undenkbar, auf das Abwischen des Pos zu verzichten. Außerdem soll die Küchenrolle nicht geeignet sein: Sie verstopft das stille Örtchen. 

Im Nachrodter Edeka-Markt sollen aktuell höchstens 120 Leute gleichzeitig einkaufen. Um das zu kontrollieren, stehen etwa 90 Einkaufswagen zur Verfügung. „Am liebsten ist es mir, wenn jeder Kunde einen Einkaufswagen hat. Wenn ein Paar also kommt, soll es zwei Wagen nehmen“, sagt Kai Kantimm. So ganz eng sieht er das aber nicht. „Und ich schaue, ob zu viele Leute im Laden sind.“ 

Über einen Security-Dienst hat er zwar nachgedacht, möchte aber erst einmal darauf verzichten. „Ich muss sagen, dass die Nachrodter Kunden schon sehr vernünftig sind.“ Augenscheinlich entspannt sich die Einkaufssituation auch ein wenig. „Am vergangenen Samstag war der erste Tag seit drei Wochen, der normal war“, sagt Kai Kantimm. 

Kunden warten auf Liefer-Lkw

Zuvor gab es auch Anstürme und Leute, die „oben an der Straße standen und geguckt haben, wann denn endlich der Lkw kommt“, sagt Kai Kantimm. Und so hat er die Ausgabe von Toilettenpapier mehrere Tage zur Chefsache gemacht. „Ich habe das bewacht“, sagt der Edeka-Chef und muss selbst lachen. 

Der Preis hat sich nicht geändert. „Wir möchten alle Kunden zufriedenstellen und nicht ausnutzen.“ Dass nicht alle so denken, zeigt ein Blick über den Tellerrand: „Zwei Rollen Toilettenpapier in einer Mülltüte verpackt für je 1,99 Euro gibt es an der Aral- Tankstelle in Heedfeld“, erzählt der Nachrodter Guido Stumpf. 

Seine Mitarbeiter hat Kai Kantimm längst mit Atemschutzmasken ausgestattet. „Die habe ich zum Preis von 1,70 Euro das Stück bestellt. 100 Masken habe ich bekommen. Am nächsten Tag lag der Preis schon bei sechs Euro.“ Die Mitarbeiter tragen auch Handschuhe. Und sie sind höchstbelastet. „Was wir hier durchjagen, ist gewaltig“, sagt Kai Kantimm. 

Keine Sonntagsöffnung

Die Belastungsgrenze ist erreicht. Eine Sonntagsöffnung kommt schon deshalb nicht in Frage. „Das halte ich aber auch nicht für nötig“, sagt Kai Kantimm. Er selbst war am Sonntag im Geschäft, um die Abstandsmarkierungen zu erneuern und den Laden mit Chlor zu reinigen. Niemand krank, keiner in Quarantäne: „Alle sind wohlauf“, ist Kai Kantimm froh und hofft auf weitere Entspannung der Lage.

Alle aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im MK finden Sie in unserem Ticker.

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