Neue Stelle in der Verwaltung

Grünes Gewissen gratis: Gemeinde muss Klimaschutzmanager nicht zahlen

Photovoltaik-Anlagen will die Gemeinde auf vielen eigenen Gebäude installieren lassen.
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Photovoltaik-Anlagen will die Gemeinde auf vielen eigenen Gebäude installieren lassen.

Eine neue Stelle gibt es in der Gemeindeverwaltung Nachrodts: Gesucht wird ein Klimaschutzmanager. Zahlen muss die Kommune die neue Kraft erstmal nicht.

Nachrodt-Wiblingwerde – Die Gemeinde bekommt einen Klimaschutzmanager. „Das mag sich für Nachrodt-Wiblingwerde merkwürdig anhören, hat aber viele Vorteile“, meint Bürgermeisterin Birgit Tupat und findet einstimmige Unterstützung im Rat.

Grundlage ist das jetzt vorliegende Klimaschutzkonzept, das coronabedingt nicht so sehr in der Öffentlichkeit diskutiert werden konnte. Ein geplantes Klima-Café musste abgesagt werden, dafür gab es Online-Plattformen, die von den Bürgern gut genutzt wurden.

Viele Projekte für Klimaschutzmanager

Die Stelle des Klimaschutzmanagers wird für drei Jahre zu 100 Prozent gefördert, kostet die Gemeinde also keinen Cent. „Und mit Blick auf anstehende Projekte – Grundschule, Amtshaus, Turnhalle Photovoltaik auf vielen Gebäuden – sehen wir eine gute Möglichkeit, die Stelle auszulasten“, so Birgit Tupat, die Rückendeckung von UWG-Sprecherin Petra Triches bekam: „Wer bei euch aus dem Haus sollte das zusätzlich noch machen?“ Sebastian Brinker (CDU) sieht zudem die Wichtigkeit des Klimaschutzmanagers als Ansprechpartner für die Bürger. „Regelmäßige Sprechstunden machen Sinn.“

Straßenbeleuchtung: Thema ganz oben auf der Liste

Bei der Beteiligung der Bürger wurden 33 Vorschläge eingereicht. Unter anderem wurde immer wieder die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED gewünscht. Dies gehört zu den Vorhaben, die direkt im Maßnahmenkatalog des Klimaschutzprogramms aufgenommen wurden – für eine kurzfristige Realisierung (ein bis drei Jahre).

Bislang wurden etwa 40 Prozent der Straßenbeleuchtung umgestellt, der Ausbau läuft kontinuierlich weiter. Man verspricht sich Einsparungen zwischen 60 und 80 Prozent.

Bürger profitieren von Heiz-Check

An den Start geht auch das Vorhaben, die kommunalen Gebäude verstärkt durch selbst produzierten Solarstrom zu versorgen und mit gutem Beispiel voranzugehen. Standardmäßig soll die Prüfung von Dachflächen (Statik, Neigung, Solareignung) für PV und/oder Gründach erfolgen und Photovoltaikanlagen in Kombination mit Gründächern von der Gemeinde installiert und betrieben werden.

Interessant für die Bürger ist der Punkt „Beratung zur Heizungsoptimierung“. Energieverbräuche sollen in Privathaushalten gesenkt werden – mit Hilfe eines Umstiegs auf klimafreundliche Versorgungsarten wie Solarthermie, Wärmepumpen oder Pelletheizungen. Das Beratungsangebot „Heiz-Check“ der Verbraucherzentrale NRW, so die Idee, könne in Kooperation mit dem Klimaschutzmanager durchgeführt werden.

Ausbau von Solar-Energie auf der Agenda

Der „Ausbau der Solarenergie und Wasserkraft“ ist ebenfalls im Klimakonzept festgeschrieben. Derzeit sind in Nachrodt-Wiblingwerde verhältnismäßig wenige Solaranlagen installiert – nämlich exakt 65. Zur Nutzung von Wasserkraft gibt es zwei Anlagen, die zusammen einen Stromertrag von 5,1 GWh/a erreichen.

Um den Ausbau von Solarenergie für private Hausbesitzer sowie für Unternehmen attraktiver zu gestalten, sollen Informationen zur Wirtschaftlichkeit, Kosten, Fördermöglichkeiten, grundsätzlichen Anforderungen und lokalen Solarinstallateuren bereitgestellt werden. Das Klimaschutzkonzept ist 235 Seiten stark. Mit Hilfe eines Maßnahmenkatalogs soll langfristig der Klimaschutzprozess der Gemeinde gesteuert und gestaltet werden.

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