Kritische Anmerkungen im Bauausschuss

Klima-Café am 30. März

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Kim Wrede vom Planungsbüro Gertec, das für acht Kommunen im Kreis die Klima-Konzepte erstellt, berichtete im Bauausschuss.

Nachrodt-Wiblingwerde -  Es ist noch ein wenig von Theorie geprägt, das Klimaschutzkonzept, das die Gemeinde aufstellen möchte. Fakt ist: Die Kommunalpolitiker möchten es. Wollen es durchaus vorantreiben. Fakt ist aber auch: Es gibt noch viele offene Fragen. Wer soll beispielsweise den Klimaschutzmanager bezahlen, der die irgendwann aufgestellten Ziele angeht? 

Und wo steht Nachrodt-Wiblingwerde aktuell überhaupt beim Thema Klima? Kim Wrede vom Planungsbüro Gertec, das für acht Kommunen im Kreis die Klima-Konzepte erstellt, musste sich im Planungs- und Bauausschuss durchaus kritischen Anmerkungen stellen. Sie hatte im Vorfeld das „Klima-Prozedere“ präsentiert, das sich weniger um Inhalte als um das Vorgehen drehte.

Klima-Café

 Ganz konkret gibt es einen Termin: Am 30. März können alle interessierten Bürger im Rahmen eines Klima-Cafés ab 17 Uhr in der Mensa der Sekundarschule über ihre Wünsche und Anregungen an verschiedenen Thementischen diskutieren. „Bringen Sie alle mit, die Sie kennen“, forderte Kim Wrede die Ausschussmitglieder auf und hofft auf einen großen Zulauf. Der ist auch wahrscheinlich, denn viele Nachrodt-Wiblingwerder beteiligten sich bereits an der Online-Ideenkarte, die als sensationeller Startschuss für das Klimaschutzkonzept galt.

33 Vorschläge

 33 Vorschläge sind von den Bürgern eingegangen. Nicht jeder Vorschlag wird 1 : 1 in das Konzept einfließen. „Aber vieles kann man sicher bündeln“, meinte Kim Wrede. Gern gesehen würden die Bürger beispielsweise die Bepflanzung der Bushaltestellen, die Umstellung sämtlicher Laternen auf LED-Licht (bisher erst 130 von insgesamt 900) oder die Schaffung und Moderation eines neutralen Beratungsangebotes zur Nutzung von Photovoltaik und Solarthermie.

Keine konkrete Antwort

 Der Maßnahmenkatalog als Herzstück des Klimaschutzkonzeptes soll im Sommer erstellt sein – und wird als Handlungsanweisung für den Klimaschutzmanager gelten. So soll es Aktionsschritte geben, die bis ins Detail erläutern, welche Kosten entstehen und welche Einsparungen möglich sind. „Man liest immer von einer klimaneutralen Stadt. Was müssten wir machen, um das sinnvoll erzielen zu können?“, fragte Jens-Philipp Olschewski, Fraktionsvorsitzender der CDU. „Wenn dies erklärtes Ziel ist, müssten auch die Maßnahmen angepasst werden“, verzichtete Kim Wrede auf eine konkrete Antwort.

"Dann sitzen wir im Kalten"

 Ziel ist es, die Treibhausgasemission zu verringern. Und dafür gibt es verschiedene Wege: Umstellung auf erneuerbare Energien. Steigerung der Energieeffizienz. Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel. „Wenn es um fossile Energieträger geht, dann ist es ganz einfach. Wir schaffen die Ölheizung ab. Dann sitzen wir im Kalten. Es muss doch überregional, landes- oder bundesweit koordiniert werden. Die meisten Maßnahmen sind doch nicht nur auf lokaler Ebene umzusetzen“, meinte Gerd Schröder, Fraktionsvorsitzender der SPD. 

Auch Sebastian Brinker (CDU) ist der Ansicht, dass der Bürger nur die Ölheizung abschaffen würde, wenn er Anreize sprich eine Prämie vom Staat bekommen würde. „Mir erschließt es sich nicht so ganz, warum wir neben dem allgemeinen Konzept, das vom Bund und Land herausgegeben worden ist, noch etwas Eigenes machen sollen. Konzeptionell sich etwas zu überlegen, ist gut. Aber wir sind finanziell auf Kante genäht, Geld für einen Klimaschutzmanager auszugeben, der hier vor Ort ein bisschen berät und vermittelt, finde ich schwierig“, so Sebastian Brinker.

Das Konzept abwarten

In Kooperation mit den Nachbarkommunen wäre nach Ansicht von Kim Wrede durchaus einiges möglich – auch die „Teilung“ eines Klimamanagers beispielsweise. Und für einzelne Maßnahmen, die man umsetzen möchte, gebe es Fördertöpfe, die eben genau dieser Klimaschutzmanager anzapfen könne. Zudem würden viele Maßnahmen auch die lokale Wirtschaft fördern. 

„Wir sollten erst einmal dieses Konzept abwarten und gucken, was unterm Strich dabei herauskommt“, meinte Bürgermeisterin Birgit Tupat. „Wenn wir hier kritisch nachfragen, dann hat das nichts damit zu tun, dass wir nicht etwas für den Klimaschutz tun wollen. Aber wir suchen den richtigen Weg“, stellte Ulrich Gülicher als Vorsitzender des Bauausschusses klar.

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