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Kleiner Etat, große Debatte: Kulturausschuss kämpft um beste Lösung

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Von: Susanne Fischer-Bolz

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Auch die DJ-Partys vom Kulturschock könnten bezuschusst werden.
Auch die DJ-Partys vom Kulturschock könnten bezuschusst werden. © Ina Hornemann

Es könnte alles so einfach sein. Theoretisch. Praktisch möchten die Mitglieder des Sozial- und Kulturausschusses alles richtig machen und diskutierten sich deshalb die Köpfe heiß. Thema: der Kulturetat. Es geht um 5000 Euro.

Nachrodt-Wiblingwerde – Tatsächlich ist es nicht die Welt – die Summe, über die im Kulturausschuss heiß diskutiert wurde. Allerdings soll sie jährlich gerecht an Vereine, Verbände und Initiativen verteilt werden. Nur wie? Fest steht: Pro Veranstaltung soll ein maximaler Zuschuss von 1250 Euro gewährt werden.

„Es ist mir zu viel Interpretationsspielraum“, so Iris Krutz (CDU) zu den von der Verwaltung ausgearbeiteten Richtlinien. Im diesem Jahr, so lautete der Vorschlag, können Anträge bis zum 30. Juni gestellt werden, ab 2023 dann immer bis zum 31. Januar. „In der heutigen Situation weiß man nicht langfristig, was man tun oder planen soll“, so die Christdemokratin.

Dass automatisch nach dem Stichtag 31. Januar das nicht angeforderte und somit übrig gebliebene Geld dem Weihnachtsmarkt zur Verfügung gestellt wird, empfand Iris Krutz als unglücklich. „Das ist kurzfristig gedacht.“

Anträge, darauf konnte man sich nach einigem Hin und Her und auf Vorschlag von Stefan Herbel (CDU) einigen, können nun grundsätzlich bis zum 31. März gestellt werden. Wenn dann noch Geld übrig ist, werden weitere Anträge bis zum 30. Juni angenommen. „Bis dahin wird jeder wissen, ob etwas im laufenden Jahr auf die Beine gestellt wird oder nicht“, so Birgit Tupat.

Beendet war das Thema damit aber noch nicht: Die Sozialdemokraten stellten die Vergaberichtlinie komplett in Frage. „Auch Veranstaltungen mit Eintrittsgeldern sollten berücksichtigt werden, da bei einer Bezuschussung der Veranstaltung die Höhe des Eintrittsgeldes positiv beeinflusst werden könnte“, meinte Bernd Greif.

Dies unterstützte Regina Tschentscher (UWG) und erinnerte an die Veranstaltungen vom Brettken am drögen Pütt. So wird genau dies auch aufgenommen. Veranstaltungen mit Eintrittsgeldern können auch bezuschusst werden.

Sodann ging die Debatte um Zielgruppen und prognostizierte Besucherzahlen, Verwendungsnachweise und eine Kostenschätzung. „Werden da 1000 Leute kommen? Das könnte bei der Bewertung helfen“, meinte Iris Krutz. „Man weiß doch heute gar nicht, wie viele Leute kommen“, erklärte Petra Triches (UWG). So sah es auch Bürgermeisterin Birgit Tupat. „Wir haben im Sauerland Dauerregen, dann wissen wir auch, dass selbst Zugpferde, die man einlädt, keine Zuschauer locken. Das haben wir alles schon erlebt.“

Interessant war noch die Frage der Verteilung des Geldes. Die Devise „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“ stieß bei der SPD auf Kritik: „Die Veranstaltungen müssten doch gewichtet werden“, fand Bernd Greif. „Wie wollen Sie das gewichten? Das kann dann gern der Ausschuss machen, denn diese Dresche in der Öffentlichkeit kann er sich dann auch abholen“, so die Bürgermeisterin sehr deutlich.

Aykut Aggüll wünschte sich eine schnelle Einigung, „damit der Kulturetat und seine Richtlinie alsbald auf den Weg gebracht werden kann.“ Letztlich war es eine ganz knappe Abstimmung: Fünf Ausschussmitglieder waren dafür, das Thema zu vertagen, sechs dagegen. Die Vergaberichtlinie geht damit jetzt in den Rat.

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