Klasse2000: Zertifikat für Wiblingwerder Schule

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Die 4. Klasse der Grundschule mit Leiterin Anja Ihme und Matthias Rentrop. ▪

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Dass die Gemeinschafts-Grundschule zu den aktivsten im Umkreis zählt, zeigte sich wieder am Freitagvormittag. Für ihr besonderes Engagement in der Gesundheitsförderung und bei der engagierten Umsetzung des Gesundheitsprogramms „Klasse2000“ erhielt die Schule das Klasse2000-Zertifikat überreicht. Matthias Rentrop, als Vertreter des Altenaer Lions-Clubs, der das Projekt hauptsächlich finanziert, überreichte das Zertifikat.

„Die Wiblingwerder sind mit Abstand die aktivsten. Wir unterstützen Schulen in Altena, Werdohl, Neuenrade und Nachrodt-Wiblingwerde. Keine der Schulen hat es bisher bis zur Zertifizierung geschafft. Da haben die Wiblingwerder eine echte Vorreiterrolle“, erklärte Rentrop. Klasse2000 ist das bundesweit größte Programm zur Gesundheitsförderung, Sucht- und Gewaltvorbeugung in Grundschulen. Es begleitet Kinder von der ersten bis zur vierten Klasse, um ihre Gesundheits- und Lebenskompetenzen frühzeitig und kontinuierlich zu stärken. Dabei setzt es auf die Zusammenarbeit von Lehrkräften und externen Klasse2000-Gesundheitsförderern. „Klasse2000 fördert die positive Einstellung der Kinder zur Gesundheit und vermittelt Wissen über den Körper“, erklärte Schulleiterin Anja Ihme das Konzept. Dabei sei nicht nur gesunde Ernährung ausschlaggebend, sondern auch Bewegung und Entspannung. „Die Kinder lernen zudem kontinuierlich den Umgang mit Gefühlen und Stress, sowie Strategien zur Problem- und Konfliktlösung“, so Ihme weiter.

120 000 Euro investierte der Altenaer Lions-Club bisher in das Gesamt-Projekt. „Das wir das Geld stemmen konnten, ist auch Frau Ihmes Überzeugungsarbeit vor unseren Mitgliedern zu verdanken. Sie hat viel für das Projekt getan“, sagte Rentrop. „Alleine hätten wir ein solches Projekt einfach nicht finanzieren können. Natürlich sind die Themen des Programms eh Bestandteil des Unterrichts, allerdings nicht in solch einer ausgefeilten und langfristigen Ausdehnung“, erläutert Ihme die Problematik. Eine Kontinuität, sei daher wichtig und Klasse2000 biete das. So käme beispielsweise alle paar Wochen Gesundheitsberaterin Patricia Osthues in die Klasse und zeige den Kindern anschaulich, auf was es ankommt. „Für die Kinder ist das ein echtes Highlight. Aber auch die Lehrer sind kontinuierlich gefordert und bekommen Unterrichtseinheiten, die sie bis zum nächsten Besuch mit den Kindern abgearbeitet haben müssen“, so Ihme. Durch das hohe Individualisierungsmaß bleibe Klasse2000 über die vier Grundschuljahre interessant und spannend. Auch für die Lehrer sei es hilfreich, da es eine Art Skelett bilde, an dem man sich entlang hangeln könne.

„Gesundheit wird hier gelebt. Das war hier auch vor meiner Zeit bereits so. Aber jetzt wird es noch systematischer eingebracht“, freut sich Ihme über den Erfolg. Klasse2000 sei vor allem eine ganzheitliche Lösung. So gäbe es immer eine Rückkopplung auch nach Hause. „Die Kinder sehen ja, was gesund ist und leben das dann auch zu Hause. Wir machen hier keine Erziehung oder Bildung mit dem erhobenen Zeigefinger. Das ist uns wichtig.“

Der Schulalltag ist geprägt vom Gesundheitsgedanken. So gibt es beispielsweise einmal im Monat das gesunde Frühstück. „Die Kinder bringen gesunde Sachen für das Buffet mit. Gemeinsam essen wir dann in den Klassen und nebenbei wird dann auch hier und da mal was erklärt, sodass gesund essen selbstverständlich wird.“ Neben dem gesunden Frühstück gibt es täglich die Frühstückspause. Auch hier wird Wert auf gemeinsames Essen am Tisch gelegt. „Außerdem dürfen die Kinder bei uns im Unterricht trinken, allerdings nur Wasser und Schorlen. Cola ist hier verboten“, erklärte Ihme.

In den Bewegungspausen wird den Schülern einiges geboten. Selbst im Unterricht wird Bewegung groß geschrieben: „Wenn wir merken, dass die Kinder müde und unkonzentriert werden, gehen wir raus und machen Sport.“ Auch drei Stunden Sportunterricht sind sichergestellt, zudem gibt es Sportförderunterricht, für Kinder mit gewissen Schwächen.

„Wir haben uns damals bewusst für dieses Projekt entschieden. Und ziehen es mit all seinen Facetten durch. Man kann nicht auf jeden Zug aufspringen. Ich denke, dies ist ein Projekt mit einer Nachhaltigkeit für das ganze Leben“, sagte die Schulleiterin. ▪ lm

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