Hauptschüler finden Spaß am Singen

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Ausgestattet mit identifikationsstiftenden T-Shirts, wollen die Sechstklässler der Albert-Schweitzer-Hauptschule am 16. März beim Projekt „Klasse! Wir singen“ in der Dortmunder Westfalenhalle auftreten.

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ „So viel Musikunterricht wie diese Sechs hat hier noch keine Klasse bekommen“, sagt Lehrer Bernward Seidel. Dabei muss der Musikunterricht an der Albert-Schweitzer-Hauptschule wegen Erkrankung eines Lehrers eigentlich schon seit Monaten ausfallen.

Dass die Sechstklässler sich dennoch ausgiebig mit Musik befassen hat einen einfachen wie besonderen Grund: Sie nehmen im März im großen Liederfest „Klasse! Wir singen“ in der Dortmunder Westfalenhalle teil. Und darauf müssen sich sich natürlich gut vorbereiten – mit fast täglich einer Stunde Gesangsunterricht. „Die Idee, daran teilzunehmen, ist zu Beginn des Schuljahres in der Musik-AG entstanden“, berichtete Seidel. Diese AG habe dann aber plötzlich nicht mehr stattfinden können, also sei er in die Bresche gesprungen, so der musikalisch begabte Lehrer, der selbst mehrere Instrumente spielt. „Wir haben dann in der Klasse zunächst probeweise einige Lieder gesungen“, erzählt Seidel, wie die Idee, sich an dem Projekt zu beteiligen, Gestalt angenommen hat. „Die Schüler haben richtig Spaß am Singen und an der Musik gekriegt“, hat er registriert. So haben sie zum Beispiel auch den Weihnachtsgottesdienst der Schule musikalisch mitgestaltet.

Bei dem Schulprojekt „Klasse! Wir singen“ haben in den vergangenen sechs Jahren in Niedersachsen, Berlin und Hamburg mehr als 180 000 Schulkinder mitgemacht. In Kooperation mit dem Verein Deutsche Sprache (VDS) findet es nun in diesem Jahr in Westfalen statt. Heiner Schäferhoff vom VDS freut sich über das große Interesse an dem Projekt: „50 000 Teilnehmer aus 561 Schulen haben sich angemeldet. So einen großen Kinderchor hat es in Westfalen noch nicht gegeben!“

Wie die übrigen Teilnehmer aus den Klassen 1 bis 7 üben auch die Albert-Schweitzer-Hauptschüler täglich im Klassenverband einen Liederkanon ein. Dazu gehören klassische Volkslieder wie das zur „Nachrodter Nationalhymne“ gewordene „Kein schöner Land“ oder „Alle Vögel sind schon da“ sowie moderne Kinderlieder wie „Hey, Pipi Langstrumpf“ oder „Meine Biber haben Fieber“. Sogar „Morning has broken“, der Welthit von Cat Stevens, gehört zum Repertoire, das die Mädchen und Jungen einstudieren. Ziel ist es, die Kinder wieder für das Singen zu begeistern. „Kinder, die singen, sind kontakt- und sprachfreudiger, aufgeschlossener und entwickeln ein größeres Gemeinschaftsgefühl“, so Schäferhoff.

Von den 19 Sechstklässlern, die sich mit ihrem Lehrer Bernward Seidel auf ihren großen Auftritt in Dortmund vorbereiten, hat knapp ein Drittel bereits Erfahrungen in einem Chor gesammelt. Auch deshalb hat der Lehrer versucht, mehrstimmige Lieder mit ihnen zu singen. „Da tun sie sich aber noch schwer“, so Seidel. Aber darauf kommt es bei dem Projekt ja auch gar nicht an. In Dortmund werden sich die Hauptschüler am Samstag, 16. März, mit mehreren tausend Schülern zu einem riesigen Chor vereinen, und dann ab 11 Uhr die einstudierten Lieder vortragen.

Einlass zum 90-minütigen Liederfest ist bereits ab 10 Uhr. Eltern, Geschwister und Freunde können die singen Hauptschüler natürlich begleiten. Die Eintrittskarten kosten 8,90 Euro für Erwachsene und 4,90 Euro Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre. Erhältlich sind die Tickets beim Altenaer Kreisblatt in Altena (Lennestraße 48) und im Internet. Eltern und Geschwister von Kindern mit Berechtigung zur Teilnahme am Bildungsgutschein (Hartz-IV) erhalten Freikarten. ▪ Volker Griese

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