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Umzug der Kita St. Elisabeth: Darum tut sich nichts

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Von: Susanne Fischer-Bolz

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Wann die Kinder der Kita St. Elisabeth ins katholische Vereinshaus ziehen, damit die Einrichtung umgebaut werden kann, steht noch in den Sternen.
Wann die Kinder der Kita St. Elisabeth ins katholische Vereinshaus ziehen, damit die Einrichtung umgebaut werden kann, steht noch in den Sternen. © Fischer-Bolz, Susanne

Die Kita-Kinder sollen ins katholische Vereinshaus umziehen, damit der Elisabeth-Kindergarten umgebaut werden kann. Doch nichts passiert, alle hängen in der Warteschleife. Dafür gibt es zwei Interessenten, die die Kirche St. Josef, das Vereinshaus und das Pfarrhaus kaufen wollen.

Nachrodt-Wiblingwerde – „Auf heißen Kohlen zu sitzen, bringt ja nichts. Wir warten in Ruhe ab“, sagt Sandra Schwieren, Leiterin der St.-Elisabeth-Kita. Eigentlich sollten die Mädchen und Jungen zeitnah nebenan ins katholische Vereinsheim ziehen, damit die Kita umgebaut und für die Zukunft aufgestellt werden kann. Deshalb wurde Mitte Juni bereits das Vereinshaus ausgeräumt. Doch passiert ist seitdem nichts. „Zurzeit werden in unseren Strukturen die nötigen Genehmigungen eingeholt. Einen genauen Zeitplan kann ich leider noch nicht nennen. Ich rechne eher im Herbst mit den nächsten Informationen“, bleibt die Auskunft von Iris Leidel, Gebietsleitung Märkischer Kreis im Zweckverband Katholische Tageseinrichtungen im Bistum Essen, auf Anfrage der Redaktion doch sehr vage.

Keine genaue Prognose

Die Kita St. Elisabeth wird sowohl um eine halbe Gruppe des Gruppentyps I (für Kinder von zwei bis sechs Jahren) als auch um eine halbe Gruppe des Gruppentyps II (für Kinder unter drei Jahren) erweitert, sodass zukünftig weiteren Kindern in Nachrodt ein Betreuungsplatz angeboten werden soll. Die Umbauphase ist für ein Jahr geplant, „doch da zurzeit viele Handwerker ausgebucht sind und es viele Lieferprobleme gibt, kann noch keine genaue Prognose aufgestellt werden“, hatte die Pfarrbeauftragte Sandra Schnell bereits im Juni erklärt.

Vereinshaus steht leer

Für alle Vereine und Gruppen von St. Josef, die in der Vergangenheit regelmäßig das Vereinshaus für Zusammenkünfte genutzt hatten, ist die Situation besonders tragisch. Denn in Nachrodt gibt es eigentlich keine anderen Treffpunkte mehr. Die evangelisch-freikirchliche Gemeinde bietet deshalb ihre Unterkunft für die Flüchtlingsarbeit. Und das Vereinshaus steht leer. Alle hängen in der Warteschleife. Nachdem neun Kinder der Kita St. Elisabeth jetzt eingeschult wurden, haben nun neun neue Mädchen und Jungen ihre Kita-Laufbahn begonnen. Bereut werden insgesamt 45 Kinder, weitere stehen auf der Warteliste. „Wir geben den Kindern und den Eltern die Möglichkeit, glücklich und munter anzukommen“, sagt Sandra Schwieren. Alles andere müsse man schlicht abwarten.

Zwei Interessenten gibt es aktuell für den Kauf der Kirche St. Josef, dem Vereinshaus und dem Pfarrhaus.
Zwei Interessenten gibt es aktuell für den Kauf der Kirche St. Josef, dem Vereinshaus und dem Pfarrhaus. © Jona Wiechowski

Immobilien auf der Homepage des Bistums

Dass das aktuelle leere Vereinshaus der Katholiken ein Kummer ist, empfindet die Pfarrbeauftragte Sandra Schnell übrigens nicht so. In der Vergangenheit hätten dort nicht mehr so viele Gruppentreffen stattgefunden. „Möglicherweise coronabedingt“, gibt sie aber zu. So oder so stünden die Kirche, das Pfarrhaus und auch das Vereinshaus zum Verkauf. Die Immobilien waren auf der Homepage des Bistums Essen zum Kauf angeboten. „Es gab ein Ausschreibungsverfahren, die Frist ist abgelaufen. Die Investoren, die sich bis dahin gemeldet hatten, kommen erst einmal in die engere Wahl“, sagt Sandra Schnell. Gespräche mit eben diesen beiden Interessenten würden in Kürze anstehen, „vorher kann ich natürlich nichts sagen. Man muss erst mal gucken, welche Meinung die Steuerungsgruppe für den Pfarreientwicklungsprozess zu den Ideen hat, die da verwirklicht werden sollen.“

„Wir müssen alles verkaufen“

Möglich sei auch ein Einzelkauf der Gebäude. „Wir müssen aber alles verkaufen, das sind einfach finanzielle Gründe. Die Entscheidung ist ja schon im Februar 2018 getroffen worden, längst bevor ich hier war, als die Pfarrei überlegt hat, wie es weitergehen kann. Die Kosten steigen, aber die Einnahmen sinken. Dass wir uns von Standorten trennen müssen, betrifft St. Josef und betrifft auch St. Theresia, wo wir auch überlegen werden, wie das weitergeht.“

Keine Nachtlokale, Bordelle oder Spielhallen

Bis 2025 sollen die Weichen gestellt sein. „Wir sind gut in der Zeit, haben keine große Eile. Der Kindergarten wird erst einmal ins Vereinshaus ziehen, das heißt, dass das Gebäude das nächste Jahr nicht verkauft wird“, so Sandra Schnell. Für die Nachrodter sei es natürlich wichtig zu wissen, dass der Verkauf anstehe. „Aber das ist nichts, was wir jetzt mit höchster Priorität angehen. Wir bleiben am Ball.“ Wichtig sei, dass eine neue Nutzung „dem Gebäude entspricht. Das kann etwas Soziales sein oder etwas Kulturelles beispielsweise“, sagt Sandra Schnell. Bei den Immobilienangeboten, die aktuell auf der Homepage des Bistums sind, ist zu lesen, dass Kirchengebäude und die übrigen Gebäude einer angemessenen Nutzung zugeführt werden müssen. Unter einer angemessenen Nutzung versteht das Bistum eine inhaltliche Vereinbarkeit der neuen Nutzung mit der ehemaligen Nutzung als Sakralbau. Grundsätzlich werden Nutzungen wie Vergnügungsstätten, zum Beispiel Nachtlokale, Bordelle, Spielhallen, sowie Nutzungen durch nicht christliche Religionsgemeinschaften ausgeschlossen.

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