Gemeinde beschäftigt sich mit Nachnutzung

Der katholischen Kirche in Nachrodt droht das Aus 

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Nachrodt-Wiblingwerde - Es ist nicht auszuschließen,  dass es 2030 in Nachrodt  keine katholische Kirche  mehr gibt. 

Es genügt für diese pessimistische Aussage ein Blick ins aktuelle Pfarrentwicklungskonzept. Das weist mit seinen Zielformulierungen, Schlussfolgerungen und angestrebten Maßnahmen bis ins Jahr 2030 hinein.

Das Pfarrentwicklungskonzept trat 2018 in Kraft. Was hat sich seitdem getan, wo steht die Gemeinde heute? Erste Antworten dazu gaben Marco Schwieren, (Pfarrgemeinderat), Dietmar Flusche, (Kirchenvorstand) und der Pfarrer selbst kürzlich auf dem Neujahrsempfang der Muttergemeinde St. Matthäus.

Erst einmal wird sich für die Katholiken der Doppelgemeinde nichts Wesentliches ändern. Doch wer genau hin hörte und wer insbesondere das mehr als 100 Seiten umfassende Pfarrentwicklungskonzept gelesen hat, durfte durchaus aufhorchen.

2030 könnte es weder ein Pfarr- und Vereinshaus noch eine eigene Kirche am Ort geben. Das Vereinshaus wird zwar nach wie vor als „unverzichtbar“ für das Leben der Gemeinde eingestuft, aber im Konzept wird es bereits ab 2025 infrage gestellt. Das Pfarrhaus wird schon jetzt nicht mehr benötigt. Glück für St. Josef: Es konnte an eine Familie mit Kindern vermietet werden.

„Dort gibt es endlich wieder Leben“, freute sich Dietmar Flusche. Seiner Einschätzung nach läuft in St. Josef „vieles sehr gut“. Ein weiter so, ein Festhalten an allen kirchlichen oder Vereins-Angeboten, scheint aber trotzdem völlig ausgeschlossen. Mitte dieser Woche traf sich deshalb erstmals ein Arbeitskreis, der ausloten wird, was wie und wo fortgeführt werden kann und muss. Augenfälligstes Projekt und so auch im Pfarrentwicklungskonzept festgeschrieben bleibt die Idee, St. Josef multifunktional umzubauen, um die Kirche über 2030 hinaus zu erhalten.

Zur Idee gehört auch, von Beginn an die evangelischen Christen und die Kommune mit ins Boot zu nehmen, sie als Dauernutzer dieses neuen Hauses einzubinden. Im verkleinerten Kirchenraum könnten weiterhin Gottesdienste gehalten, in den anderen Räumlichkeiten Feiern oder Veranstaltungen stattfinden. Würde die Idee umgesetzt, müssten zur Finanzierung sofort und unmittelbar das Pfarrhaus und das Vereinhaus verkauft werden, denn St. Josef selbst fehlen die Mittel - auch wenn das Bistum einen Zuschuss geben würde, einen hohen Eigenbetrag kann die Gemeinde wohl kaum stemmen.

Erste Überlegungen zu einer Umgestaltung stellt bereits Susanne Scholz, angestellte Kirchenarchitektin beim Bistum Essen, an, berichtete Marco Schwieren. Noch gebe es aber weder Zeichnungen oder Entwürfe noch Kostenschätzungen. Dietmar Flusche konnte berichten, dass aktuell in St. Josef keine wesentlichen Instandhaltungsarbeiten anstehen. Im laufenden Jahr werden nur Türen und Fenstern erneuert, was 40.000 Euro kosten soll.

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