UWG schreibt ans Bistum

Kirche wird geschlossen: Bischof erhält Brandbrief aus Nachrodt 

Die katholische Kirche St. Josef in Nachrodt  wird spätestens 2025 geschlossen.
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Die katholische Kirche St. Josef in Nachrodt wird spätestens 2025 geschlossen.

Der Schock ist groß in Nachrodt: St. Josef wird es nicht mehr lange geben. Nun erhält der Bischof Post aus der Doppelgemeinde - mit deutlichen Worten.

Nachrodt-Wiblingwerde – Tief betroffen ist die Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG) von der geplanten Schließung der katholischen Kirche St. Josef, die „durch die Hintertür“ gekommen ist. In einem Brief an Ruhrbischof Dr. Franz-Josef Overbeck macht die UWG ihrem Kummer Luft.

„In der vergangenen Woche fand dazu eine Info-Veranstaltung statt, zu der noch nicht einmal über die örtliche Presse eingeladen wurde – und so ist es nicht verwunderlich, dass sich nur wenige Gemeindemitglieder auf den Weg machten, diese Info-Veranstaltung zu besuchen“, so Sonja Hammerschmidt und Petra Triches. Nur ein Dutzend Leute seien vor Ort gewesen, hätten kaum Fragen gestellt. „Für den einen oder anderen war es auch so etwas wie ein Schockmoment.“

UWG: Kita-Verbleib „reine Schutzbehauptung“

Die UWG sieht es als großen Schaden an, wenn sich die katholische Kirche aus der Gemeinde komplett zurückzieht. „Der Hinweis auf den Fortbestand der katholischen Kita St. Elisabeth als verbleibende katholische Einrichtung vor Ort ist doch nur eine reine Schutzbehauptung, denn was hat der Bestand einer eigentlich überkonfessionellen Kita mit dem Gemeindeleben zu tun, um hier beispielhaft die Altenrunde und die Frauengemeinschaft zu nennen, die bald keinen Treffpunkt mehr haben werden?“

Mit der Schließung der Kirche falle in Nachrodt-Wiblingwerde ein weiterer gesellschaftlicher Treffpunkt weg. „Wie und wo sollen Menschen in Zukunft noch zusammenkommen und Gemeinde sein, wenn alles schließt und ihnen auch noch die letzten Möglichkeiten der Zusammenkunft genommen würden?“ Auch die sehr erfolgreiche Sternsingeraktion würde ersatzlos wegfallen. „Dies soll alles der Vergangenheit angehören und uns jetzt quasi kommentarlos untergejubelt werden?“, fragt die UWG-Vorsitzende Sonja Hammerschmidt den Bischof.

Leer stehende Kirche wird Ortsbild prägen

Eine leer stehende Kirche würde demnächst also das Ortsbild von Nachrodt-Wiblingwerde prägen. „Es ist aber davon auszugehen, dass Sie sich um die Zukunft der katholischen Kirche und den Erhalt der hiesigen Gemeinschaft gar nicht so viel Gedanken machen müssen, da sich dies im Laufe der Jahre ohnehin von selbst erledigen wird, denn es kommt keiner mehr.

Die katholische Kirche arbeitet doch in allen Bereichen darauf hin, Gemeindemitglieder zu verlieren und nicht zu gewinnen. Wen wundert es da, wenn die Leute aus der Kirche austreten und neue Wege des Glaubens suchen oder sogar den Glauben verlieren?“ Erst würde der Pfarrer kommentarlos abgezogen, dann die Kirche geschlossen.

Von katholischer Kirche „enttäuscht und im Stich gelassen“

„Wollen wir hoffen, dass es uns hier in Nachrodt-Wiblingwerde zumindest mit Frau Schnell gelingen wird, die katholische und ökumenische Gemeinschaft am Leben zu erhalten und vielleicht neue Wege des Zusammenseins zu finden. Vom Bistum Essen fühlen sich hier zumindest viele einfach nur noch enttäuscht und im Stich gelassen. Und die Art und Weise, wie diese Info-Veranstaltung klammheimlich abgehalten werden sollte, spricht für sich.“

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