Kinderbibelwoche in Nachrodt: Mit Martin Luther auf Entdeckertour

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27 Mädchen und Jungen sind bei der Kinderbibelwoche dabei

Nachrodt-Wiblingwerde - In der vergangenen Woche setzten sich 27 Jungen und Mädchen mit dem Leben von Martin Luther auseinander und machten dabei erstaunliche Entdeckungen.

Gibt es jemanden, der keine Fehler macht? Der auch niemals lügt? Nicht ein kleines bisschen? Wahrscheinlich nicht. 

Und gibt es jemanden, der es allen Recht machen kann? Wohl kaum. Darum – und noch um vieles mehr – geht es gerade während der ökumenischen Kinderbibelwoche, die die Überschrift „Mit Martin Luther auf Entdeckertour“ trägt. Freitag ist der letzte Tag. 

Der letzte Tag einer sehr spannenden und auch fröhlichen Woche im evangelischen Gemeindehaus und in der evangelischen Kirche. 27 Mädchen und Jungen – darunter 13 Kinder aus der Offenen Ganztagsschule – malen, basteln, singen und proben ein Theaterstück, das sie am kommenden Sonntag während des Gottesdienstes spielen wollen. Beginn ist erst um 11 Uhr, damit auch die katholischen Gemeindeglieder vorher am katholischen Sonntagsgottesdienst teilnehmen können. 

Die Kinder zeigen ein Luther-Theater, bei dem Pastor Wolfgang Kube in die Luther-Rolle schlüpft. Gerade wartet er auf seinen Einsatz. Luther hatte auch Ängste und Sorgen, vielleicht sogar Probleme, die jeder nachvollziehen kann. Stationen in seinem Leben sind im Stück unter anderem das Kloster und der Ablassverkauf auf dem Markt. Martin Luther hatte als Mönch vor allem das Ziel, ein bis in die letzte Tiefe der Selbstlosigkeit gehorsamer und demütiger Mensch zu werden. 

Luther wollte Gottes höchstem Anspruch gerecht werden

Die Selbstlosigkeit sollte so weit gehen, dass er sogar auf den Wunsch nach dem eigenen Heil verzichtete, um auf jeden Fall dem Urteil Gottes – so oder so – Recht zu geben. Der Mönch Martin arbeitete also an sich mit höchster Anstrengung. Er wollte so weit kommen, dass er Gottes höchstem Anspruch gerecht wird. Luther kam aber mit diesem gewaltsamen Versuch, sich selbst zu disziplinieren, auf keinen grünen Zweig. Er spürte, dass er nie so weit kommen würde. 

Er erlebte bei sich selbst immer wieder verzweifelten Hass auf den Gott, der einen Menschen so tief im Staub sehen wollte. Es war für Luther die Befreiung, als ihm beim Lesen der Bibel aufging, dass Jesus ein Versöhner ist, der all dies gar nicht verlangt, nicht erwartet. Der christliche Glaube soll dagegen Mut machen. Es geht während der Kinderbibelwoche also um Angst und Mut, auch um Schwäche, Standfestigkeit, Orientierungslosigkeit und Maßstab. 

„Dinge, die Luther nicht erfunden hat, aber die an seiner Geschichte in besonderer Weise zu verdeutlichen sind“ heißt es in der Entdecker-Vorlage. Den Kindern, die heute allerorts „die Klügsten, Schönsten, Schnellsten“ sein sollen und an Leistungszwängen leiden, soll die Botschaft vermittelt werden, dass sie sich der bedingungslosen Liebe Gottes sicher sein können, die sie sich nicht erarbeiten, sondern schenken lassen können. 

Die Kinderbibelwoche in Nachrodt wird in erster Linie von Pastor Kube und Nicole Hennig geleitet. Für die Musik ist Organist Frank Schulte zuständig.

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