Kinderbett des Heimat- und Verkehrsvereins stammt aus dem Jahr 1850

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Wo andere Wiegen ein Korbgeflecht aufweisen, setzte der Erbauer bei dieser Wiege auf ein Drahtgestell.

NACHRODT-WIBLINGWERDE - Klaus Potthoff, Vorsitzender des Heimat- und Verkehrsvereines Nachrodt-Wiblingwerde zieht ein positives Fazit für das vergangene Jahr. Die jetzt 110 Mitglieder des Vereines, von denen rund 20 aktiv tätig sind, hätten auch in 2009 wieder einiges erreichen können. Als besonderen Höhepunkt bezeichnet Potthoff jedoch, dass die dem Verein schon vor über 20 Jahren zur Verfügung gestellte Kinderwiege mittlerweile geschätzt werden konnte.

Hierbei stand das Alter der Wiege im Vordergrund. Die Schätzung nahmen Sachverständige der Landwirtschaftskammer Westfalen-Lippe vor. Sie ermittelten, dass die Kinderwiege mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit aus dem Jahr 1850 stammt, also mittlerweile schon über 160 Jahre alt ist. Damit ist sie gleichzeitig auch das älteste Exponat, über das der Verein verfügt.

Die Wiege erhielt der Verein vor zwei Jahrzehnten aus Privatbesitz. Sie wurde aus dunklem Holz gefertigt und zeugt von großer handwerklicher Kunstfertigkeit. Die vom Heimat- und Verkehrsverein betriebene Heimatstube war im vergangenen Jahr zu den verschiedensten Anlässen bestens besucht. Hierzu zählte neben dem sommerlichen Treckertreffen insbesondere das Erntedankfest. Mehrere hundert Personen besuchten diese Veranstaltungen.

Darüber hinaus freut sich Potthoff über die Tatsache, dass sich in 2010 acht Paare dazu entschlossen, sich in der Heimatstube standesamtlich trauen zu lassen. Denn die Heimatstube wird nicht nur als kleines „Bauernmuseum“ betrieben, sondern erhielt vor einigen Jahren den Status eines Standesamtes. Die Trauungszeremonie wird dabei durch mehrere Mitglieder des Vereines begleitet, die zünftige Trachten tragen und auch – altem Brauchtum zufolge – nach erfolgter Eheschließung Brot und Salz reichen.

Auch das in 2010 angebrachte neue Tor, welches das neben der Heimatstube gelegene, alte Feuerwehrgerätehaus ziert, ist durchaus als ein Höhepunkt in der Vereinsgeschichte zu bezeichnen. Das alte Tor wäre erneuerungsbedüftig gewesen, so Potthoff. Das jetzt eingebaute Tor wurde nach Maß gefertigt, denn der obere Teil der Einfahrt zum Gerätehaus weist einen Bogen auf.

Potthoff jedenfalls ist mehr als zufrieden mit dem Ablauf des abgelaufenen Jahres. Der Heimat- und Verkehrsverein habe sich neben seinen Erfolgen, zu der unter anderem auch die Restaurierung alter Wege gezählt werden kann, über zahlreiche neue Exponate für seinen Raum freuen können. - hb

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