Nicht unter jedem roten Mantel steckt ein Nikolaus

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Im Kreativteil des Kinderaktionstages der Evangelischen Gemeinde Nachrodt-Obstfeld bastelten die Junioren Fensterbilder, Sterne und Malvorlagen.

Nachrodt-Wiblingwerde - Den Glauben an den Nikolaus will das Team des Kinderaktionstages seinen jungen Gästen nicht nehmen. Die sind schließlich ziemlich gut informiert, wie sich am Samstag im Evangelischen Gemeindehaus an der Kirchstraße herausstellte: Nikolaus wirkte als Geistlicher in Lyra und wurde als großer Wohltäter bekannt – das wissen viele Kinder, die am Vorabend des Nikolaustages ihre Stiefel vor die Tür stellen.

Das geputzte Schuhwerk hatten die Kinder gefüllt vorgefunden, als sie sich am Vormittag zum Kinderaktionstag der Evangelischen Kirchengemeinde Nachrodt-Obstfeld begaben.

„Aber wir haben hier nicht über den Nikolaus gesprochen, der die Geschenke bringt“, erklärte Andrea Gruß, die das Konzept zum adventlichen Kinderaktionstag geschrieben hatte – Motto: „Da war doch was. Was war denn da?“ Mit den Kindern wurde die Biografie des Heiligen aufgearbeitet und die Legenden, die sich um Nikolaus ranken: So berichtet die Überlieferung von drei Schwestern, die durch eine heimliche Gabe von Nikolaus zu einer Mitgift kamen und kein Leben in Armut führen mussten. Es heißt auch, dass er die Bürger von Myra vor einer großen Hungersnot bewahrte, indem er im Hafen das „Kornwunder“ vollbrachte: Die für den Kaiser abgewogene Ladung hatte noch immer das selbe Gewicht – auch nachdem Nikolaus die Seeleute gebeten hatte, einen Teil des Korns für die Bürger von Myra abzunehmen.

„Viele Kinder glauben an den Nikolaus als einen Mann, der Wunder vollbringt. Und sie fallen nicht auf jeden herein, der im roten Mantel auf einem Weihnachtsmarkt auftritt“, erklärte Gruß, die bei der Vorbereitung des Kinderaktionstages auch auf den weiteren Verlauf der Adventszeit eingegangen war.

Mit frischen Tannenzweigen gestalteten die Kinder einen Adventskranz mit vielen kleinen und vier großen Kerzen – so, wie es sich im Jahr 1839 Johann Heinrich Wichern gedacht hatte: Der Pflegevater zahlreicher Kinder, die bis zu ihrer Aufnahme im Rauhen Haus in Armut hatten leben müssen, hatte mit seinem Wagenrad mit 24 Kerzen gleichzeitig den ersten Adventskalender erfunden: Um den Kindern zu verdeutlichen, wie viele Tage noch bis Weihnachten vergehen würden, wurde täglich eine weitere Kerze gezündet.

„Herr Wichern hat uns bis heute aber noch ein weiteres Vermächtnis hinterlassen“, machte es Gruß spannend: „Dass wir dankbar sein dürfen für das Zuhause, das wir haben.“ Sie verdeutlichte: „Für die Wärme in den Stuben, in der wir im Winter leben dürfen und die Menschen, die für uns da sind.“ Damit sich die Kinder im Advent daran erinnern, nahm jedes von ihnen wieder einen Zweig von dem Adventskranz mit nach Hause.

Im Kreativteil des Kinderaktionstages wurden Fensterbilder, Ausmalvorlagen und der Stern von Bethlehem gestaltet. Auch die erste große Kerze am Adventskranz wurde schön dekoriert. 25 Kinder gingen anschließend mit vielen Impulsen für die Zeit bis Weihnachten heim. - Ina Hornemann

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